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Freie Wiki-Lizenz

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Version 1.0 - 19. November 2005

1. Präambel:

Eine Wissensgesellschaft definiert sich weniger über das vorhandene Wissen, als über die Leichtigkeit, mit der dieses Wissen zugänglich ist, sowie über die Geschwindigkeit, mit der aufbauend auf vorhandenem neues Wissen entstehen kann.

Im Spannungsfeld zwischen berechtigtem Interesse von Urhebern und Erhaltern des vorhandenen Wissens, und der Notwendigkeit der freien Zirkulation und Weiterentwicklung von Wissen, haben sich die „Freien Inhalte“ entwickelt: Freie Inhalte sind Wissen, das seinen Warencharakter negiert, das weitergegeben und verändert werden darf und soll. Freie Inhalte dienen dazu, den Zugang der Wissensgesellschaft zu Wissen geringschwellig zu halten.

Wikis haben sich als geeignetes Medium herausgestellt, unentgeltliche Inhaltsspenden von vielen zu einem großen Ganzen zusammenzuführen. Es entsteht ein großes, unaufzehrbares, gemeinsam nutzbares Wissenskapital.

Durch diese Lizenz werden jedermann Nutzungsrechte für die Werke eingeräumt, die von ihren Urhebern unter diese Lizenz gestellt werden. Besonders abgestimmt ist sie auf textbasierte Werke, die von vielen Urhebern gemeinschaftlich in einem Wiki-System erarbeitet werden. Sie gestattet die weitere Verbreitung und Bearbeitung der Werke als Freie Inhalte und stellt gleichzeitig sicher, dass Mehrwert, der auf der Basis dieser Inhalte geschaffen wurde, selbst zu Freiem Inhalt wird ("Copyleft"-Effekt). Die Belange der Urheber werden geschützt, insofern deutlich wird, wer maßgeblich an Inhalten beteiligt war, und wem inhaltliche Fehler in einem Text nicht angerechnet werden können, weil der Inhalt möglicherweise im Nachhinein verändert wurde.

2. Definitionen:

Im Sinne dieser Lizenz bezeichnet

2.1. Schutzgegenstand ein Werk oder sonstigen Gegenstand im Sinne des Urheberrechts, das einen oder mehrere gemeinsame Urheber oder Inhaber verwandter Schutzrechte (Datenbankherstellerrecht, Leistungsschutzrecht etc.) im Sinne des Urheberrechtes hat.

2.2. Dokument einen einzelnen Schutzgegenstand oder ein Sammelwerk bestehend aus mehreren einzelnen Schutzgegenständen, im folgenden "Inhalt" genannt, zu dem eine "Metainformation" veröffentlicht ist, die nicht Teil des Inhaltes selbst ist. Dokument ist insofern nicht im Sinne eines Schriftstückes, sondern als Kombination von Werk(en) und werkbeschreibender Information zu sehen.

2.3. Sammeldokument jede Verbindung bzw. Zusammenstellung einzelner Dokumente.

2.4. Metainformation die Angabe exakt einer "Autorennennung" sowie den Hinweis, dass für die Nutzung des Dokumentes ein Lizenzierungsangebot gemäß 3.1. dieses Lizenztextes besteht, das Dokument von den Urhebern also unter dieser Lizenz veröffentlicht wurde. Zwingend erforderlich ist die Angabe einer in einem öffentlichen Datennetz allgemein zugänglichen Netzwerkaddresse, unter der dieser Lizenztext abgerufen werden kann, optional kann dieser Lizenztext selbst Teil der Metainformation sein. Die Metainformation kann optional die Angabe weiterer Daten enthalten, die ein Dokument beschreiben, bspw. eine Versionsgeschichte, die Angabe von Netzwerkresourcen, unter denen die digitalen Daten oder Rohdaten des Dokumentes oder das Textbuch einer Aufführung vorzufinden sind, die Angabe eines Datenformates oder ähnliches. Die Metainformation kann bei jeglicher Wiedergabe vom Inhalt des Dokumentes getrennt werden, wenn ihre Wiedergabe in Einheit mit dem Inhalt nicht zumutbar ist; in Einheit mit dem Inhalt ist dann jedoch auf die Existenz der Metainformation hinzuweisen und zu benennen, wo und wie sie stattdessen wiedergegeben wurde. Beispielsweise kann bei einer Aufführung die Metainformation im Programmheft zu finden sein, wenn in der Aufführung auf diesen Umstand hingewiesen wird. Die Metainformation muss nicht expressis verbis vom Rechteinhaber formuliert werden, sie kann bspw. auch durch ein technisches System aus einer Datenbank heraus erzeugt werden, sofern sie die verpflichtenden Bestandteile korrekt enthält.

