Zisterzienser (lat. Sacer Ordo Cisterciensis, Abk. SOCist), Angehörige des nach dem 1098 von Robert von Molesme, Alberich von Citeaux, Stephen Harding und anderen gegründeten benediktinischen Reformklosters Citeaux bei Dijon. Dem neuen Konvent gab man den programmatischen Namen Novum Monasterium. Papst Paschalis II. stellte 1100 dem Kloster das »Römische Privileg« aus. Citeaux wurde vom Mutterkloster Molesme unabhängig und stand fortan unter päpstlichem Schutz. Bewusst wollte man sich absetzen von der damals aufwendigen Prachtentfaltung und des üppigen Lebens der Benediktiner, wie sie besonders im Kloster Cluny gepflegt wurde, und hat sich vorgenommen streng nach der benediktinischen Ordensregel (Regula Benedicti) des Benedikt von Nursia einfach zu leben, zu beten und zu arbeiten. In einer Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte hielt man eine Reformierung der Benediktinerordens in allen seinen Ausprägungen (Liturgie, Lebensweise, Kleidung, Arbeit, Baustil, Innenausstattungen von Bauten, Schmuck, Reichtum und Besitz etc.) für erforderlich. Künftig wollte man von der eigenen Hände Arbeit leben.
Die liturgische und ordensrechtliche Verfassung erhielt das Kloster unter dem dritten Abt Stephan Harding, dessen (Carta Caritatis) im Jahr 1119 von Papst Calixtus II. bestätigt wurde. Diese erste Ordensverfassung beschränkte sich auf drei Kernpunkte: Den einzelnen Abteien wurden in finanziellen Angelegenheit volle Selbständigkeit gewährt, sodann war die Regula Benedicti einheitlich nach dem Beispiel von Citeaux zu befolgen, schließlich wurden die in Citeaux benutzten liturg. Bücher auch für die Tochterklöster verbindlich.
Kennzeichnend für den Zisterzienserorden waren die Einfachheit der Liturgie und die Schmucklosigkeit seiner Kirchen. Der nach strengen Regeln geprägte Baustil seiner Klöster und Basiliken verbreitete sich in ganz Europa. Eine besonders starke Expansion war unter dem Einfluss Bernhards von Clairvaux im 12. Jh. zu verzeichnen. Die Zisterzienser erbrachten große Leistungen auf dem Gebiet der Landkultivierung, die besonders in der Kolonisierung der Siedlungsgebiete Osteuropas im 12. Und 13. Jh. zu beobachten war. Früh kam es zur Bildung von weiblichen Zweigen, den Zisterzienserinnen. Im Spätmittelalter hat sich der Orden flexibel den Erfordernissen der Zeit angepasst. Dabei ist die ursprüngliche Ordenseigenart weitgehend verlorengegangen. Die strengen Regeln der Anfangszeit wurden nicht mehr eingehalten.
Im 16. Jh. wurde der Orden in den von der Reformation erfassten Gebieten hart betroffen. Die Ordensgeschichte des 17. Jh. ist maßgeblich von den Auseinandersetzungen im Orden zwischen Reformern und Reformgegnern geprägt (Streit der Observanzen). Die Aufklärung im 17./18. Jh. und die Folgen der Französischen Revolution führten in der katholischen Kirche und ihren Ordensgemeinschaften zu gravierenden Veränderungen (Säkularisation). Gegen Ende des 19. Jh. führten fortgesetzte Auseinandersetzungen über eine Reform innerhalb des Ordens der Zisterzienser zu einer Abspaltung der kontemplativen Trappisten, dem Orden der Zisterzienser von der strengen Observanz.
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