Logo

Terrorismus

Artikel #5747, »Terrorismus«, geschrieben von: Ulrich Fuchs (Red.) (100 %)

Terrorismus (franz. terrorisme bzw. lat. terror, der Schrecken), die Einstellung und Verhaltensweise, polit. Ziele durch Gewaltanwendung (Terror) durchzusetzen. Auch wird manchmal die Gesamtheit der Personen, die Terrorakte verüben als T. bezeichnet (der internationale Terrorismus). Die Logik des T. besteht darin, dass durch die Herbeiführung eines Zustandes allgemeiner Angst in der Öffentlichkeit diese, bzw. die Regierung dieser Öffentlichkeit, gezwungen würde, ihr als falsch empfundenes Verhalten zu ändern. Die Gewalt des T. richtet sich somit zwar physisch gegen einzelne Opfer, das eigentliche Angriffsziel des Terrorismus sind jedoch nicht in erster Linie die Opfer selbst, sondern gerade diejenigen, die von einem konkreten Anschlag nicht betroffenen waren: Diese sollen das Gefühl entwickeln, dass auch sie persönl. jederzeit Opfer werden können. Um dies zu vermeiden, so die Logik, würden sie ihr Verhalten in gewünschter Weise ändern.

Anzeigen

Insofern zeichnet den Terroristen die allgemeine Geringschätzung gegenüber menschlichem Leben aus. Denn die (oft wahllos) getroffenen direkten Opfer werden nicht einmal mehr als "notwendiges Übel" betrachtet, um ein Ziel zu erreichen, sondern nur noch als Werkzeug betrachtet, um andere (die nicht direkt betroffenen) anzugreifen.

Von der Intention her kann man im wesentlichen drei Arten von Terrorismus unterscheiden. Die erste zielt auf einen Sturz des bestehenden eigenen Staatsapparates. Hier wären beispielsweise die deutsche Rote Armee Fraktion oder rechtsextremistische Terroristen in Amerika als Beispiel zu nennen. Die zweite Art zielt auf eine "Befreiung" von einer als Besetzung oder Fremdherrschaft empfundenen Regierung und der (zumindest in den Augen der Terroristen) erstmaligen Errichtung eines eigenen Staatsapparates. Die baskische ETA würde beispielsweise in diese Kategorie einzuordnen sein, auch Al-Quaida verfolgt dieses Ziel. Die dritte Kategorie schließlich ist sehr umstritten: Gehen staatliche Armeen oder zuminstest informell staatlich kontollierte paramilitärische Truppen gegen Widerstandsbewegungen mit der oben genannten Methode des Terror vor, vor allem die nicht direkt betroffenen (verhafteten, exekutierten) einzuschüchtern, so spricht man immer häufiger von Staatsterrorismus.

Von Widerstandsbewegungen oder auch hart durchgreifenden Regierungen (im Falle des Staatsterrorismus) unterscheidet sich der Terrorismus nicht in erster Linie durch die Wahl seiner Waffen (zum Beispiel einem Sprengsatz), auch nicht in der damit verbundenen bewussten Tötung möglicherweise unschuldiger Menschen. Der Unterschied liegt eher darin, dass eine Widerstandsbewegung ein Kraftwerk sprengen würde, um beispielsweise einer Kaserne den Strom zu nehmen, eine terroristische Gruppierung jedoch, um zu zeigen, dass sie in der Lage ist, Kraftwerke zu sprengen.

 

Anzeigen

Schaltfläche: Leitseite Schaltfläche: Diskussion Schaltfläche: Quelltext Schaltfläche: Nach Autoren einfärben Schaltfläche: Pdf erzeugen