2.5. Autorennennung die Angabe einer Liste natürlicher Personen, die Autoren eines Dokumentes sind. Die Autorennennung enthält mindestens die in Abschnitt 4 definierten Bestandteile. Die Autoren sind Urheber einzelner Schutzgegenstände im Dokument oder besitzen gemeinsames Urheberrecht an einzelnen Schutzgegenständen bzw. der Zusammenstellung der Schutzgegenstände im Sinne eines Datenbankwerkes. Im Dokument können sich urheberrechtsfreie Teile befinden (bspw. weil eine notwendige Schöpfungshöhe nicht erreicht wird oder Teile des Dokumentes gemeinfrei sind).

2.6. Redigierender Autor diejenige natürliche Person, die ein Dokument zuletzt bearbeitet hat. Bearbeitet man ein Dokument gemäß den Bestimmungen der Abschnitte 6–10, wird man zum redigierenden Autor.

2.7. Versionsgeschichte eine Auflistung, die zumindest Angaben darüber enthält, wer wann Bearbeitungen an einem Dokument vorgenommen hat, optional auch Angaben, die die Bearbeitungen beschreiben sowie Angaben, die spezifizieren, welche Teile des Dokumentes von welchen Urhebern stammen.

2.8. Bearbeitung jegliche Modifikation, Übersetzung, Aufführung, Mischung, Kürzung oder andere Änderung einzelner Schutzgegenstände, eines Dokumentes oder eines Sammeldokumentes. Als eine Bearbeitung zählen alle Schritte, die von einem zur Nutzung lizenzierten Dokument oder Sammeldokument zu einem neuen Dokument oder Sammeldokument führen, das selbst wieder im Rahmen einer der in 3.2 genannten Arten genutzt wird.

2.9. Selbständiges Werk ein Werk, das alleine in sinnvoller Weise genutzt werden kann oder das von der Verkehrsanschauung als selbständiges Werk angesehen wird.

3. Abschluss der Lizenz

3.1. Wird ein Werk unter den Bedingungen dieser Lizenz veröffentlicht oder weitergegeben, so stellt dies ein zeitlich und räumlich unbefristetes Angebot an jedermann zum Erwerb von Nutzungsrechten am Werk zu den Bedingungen dieser Lizenz dar. Das Angebot wird auch für solche Werke gemacht, an denen der Urheber ein gemeinsames Urheberrecht hat, das infolge der Bearbeitung seines Werkes durch andere unter den Bedingungen dieser Lizenz zu Stande kam. Urheber, die ihre Nutzungsrechte mit dieser Lizenz verwerten, werden im Folgenden als "Lizenzgeber" bezeichnet.

3.2. Das Angebot ist angenommen, und der Vertrag damit zu Stande gekommen, sobald eines der im Lizenztext genannten Rechte ausgeübt wird, ohne dass dazu auf andere Weise Rechte erteilt worden wären. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung oder Verbreitung, oder sonstige Zugänglichmachung des Werkes oder eines modifizierten Werkes in körperlicher oder unkörperlicher Form an natürliche oder juristische Personen. Der Erwerber der Rechte wird im Folgenden als "Lizenznehmer" bezeichnet.

3.3. Mit dem Abschluss der Lizenz erhält der Lizenznehmer die in den Abschnitten 5 bis 10 näher spezifizierten Rechte zur Nutzung des Werkes. Er verpflichtet sich zur Einhaltung der in den Abschnitten 5 bis 12 spezifizierten Pflichten. Die Rechte werden nicht exklusiv, jedoch zeitlich und räumlich unbegrenzt, und ausschließlich zu den Bedingungen dieser Lizenz eingeräumt. Für die Einräumung dieser Nutzungsrechte wird von dem oder den Urhebern kein Entgelt erhoben. Eine weitere Verwertung seiner Urheberrechte außerhalb der in diesem Lizenztext getroffenen Regelungen ist dem Lizenzgeber freigestellt.

