Thermometer, Messgerät zur Bestimmung der Temperatur.
Unterschiedliche Funktionsprinzipien stehen zur Realisierung zur Verfügung, die alle auf einer Wärme-Übertragung zwischen zu messendem Objekt und dem T. beruhen. Zu nennen sind die temperaturabhängige Volumenänderung (Ausdehnungsthermometer, Bimetalle) oder Druckänderung (Gasthermometer) von Festkörpern oder Fluiden, die temperaturabhängige Änderung des elektrischen Widerstands bestimmter Materialien (Widerstandsthermometer), der Seebeck-Effekt (Thermoelement), sowie diverse Verfahrung zur Ermittlung der Wärmestrahlung von Objekten, die wiederum auf die Temperatur des Objektes rückschließen lassen.
Historische Entwicklung
Die ersten Thermometer gehen auf ein Thermoskop von Galileo Galilei zurück, der 1592 die Ausdehnung von Luft in einer halb mit Wasser gefüllten Flasche in Abhängigkeit der Temperatur qualitativ untersuchte. Erst später befestigte Galileo einen Zeiger, aber immer noch fehlte eine geeignete Einteilung der Skala. Aufgrund der erkannten Höhenabhängigkeit des Luftdrucks konnte die Luft nicht mehr für den Bau eines Thermometers genutzt werden.
Ferdinand Medici entwickelte in der Zeit um 1660 in Florenz ein Glasthermometer mit destilliertem Alkohol, welches eine Skala mit 50 Einheiten trug. Diese Einteilung wurde übernommen von Sagredo, einem Werkzeugmacher, der schon viele Jahre Galileos Thermometer herstellte. Er entschied sich jedoch analog zur Gradeinteilung des Kreises für 360 Unterteilungen. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Grad als Einheit der Temperatur.
Die Weingeistthermomter arbeiteten aber ungenau und waren untereinander nicht vergleichbar, da die Reinheit der Alkohole unterschiedlich war. Ausserdem gab es keine Fixpunkte, mit der die Skalierung einheitlich für verschiedene Hersteller erfolgen konnte.
Isaac Newton entschied sich 1701, den Nullpunkt auf den Gefrierpunkt von Wasser zu legen und als Thermometerflüssigkeit Leinöl zu verwenden, welches über einen größeren Temperaturbereich als Wasser flüssig blieb.
1702 wurde von Ole RØmer aus Kopenhagen ein Thermometer mit zwei Fixpunkten gebaut und mit Zahlen versehen: Schmelzpunkt von Eis 7,5 und Siedepunkt von Wasser 60. Diese Skala mit zwei Fixpunkten wurde von Gabriel Daniel Fahrenheit, der ihn 1708 besucht hatte, in leicht abgewandelter Form weiterverwendet: Schmelzpunkt Eis 8, Bluttemperatur 24. Später benutzte Fahrenheit Quecksilber und teilte die Skala nun in Abhängigkeit von der Volumenänderung des Quecksilbers ein. Er vervierfachte seine Fixpunktzahlen auf 32 und 96, um eine Vergleichbarkeit mit ähnlichen Thermometern von Newton und Boyle zu ermöglichen.
1741 hatte der Schwede Anders Celsius die Idee, die Skala zwischen Eispunkt des Wassers, 100, und Siedepunkt des Wassers, 0, in 100 Schritte zu teilen. Diese Skala wurde 1750 von Strömer umgedreht, so dass die bis heute verwendete 0° für Eis und 100° für den Siedepunkt des Wassers zum ersten Mal erwähnt wurden.




