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Zweiter Weltkrieg

Artikel #4168, »Zweiter Weltkrieg«, geschrieben von: G. Schütte (89 %) , Ulrich Fuchs (8 %) , Markus Schweiß(Red.) (0 %) et al.

Der Angriff auf die Sowjetunion Juni 1941

Am 22. Juni 1941 startete Hitler den Angriff auf die Sowjetunion mit 150 Divisionen, zu denen insgesamt 3 Millionen Soldaten gehörten. 3000 Panzer, 7000 Artilleriegeschütze und 2500 Flugzeuge gehörten zur technischen Ausrüstung. Die größte Invasionsstreitkraft der Geschichte sollte die Operation Barbarossa, so der interne Deckname, zu einem schnellen Sieg verhelfen.

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Drei bis fünf Monate sollte es dauern, bis die Sowjetunion besiegt war, so war die Kalkulation von Hitlers Beratern in der Wehrmacht. 150 sowjetische Divisionen waren im Westen der UdSSR stationiert, maximal 50 neue könnten kurzfristig aufgestellt werden, rechneten die deutschen Militärplaner. In der Tat brachte die sowjetische Führung aber 210 neue Divisionen zustande, somit hatten sich die deutschen Strategen gründlich verschätzt. Darüber hinaus rechnete man mit einem raschen internen Kollaps des Sowjetstaates. Auch dieses Kalkulation erwies sich als grundverkehrt: Zwar wurden deutsche Truppen mancherorts in der Ukraine als Befreier von Stalins Joch begrüßt, diese Zustimmung kehrte sich aber rasch in das Gegenteil, als die deutschen Einsatzgruppen mit der systematischen Ermordung der Juden und anderer unliebsamer Menschen begannen. Anstatt von der einheimischen Bevölkerung unterstützt zu werden, hatten die deutschen Angreifer es immer öfter mit Partisanenangriffen zu tun.

Wie im westlichen Feldzug sollten auch hier drei Heeresgruppen angreifen. Die Rote Armee war überrascht von dem Angriff und schlecht vorbereitet. Die russische Luftwaffe wurde größtenteils am Boden zerstört und gemäß der Blitzkriegstrategie wurden große sowjetische Einheiten eingekesselt. Hunderttausende russische Soldaten kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft, die zu diesem Zeitpunkt kaum jemand überlebte: Die allermeisten verhungerten oder erfroren.

Erst am 2. Okt. 1941 erteilte Hitler den Befehl, gegen Moskau vorzustoßen, ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt, wie sich später zeigte. Zunächst wurde der deutsche Vormarsch durch Schlamm und aufgeweichte Böden erheblich gebremst. Die Zeit wurde in Moskau genutzt, um die Verteidigungsanlagen auszubauen und die Industrie zu verlegen. Weiterhin wurden für den Winterkrieg ausgebildete frische Truppen aus Sibirien herangeführt. Als der hartgefrorene Boden ein schnelleres Vorwärtskommen der deutschen Truppen ermöglichte, war die Freude dennoch nur von kurzer Dauer: Der harte und in diesem Jahr besonders frühe russische Winter mit Temperaturen von bis zu minus 40 Grad traf die deutschen Truppen schwer, weil sie kaum Winterausrüstung hatten. Vor Moskau kamen mehr deutsche Soldaten durch Erfrieren ums Leben als durch Kampfhandlungen. Zu Ende des Jahres 1941 kam der deutsche Angriff erheblich ins Stocken. Hitler, der alle wesentlichen Entscheidungen selbst getroffen hatte, gab der Heeresführung die Schuld und übernahm selbst das Oberkommando des Heeres.

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