3.4. Bei der reinen Benutzung eines Dokumentes, etwa dem Lesen eines Textes, Betrachten eines Bildes etc, kommt kein Vertrag nach 3.1. zu Stande. Gleiches gilt bei Ausübung der Befugnisse, die sich aus gesetzlichen Beschränkungen des Urheberrechts ergeben, etwa im Rahmen von Zitaten, beim Anfertigen einer Sicherungskopie etc.

3.5. Die erworbenen Nutzungsrechte dürfen nicht an Dritte weiterübertragen werden. Dritte können Nutzungsrechte nur erhalten, indem sie mit den Urhebern selbst einen Vertrag durch Annahme des Angebotes nach Ziffer 3.1. abschließen.

4. Die Autorennennung.

4.1. Die Autorennennung besteht

  1. aus der Angabe der zehn am Inhalt des Dokumentes am stärksten beteiligten Personen; wenn weniger als zehn Personen beteiligt sind, die Angabe aller Personen.
  2. aus der Angabe der Prozentanteile, die Schutzgegenstände der jeweiligen Personen am Gesamtinhalt des Dokumentes ausmachen. Die Prozentanteile sollen nach bestem Wissen angegeben werden, der Einsatz automatisierter Verfahren zur Ermittlung der Anteile ist möglich, sofern die Verfahren die Anteile im Sinne des ersten Absatzes des Abschnitts 3 dieser Lizenz errechnen.
  3. aus der Angabe des redigierenden Autors.

4.2. Die Form kann frei gewählt werden, sofern die oben genannten Punkte klar daraus hervorgehen.

5. Recht zur unmodifizierten Weitergabe

5.1. Der Lizenznehmer erhält das Recht, das Dokument in digitaler und analoger Form, körperlich und unkörperlich zu vervielfältigen, zu verbreiten und zu vermieten, zum Download bereitzuhalten oder in anderer Weise öffentlich zugänglich zu machen. Er ist insbesondere zur Einhaltung des Abschnitts 12 der Lizenz verpflichtet.

5.2. Nutzt der Lizenznehmer das Dokument im Sinne 5.1. der Lizenz, darf die Autorennennung in der Metainformation des Dokumentes nicht verändert oder gelöscht werden.

5.3. Der in der Metainformation enthaltene Hinweis auf die Geltung dieser Lizenz darf nicht verändert oder gelöscht werden. In der Metainformation eventuell enthaltene, im Sinne von 2.4. optionale Angaben sollen erhalten werden, dürfen aber entfallen, sobald die praktische Nutzbarkeit des Dokumentes dadurch eingeschränkt wird. Sofern sie in einem der Öffentlichkeit unbeschränkt zugänglichen Teil eines Datennetzes zur Verfügung steht, soll jedoch stattdessen die Identifikation dieser Netzwerkresource neu in die Metainformation aufgenommen werden.

6. Recht zur Aufführung

6.1. Der Lizenznehmer erhält das Recht, das Werk in digitaler und analoger Form, online und offline, körperlich und unkörperlich vorzutragen, zu senden, zu verfilmen, aufzuführen, auszustellen oder in anderer Form öffentlich wiederzugeben. Wird das Dokument im Rahmen der Wiedergabe bearbeitet, interpretiert etc., so ist dabei eine Bearbeitung des Dokumentes nach Absatz 7 entstanden, es gilt dann diese Bearbeitung als aufgeführt.

6.2. Nutzt der Lizenznehmer das Werk in Form einer unkörperlichen Aufführung, so muss die Metainformation nicht ebenfalls aufgeführt werden, jedoch muss im Rahmen des bei der Aufführung Zumutbaren die Autorennennung und der Lizenzhinweis des aufgeführten Dokumentes angegeben (bspw. in einem Programmheft) oder mit aufgeführt werden (bspw. durch eine Ansage).

6.3. Entstehen im Rahmen der Aufführung oder anderer Nutzung nach 6.1. Bild- oder Tonträger in analoger oder digitaler Form, so gelten diese als Bearbeitungen des Dokumentes gemäß Abschnitt 7.

