Liturgie
Die feierlich ausgestaltete Liturgie war das beherrschende Element des Tagesablaufs im Kloster. Benedikt von Nursia hatte das ‘’gemeinsame Psalmensingen’’ eingeführt. Auch das Stundengebet war Bestandteil seiner Regel. Stephen Harding hat als Ausdruck der Einheit des neuen Ordens den Gesang und die Bücher vereinheitlicht. Er orientierte sich bei seinen Festlegungen bezüglich des Bibeltextes an dem Kirchenvater Hieronymus, beim Stundengebet an Benedikt, beim Hymnar auf Ambrosius von Mailand und für die Gesänge, das Antiphonar und Graduale war Papst Gregor I. d. Gr. (Gregorianischer Choral) richtungsgebend. Die Liturgie und musikalische Gestaltung hat Stephen in der Carta Caritatis vorgeschrieben. Gewänder, Geräte und die Ausgestaltung der Kirchen der Zisterzinser sind betont schlicht und einfach gehalten.
Der Tagesablauf war in den Jahreszeiten, an Werktagen und Sonn- und Feiertagen unterschiedlich geregelt. In Citeaux hielt man acht Stundengebete (Horen) die in Psalmen, Litaneien, Lesung, Hymnen und Gebet eingeteilt waren. Die Gebetsstunden verteilten sich z. B. an einem Werktag im Sommer wie folgt: 2.00 h Vigilien (Nachtwachen); 3.15 h Laudes (Lobgebet zur Morgendämmerung); 4.30 h Prim (Gebet zur ersten Stunde); 7.45 h Terz (Gebet zur dritten Stunde); 10.40 h Sext (Gebet zur sechsten Stunde); 14.00 h Non (Gebet zur neunten Stunde); 18.00 h Vesper (Gebet zum frühen Abend); 19.00 h Komplet (Gebet zum Tagesschluss). Im Laufe der Zeit hat sich der Rhythmus zeitlich verschoben und wurde an veränderte Verhältnisse und Lebensbedingungen angepasst.
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