Reformation, Französische Revolution und Säkularisation
Durch die Reformation gingen viele Ordenshäuser verloren. Abteien wurden geplündert, zerstört, aufgehoben oder lösten sich selbst auf. Einige deutsche Klöster haben das ev. Bekenntnis übernommen und führen mit anderen die Zisterziensertradition als »Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland« auch heute noch weiter (z. B. Loccum, Niedersachsen). Die Bauernkriege in Deutschland 1524/25 waren u. a. vornehmlich auch gegen die Klöster gerichtet. Im gesamten Orden hat sich das nationale Selbständigkeitsstreben verstärkt. Die sich herausbildenden Nationalstaaten fordern ihre Rechte ein. In England hat König Heinrich VIII. Visitationen der englischen Klöster durch Franzosen nicht mehr zugelassen. Ordensprivilegien mussten dem Staat gegenüber verteidigt, und neue Äbte vom Papst und König bestätigt werden. Entsprechend dem Konkordat von 1516 wurde der Klerus weitgehend dem Staat unterstellt. Während der Religionskriege in Frankreich (1562-98) wurde Citeaux 1589 und 1595 von den Hugenotten (Calvinisten) geplündert. Der Konvent leistete 1594 den Treueid auf den zum kath. Glauben konvertierten Heinrich IV. und erhielt die Verwaltung seiner Güter und Einkünfte zurück. Große finanzielle Probleme beim Wiederaufbau der Abtei zwangen zum Verkauf von einem Drittel ihrer Güter.
Ab 1605 kommen neue Reformansätze in Gang und die ersten Anfänge des Reformzweiges des künftigen »Ordens der Zisterzienser der strikten Observanz« (Trappisten) werden sichtbar. 1615 schloss sich die Abtei Clairvaux diesen neuen Reformbestrebungen an und andere Abteien folgten diesem Beispiel. Die Auseinandersetzungen der Observanzen zogen sich lange Jahre hin. 1635 lässt sich Kardinal Richelieu zum Generalabt des Ordens wählen und nimmt Citeaux in Besitz. Er ist Befürworter der strengen Observanz. Von der Kurie und den nicht französischen Klöstern erhält er keine Bestätigung, der Streit geht weiter. Richelieu vertrieb die Mönche der allgemeinen Observanz aus Citeaux. Im Okt. 1636 wird die Abtei von habsburgischen Truppen vollständig ausgeplündert. Abt Armand Jean Le Bouthillier de Rancé führte 1662 im Kloster La Trappe Reformen und eine strenge Askese ein. Papst Innozenz XI. bestätigte die neuen Regeln 1678. La Trappe wurde zum Zentrum der strengen Observanz und gab den »Trappisten« ihren Namen. Im Zuge der Französischen Revolution wurden per Dekret vom 14. April 1790 die französischen Klöster aufgelöst und ihr Besitz zu Nationaleigentum erklärt. Der Vormarsch der französischen Truppen an den Rhein und entlang der Donau hat die Säkularisation weiter nach Osten vorgetragen. 1802 ordnete Napoléon I. per Dekret die Aufhebung aller Klöster und die Säkularisation des gesamten geistlichen Besitzes an. Der Reichsdeputationshauptschluss hat diese Anordnung am 25. Feb. 1803 bestätigt.
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