7. Recht zur Nutzung von Bearbeitungen

7.1. Der Lizenznehmer erhält das Recht, das Dokument zu bearbeiten und das bearbeitete Dokument nach Maßgabe der Abschnitte 5 bis 12 zu nutzen. Der Inhalt des Dokumentes darf gekürzt und/oder erweitert werden, in einen anderen Kontext gestellt oder auf sonstige Weise geändert werden. Eine Wiedergabe eines Dokumentes bspw. auf fotografischem Wege oder durch Digitalisierung gilt als Bearbeitung im Sinne dieses Abschnittes.

7.2. Nutzt der Lizenznehmer das bearbeitete Dokument anders als für den persönlichen Gebrauch, insbesondere also im Sinne des Abschnitts 3.2, so ist er zur Einhaltung der Abschnitte 11 und 12 dieser Lizenz verpflichtet. Zusätzlich muss er folgendes leisten:

7.2.1. Er muss die Metainformation wie vorgegeben behalten. Sind in der Autorennennung mehr als zehn Autoren aufgeführt, so brauchen die Autoren nicht weiter genannt werden, die, absteigend sortiert nach Bearbeitungsanteil, auf dem elften oder den folgenden Rängen stehen.

7.2.2. Er muss sich selbst als Autor in die Autorennennung mit aufnehmen, und dabei den ungefähren Anteil, den er am neu entstandenen Dokument hat, angeben. Er muss die Anteile der anderen Autoren in der Autorennennung entsprechend anpassen. Er muss sich auch dann aufnehmen, wenn er weniger als 10 Prozent am durch die Bearbeiung entstandenen Dokument hat.

7.2.3. Er muss den in der Autorennennung genannten redigierenden Autor als normalen Autor kennzeichnen.

7.2.4. Er muss seinen Namen in der Autorennennung als redigierenden Autor kennzeichnen (Dies bedingt, dass im maximalen Fall 11 Autoren zu nennen sind: Zehn Autoren und der Lizenznehmer selbst als redigierender Autor), es können aber mehr genannt werden.

7.3. Abschnitt 5.3. gilt entsprechend.

7.4. Bei einer Übersetzung des Dokumentes ist bezüglich des Anteils des Lizenznehmers am modifizierten Dokument ein Anteil von 20% einzusetzen. Bei einer Aufführung des Dokumentes im Rahmen eines Vortrags oder dergleichen ist ein Anteil von 15% einzusetzen, im Rahmen einer Theateraufführung, Verfilmung etc. von 40%. In begründeten Fällen kann von dieser Grundregel abgewichen werden, um bspw. auf Spezifika der Aufführung besser Rücksicht zu nehmen.

8. Recht zum Verbinden von Dokumenten

8.1. Der Lizenznehmer erhält das Recht, mehrere Dokumente, die er nach den Bedingungen dieser Lizenz nutzen darf, miteinander zu verbinden. In diesem Falle entsteht ein Sammeldokument nach 2.3.

8.2. Das Sammeldokument braucht nur einen Hinweis auf diese Lizenz zu enthalten. Die Autorennennungen dürfen zusammengefasst werden, vorausgesetzt, aus der Zusammenfassung ist die vollständige Autorennennung jedes einzelnen Dokumentes ohne technische Hilfsmittel rekonstruierbar. Speziell kann die Autorennennung von den Einzeldokumenten gelöst und in einem Block, bspw. einem Anhang, zusammengefasst werden, vorausgesetzt, die Zuordnung der Autorennennungen zu den jeweilgen Dokumenten bleibt erhalten und es erfolgt ein deutlicher Hinweis auf die zusammengefasste Autorennennung.

8.3. Bearbeitet der Lizenznehmer Dokumente innerhalb des so enstandenen Sammeldokuments, so gelten die Regeln des Absatzes 7 entsprechend.

8.4. Werden dem Sammeldokument neue Inhalte hinzugefügt, die kein selbstständiges Werk sind (beispielsweise verbindende Texte zwischen einzelnen Dokumenten), so stellen diese Inhalte ein neues Dokument dar, für das der Lizenznehmer jedermann die freie Nutzung nach Maßgabe des Abschnittes 11 anbieten muss. Der Lizenznehmer ist verpflichtet, für dieses Dokument eine Autorennennung zu erstellen und sich als redigierender Autor dort einzutragen.

