Christophersen, Thies (* 27. Januar 1918 in Kiel, † 13. Februar 1997 in Molfsee bei Kiel), Landwirt, Holocaustleugner. Auf Christophersen zurück geht der Begriff "Auschwitzlüge", ein Schlagwort der rechtsradikalen Szene, mit dem diese bündig zum Ausdruck bringen will, dass der Holocaust eine Erfindung sei.
In einer 1974 erschienenen Publikation mit dem Titel "Die Auschwitzlüge" bestritt Christophersen die Existenz von Gaskammern in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Er, der während des Zweiten Weltkriegs als "SS-Sonderführer" (so bezeichnete er sich selbst, die Bezeichnung "Sonderführer" gab es im Katalog der SS allerdings gar nicht) in der von dem Konzentrationslager Auschwitz drei Kilometer entfernten Pflanzenschutzanstalt Rajsko eingesetzt gewesen ist, beteuerte in verschiedenen Dokumenten (darunter in eigens für ihn erstellten Videofilmen), er sei zu der Zeit gewissermaßen "vor Ort" gewesen und hätte daher von Misshandlungen oder Tötungen von Häftlingen des Konzentrationslagers wissen müssen, aber ihm sei diesbezüglich nichts aufgefallen. Sein Blatt "Die Bauernschaft", durch das er weiterhin holocaustleugnende Inhalte verbreitete, wurde 1994 beschlagnahmt.
Christophersen, der Mitglied der NPD war und kurzzeitig sogar in der CDU Parteimitglied gewesen ist, pflegte enge Kontakte zu anderen Revisionisten wie Wilhelm Stäglich, Manfred Roeder, Udo Walendy; im Prozess gegen den in Kanada lebenden Ernst Zündel, der wegen Verbreitung holocaustleugnender Propaganda angeklagt war, trat Christophersen als Zeuge der Verteidigung auf.
In mehreren Verfahren u. a. wegen Aufstachelung zum Rassenhass wurde Christophersen zu Haftstrafen verurteilt. Er floh schließlich erst nach Belgien, später hielt er sich 10 Jahre lang in Kollund in Dänemark auf. Dort gründete er den Kollund-Verlag, der revisionistisches Material in alle Welt versandte. In der Zeit ließ er sich in einem Videofilm portraitieren ("Die Gedanken sind frei. Die Auschwitz-Lüge und ihre Folgen") und nutzte dies zur Bekräftigung seiner holocaustleugnenden Behauptungen. Mit dem Holocaustleugner Ernst Zündel verband Christophersen eine enge Zusammenarbeit: In unmittelbarem Zusammenhang mit einem weiteren Film „Die Auschwitz-Lüge und ihre Folgen“, in dem Christophersen von Zündel interviewt wird, produzierten sie einen Ernst Zündel portraitierenden Film „Die Folgen der Auschwitz-Lüge für Ernst Zündel“, in welchem Christophersen umgekehrt Zündel interviewt.
1995 übernahm Ernst Zündel von Kanada aus den Vertrieb der "Bauernschaft", stellte sie aber bereits ein Jahr später endgültig ein. Im selben Jahr übersiedelte Christophersen in die Schweiz, wurde aber 1996 dort ausgewiesen. Er starb am 13. Februar 1997 in Molfsee in der Nähe von Kiel.