Stoa (griech. Στοά, Vorhalle), eine der einflussreichsten antiken Philosophieschulen, eröffnet um 300 v. Chr. von Zenon von Kition und – in verschiedenen Varianten weiterentwickelt – bis gegen Ende des 2. Jh. n. Chr. wirksam.
Die Stoiker behandelten insbes. Ethikfragen; Naturphilosophie und Logik schienen ihnen untergeordnet. Grundlage war die Auffassung, dass die materielle Realität das qualitätslos leidende, Gott dagegen das aktiv tätige Prinzip sei, das in allen Naturerscheinungen walte. Ihr Ideal war, das Leben in Übereinstimmung mit der Ordnung der göttlichen Vernunft zu gestalten; d. h. das Schicksal durch Einübung von Selbstbeherrschung zu akzeptieren und mit Gelassenheit und Seelenruhe zur Erkenntnis zu streben. Aus ihrer Lehre von der natürlichen Harmonie folgte das Institut des Naturrechts, das die röm. Rechtsprechung nachhaltig beeinflusste.
Benannt sind die Philosophenschule und die Stoiker nach der »Stoa«, der Säulenhalle in der profanen antiken Architektur. Die langgestreckte Stoa, ein von einer oder mehreren Säulenreihen getragener Bau mit einer Flachdecke war i. d. R. auf einer Längsfront, meistens der Südseite, offen, an den Seiten geschlossen und hatte eine Rückwand. In der Antike des 4.–2. Jh. v. Chr. waren die Stoen zentrale, öffentliche Gebäude an der Agora, dem Marktplatz einer Stadt, schützten Passanten, Besucher, Gaukler und Händler vor den Unbilden des Wetters und waren zudem beliebte Treffpunkte, Wandelhallen und Veranstaltungsorte zugleich. Zenon von Kition nahm in der bemalten Säulenhalle, der »Stoa Poikile«, an der Agora von Athen seine Lehrtätigkeit auf.
Vergleichbare Säulenhallen und -Gänge der Römer und späterer Kunstepochen sind unter der Bezeichnung Kolonnaden bekannt.