9. Recht zum Trennen von Dokumenten

Der Lizenznehmer erhält das Recht, Dokumente oder Sammeldokumente zu trennen. Trennt er ein Dokument, das unter dieser Lizenz steht, so entstehen zwei Bearbeitungen des Dokuments, für die die Regeln des Abschnittes 7 beachtet werden müssen. Trennt er ein Sammeldokument, so entstehen entweder einzelne Dokumente unter dieser Lizenz (wenn ein einzelnes Dokument unverändert einschließlich seiner Autorennennung ausgliedert wird), Bearbeitungen von Dokumenten (wenn ein einzelnes Dokument einschließlich seiner Autorennennung ausgegliedert und bearbeitet wird), oder Sammeldokumente (sofern mindestens zwei Dokumente ausgegliedert, ggf. bearbeitet und zusammen weitergeben werden).

10. Recht zum Mischen von Dokumenten

Der Lizenznehmer erhält das Recht, Dokumente zu mischen, indem Teile des eines Dokuments A in ein anderes Dokument B übertragen werden. In diesem Fall entsteht eine bearbeitete Version des Dokuments B. In der Autorennennung des Dokuments müssen die Autoren aus A und B gemäß ihrem Anteil an der Modifikation, sowie der Lizenznehmer als redigierenden Autor aufgeführt werden.

11. Copyleft

11.1 Erwirbt der Lizenznehmer durch Bearbeitung oder andere durch diese Lizenz gestattete Nutzung eines Dokumentes oder Sammeldokumentes alleine oder mit anderen ein Urheberrecht, ein verwandtes Schutzrecht (Datenbankherstellerrecht, Leistungsschutzrecht etc.) oder ein Copyright, und nutzt er den so entstandenen Schutzgegenstand nicht ausschließlich persönlich, so darf er ihn nur unter den Bedingungen dieser Lizenz veröffentlichen, weitergeben oder in anderer Form nutzen. Damit macht er nach Maßgabe des Abschnittes 3.1. dieser Lizenz jedermann das zeitlich und räumlich unbeschränkte Angebot, den Schutzgegenstand ebenfalls zu den Bedingungen dieser Lizenz nutzen zu dürfen, was den Schutzgegenstand zu einem Dokument im Sinne 2.2. macht.

11.2. Dies gilt nicht, wenn ein unverändertes Dokument oder Sammeldokument, mit einem oder mehreren anderen, deutlich getrennten selbständigen Werk(en) verbunden oder in eine Datenbank eingefügt wird. Es muss in diesem Fall jedoch deutlich darauf hingewiesen werden, welche Teile im Gesamtwerk Dokumente oder Sammeldokumente sind, die dieser Lizenz unterliegen. Für diese Teile sind alle Maßgaben dieser Lizenz einzuhalten.

11.3. Wer das Werk auf Basis dieser Lizenz nutzt, darf die weitere Nutzung weder untersagen, noch von in der Lizenz nicht genannten Bedingungen abhängig machen, noch technisch oder auf andere Art verhindern, noch für diese weitere Nutzung ein Entgelt erheben. Es ist jedoch gestattet, für Leistungen, die nicht mit dem Einräumen von Nutzungsrechten verbunden sind, ein Entgelt zu verlangen, dazu gehören u. a. das Bereithalten zum Download, die Anfertigung körperlicher Vervielfältigungsstücke etc., die Aufführung des Werkes etc.

11.4. Wer das Werk auf Basis dieser Lizenz nutzt, darf, sofern ihm aus der Nutzung vom Urheberrecht unabhängige Rechtsansprüche zufallen (insbesondere, aber nicht ausschließlich, Ansprüche aus dem Marken- oder Patentrecht), diese nicht verwenden, um die Nutzung des Werkes nach den Lizenzbestimmungen zu unterbinden oder einzuschränken. Jeder solche Versuch führt zum rückwirkenden Erlöschen jeglicher Nutzungsrechte des Lizenznehmers an Dokumenten, die sich aus dieser Lizenz für ihn ergeben hatten.

