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Zisterzienser

Artikel #5054, »Zisterzienser«, geschrieben von: Josef Kandl (99 %) , Markus Schweiß (Red.) (0 %) et al.

Entwicklung und Ausbreitung

An der rapiden Entwicklung der Ausbreitung des Zisterzienserordens hatte Bernhards von Clairvaux großen Anteil. Er hat die geistigen Grundlagen des neuen Ordens perfekt und mit Vehemenz in der Öffentlichkeit vertreten und war die maßgebliche Persönlichkeit der es zuzuschreiben ist, dass der Orden in der Folgezeit einen so großartigen Zulauf zu verzeichnen hatte und sich in grandioser Weise europaweit ausbreiten konnte.

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Ausgehend vom Kloster Citeaux und seinen vier Primärabteien ging der Prozess der Filiationen zügig voran. Teilweise wurden auch Klöster anderer Ordensgemeinschaften die sich den Zisterziensern anschließen wollten, in Zisterzienserabteien umgewandelt. Unmittelbar nach der Bestätigung des Ordens durch den Papst im Jahre 1119 bestanden 12 Klöster. Als Bernhard von Clairvaux 1153 starb umfasste der Orden 333 Klöster und Mitte des 13. Jh. waren es 647 mit annähernd 20000 Mönchen und Konversen. Die Konversen waren Laienbrüder und Menschen verschiedener sozialer Herkunft, die sich in den Klöstern i. d. R. in der Überzahl befanden und den Mönchen erst ihr von der Welt abgeschiedenes regeltreues Leben ermöglichten (»Arbeiter im Mönchskleid«). Sie arbeiteten im Kloster und in den zugehörigen Werkstätten die sie in der Frühzeit der Ordensentwicklung auch leiteten. Viele von ihnen waren in den landwirtschaftlichen Außenbesitzungen den sog. »Grangien« beschäftigt. Konversen waren von den Mönchen separat meistens in eigenen Gebäudetrakten untergebracht. In späterer Zeit wurden die Konversen von Laien abgelöst. In diesen Jh. war ein starkes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen und die Stichworte »Landausbau« und »Ostsiedlung« stehen für Ausdehnung der Kulturlandschaft und großräumiger Einführung der Dreifelderwirtschaft.

Bis 1675 wuchs der Orden nur noch langsam auf 742 Abteien an. Das 12. und die erste Hälfte des 13. Jh. waren also die Zeiten der größten Ausbreitung und das 12. Jh. bezeichnete man auch als das zisterziensische Jh. Die Konventstärke war vom Kapitel auf 12 Mönche festgelegt worden. Neben vielen kleinen Abteien gab es auch solche mit mehreren hundert Mitgliedern. Der Orden war für junge Menschen dieser Zeit ein Anziehungspunkt und gewann viele Anhänger. Um 1120 wurde von Stephen Harding mit der Abtei Tart das erste Zisterzienserinnenkloster gegründet dem weitere Gründungen von Zisterzienserfrauenklöstern folgten. Sie waren in der gleichen Weise strukturiert wie die Männerklöster. Bei den Nonnen handelte es sich vornehmlich um Frauen aus Adel und vermögendem Bürgertum.

Die Klostergründungen der Zisterzienser lagen sowohl im sog. Altsiedelland wo sie im Rahmen der Binnenkolonisation tätig waren als auch in den neuen Siedlungsgebieten Osteuropas. Das erste Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum entstand als Tochterkloster Morimonds 1123 in Kamp bei Moers (heute Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen). Von Kamp und seinen Tochterklöstern aus wurde der nord- und ostdeutsche Raum und Teile Böhmens erschlossen. Durch die Kolonisation und Kultivierung der Zisterzienser ist das Landschaftsbild Europas im Hochmittelalter nachhaltig geprägt worden. Das im Orden angesammelte Wissen brachte im Verbreitungsgebiet die Kultur in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Medizin, Literatur, Musik, Architektur, Kunst und Philosophie auf einen hohen Stand. Durch Schulen und Ausbildungsangebote trugen die Zisterzienser wesentlich zur Förderung der allgemeinen Bildung bei.

 

 

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