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Morris, William

Artikel #8471, »Morris, William«, geschrieben von: Josef Kandl (Red.) (100 %)

Morris, William, (* 24. März 1834 in Walthamstow nahe London; † 3. Okt. 1896 in Hammersmith, London), engl. Dichter, Schriftsteller, Maler, Kunsthandwerker, Sozialpolitiker und Mitinitiator der reformist. Arts and Crafts-Bewegung die u. a. auch erheblichen Einfluss auf den Jugendstil hatte. Morris’ wohlhabende Eltern ermöglichten ihm ab 1852 ein Theologiestudium am Exeter College in Oxford. Verheiratet war er mit der aus einfachen Verhältnissen stammenden Jane Burden. Mit den Malern Edward Burne-Jones und Dante Gabriel Rossetti aus dem Kreis der Präraffaeliten war er befreundet.

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Wie viele andere Künstler und Kunsthandwerker des 19. Jh. hatte sich auch Morris mit anderen zusammengetan und 1861 die Firma Morris, Marshall & Faulkner , später Morris & Co. gegründet. Basierend auch auf den Ideen des Kunstkritikers und Sozialphilosophen John Ruskin, der gegen die Industrialisierung ankämpfte und besonders der handwerklichen Arbeit schöpferischen Wert zuerkannte, fertigte man Textilien, Bildteppiche (Hammersmith-Teppiche), Tapeten Bücher und Möbel nach höchsten handwerklichen Qualitätsmaßstäben und stellte diese Erzeugnisse der sterilen Einförmigkeit maschinell erzeugter Serienprodukte entgegen. Das Kunsthandwerk hat in Morris seinen stärksten, vielseitigsten und einflussreichsten Anwalt gefunden. Einer seiner engsten Adepten war der Belgier Henry van de Velde.

Das daniederliegende und von der Industrie immer mehr verdrängte Handwerk sollte, so die Intention, auch im Hinblick auf die erschwerten Lebensbedingungen der betroffenen Menschen in der damaligen Industriegesellschaft wiederbelebt und das Kunsthandwerk und Kunstgewerbe sollte reformiert werden. In Verbindung mit der Kunst wollte man der Handarbeit wieder mehr Bedeutung verleihen, suchte nach neuen Formen und stellte Sachlichkeit, Ästhetik, Funktionalität und Qualität in den Vordergrund. Die Ausstellungen der Arts and Crafts Exhibition Society gegen Ende des 19. Jh. in London setzten neue Maßstäbe.

Die herausragenden Produkte waren exquisit und teuer; nur wenige Reiche konnten sich diese Dinge leisten. Es war nun nicht so, dass große Teile der Handwerkerschaft über diesen Weg in Lohn und Brot und zu einer sinnerfüllten Tätigkeit zurückfanden; eine breite soziale Wirkung durch diese kunsthandwerklichen Anstrengungen wurde nicht erreicht. Morris blieb unzufrieden mit Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnissen der Arbeiterschaft in der industrialisierten Gesellschaft und wurde politisch tätig. 1883 als Mitglied der sozialist. »Democratic Federation« und zwei Jahre später als Mitbegründer der »Socialist League«. Seine z. T. von J. Ruskin beeinflussten Vorstellungen von einer sozialist. Gesellschaft legte er u. a. in der 1888 erschienenen Schrift »Eine Königliche Lektion – Ein Traum von John Ball« und in der 1890 vorgelegten Sozialutopie »Kunde von Nirgendwo« dar. Morris wird daneben auch als einer der wichtigsten Autoren in der Geschichte der Fantasyliteratur angesehen.

In seinen letzten Lebensjahren gründete Morris, seit je ein Freund alter Buchkunst, 1891 die Kelmscott Press in Hammersmith, die mit ihren qualitativ hochwertigen bibliophilen Werken zu den namhaftesten Privatdruckereien ihrer Zeit avancierte. Die z. T. verwendete Drucktype »Golden Type«, eine Antiqua-Type, war Morris’ Entwurf.

 

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