12. Pflicht zur Zugänglichmachung von digitalen Daten

Sind digitale Daten Teil eines Dokumentes oder hat der Lizenznehmer das Dokument in Form digitaler Daten erhalten, so müssen, wenn das Dokument im Rahmen der Absätze 5 bis 10 genutzt wird, auch diese digitalen Daten zugänglich gemacht werden. Werden während einer Bearbeitung persistente digitale Daten erzeugt, so werden diese automatisch Teil des modifizierten Dokumentes, die digitalen Daten der ursprünglichen Version des Dokumentes fallen aus dem Dokument heraus. Die digitalen Daten dürfen bei einer Nutzung dieses modifizierten Dokumentes zwar nach Maßgabe des Abschnitts 9 aus dem Dokument ausgegliedert werden, müssen jedoch bei Nutzung des Dokumentes öffentlich zugänglich gemacht werden. Digitale Daten gelten als öffentlich zugänglich gemacht, wenn sie auf einem Datenträger übergeben werden, oder auf einem im Dokument oder in der Metainformation des Dokumentes exakt angegebenen, der Öffentlichkeit unbeschränkt zugänglichen Teil eines Datennetzes zum Download bereitgehalten werden, wobei für den Zugang zu diesem Download kein Entgelt erhoben werden darf, und die Daten mindestens drei Monate ab dem Zeitpunkt des In-Verkehr-Bringens des Dokumentes durch den Lizenznehmer abrufbar sein müssen.

13. Haftung und Gewährleistung

Im Rahmen des gesetzlich Zulässigen haftet der Lizenzgeber ausschließlich für vorsätzliche und grob fahrlässige Handlungen, die mit der Gewährung von Rechten aufgrund dieser Lizenz verbunden sind. Haftung und Gewährleistung für andere, nicht auf die Rechteeinräumung bezogene Leistungen bleiben hiervon unberührt. Unter keinen Umständen haftet der Lizenzgeber jedoch für Schäden jedweder Art, die im Zusammenhang mit der Benutzung des Inhaltes eines unter diese Lizenz gestellten Dokumentes oder Sammeldokumentes zu irgendeinem Zweck entstehen können. Dies gilt insbesondere für Schäden aus Handlungen, die von einem Lizenznehmer oder anderen Benutzer aufgrund des Inhaltes vorgenommen werden.

14. Neue Versionen der Lizenz

Erfordern geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, technische Entwicklungen oder andere in der Praxis auftretende Umstände Änderungen an diesem Lizenztext, um die in der Präambel genannten Ziele weiterhin sicher zu erreichen, kann die Lizenz durch die Betreiber der Website www.wikiweise.de aktualisiert werden. Der Lizenzgeber überlässt den Betreibern der Website www.wikiweise.de die Bestimmung der Inhalte der Lizenz, sofern diese den Grundprinzipien der bisherigen Version der Lizenz entsprechen. Eine neue Version der Lizenz wird durch eine eindeutige Nummer gekennzeichnet und erlangt ihre Gültigkeit mit Veröffentlichung auf der Website www.wikiweise.de. Sofern nichts anderes vereinbart ist, gibt der Lizenzgeber sein Angebot zur Nutzung der Inhalte stets zu den Bedingungen der aktuellsten Version dieser Lizenz ab; er kann es stattdessen auch unter den Bedingungen einer speziellen Version der Lizenz abgeben.

15. Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Lizenz unwirksam oder undurchführbar sein oder sich nach Abschluss als solches erweisen, so wird die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. An die Stelle einer solchen Bestimmung tritt diejenige Regelung, die den wirtschaftlichen Zielen der Vertragsparteien, wie sie insbesondere in der Präambel beschrieben sind, und wie sie der Absicht der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung entsprechen, am nächsten kommen. Gleiches gilt für den Fall, dass sich die Lizenz als lückenhaft erweist.

Anhang: Wie unterstelle ich ein Werk der Freien-Wiki-Lizenz?

Um ein Werk nach den Bestimmungen dieser Lizenz zur freien Nutzung durch jedermann zur Verfügung zu stellen, muss entweder schriftlich oder durch die Veröffentlichung in einem technischen System, das die Rechtegewährung unter den Bedingungen dieser Lizenz zur Voraussetzung der Veröffentlichung macht, erklärt werden, dass das Werk unter dieser Lizenz, ggf. auch unter welcher Version der Lizenz, veröffentlicht wird. Damit entsteht das Angebot des Absatzes 3.1 der Lizenz. Zum Werk muss eine Metainformation erstellt werden, die mindestens die Autorennennung sowie den Hinweis enthält, dass für das Werk eine Rechteeinräumung gemäß dieser Lizenz angeboten wird. Die Metainformation kann automatisiert durch ein technisches System erzeugt werden.

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