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Serotonin

Artikel #5403, »Serotonin«, geschrieben von: G. Schütte (Red.) (100 %)

Serotonin (chem.: 5-Hydroxytryptamin, Abk.: 5-HT), im Pflanzen- und Tierreich weit verbreitetes biogenes Amin, beim Menschen Vermittler von Entzündungsvorgängen und Neurotransmitter.

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Abbildung: Serotonin-skeletal.png

Struktur von Serotonin

Vorkommen und Synthese

S. kommt im ZNS vor allem im Mittelhirn und im Hypothalamus, in den sog. enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut, in Thrombozyten und in den Granula der basophilen Granulozyten und Mastzellen vor.

S. entsteht aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan durch Hydroxylierung und anschl. Decarboxylierung; ; S. wird durch die Monoaminoxidase und die Aldehydoxidase zu 5-Hydroxyindolessigsäure abgebaut, das Abbauprodukt mit dem Urin ausgeschieden.

Wirkungen

S. führt in den Arteriolen vieler Organe zu einer Verengung dieser Blutgefässe, außerdem steigert es die Pulsfrequenz und verstärkt die Kraft des Herzschlags (positive Chronotropie und Inotropie), aus diesen Gründen wirkt es stark blutdrucksteigernd. (Der Substanzname leitet sich von Serum und Tonus (=Spannung, Druck) ab, weil man ursprünglich dachte, mit S. eine blutdrucksteigernde Substanz des Blutserums entdeckt zu haben.)

Auf die glatte Muskalatur von Magen und Darm, Bronchien und Uterus wirkt S. sowohl anspannend als auch entspannend.

Am ZNS wirkt S. auf die Stimmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Nahrungsaufnahme, die Schmerzwahrnehmung und die Körpertemperatur.

Depression und Serotonin

Bei einigen Formen der Depression wird ein Mangel an S. als ursächlicher Faktor diskutiert. Eine Gruppe von antidepressiven Medikamenten, die sog. Serotoninwiederaufnahme - Hemmer erhöhen die Konzentration von S. im synaptischen Spalt und verbessern dadurch die Stimmung. Die gleiche Wirkung soll auch körperliches Training haben, aus diesem Grunde sind Bewegung und Sport integraler und nebenwirkungsarmer Bestandteil jeder antidepressiven Therapie. Auch ein Mangel an Omega - 3 - Fettsäuren und Vitamin C in der Nahrung soll den S.-Spiegel im Gehirn sinken lassen und eine Depression auslöden können. Neben der Zufuhr dieser essentiellen Nahrungsbestandteile soll auch die Zufuhr komplexer Kohlenhydrate die Konzentration von S. im ZNS ansteigen lassen.

Migräne und Serotonin

Vasoaktive Neuropeptide führen bei der Migräne zu einer Erweiterung der Gehirngefäße, dieser Vorgang löst den typischen Kopfschmerz aus. S. wirkt dagegen gefäßverengend an den Gefäßen des Gehirns, leider sind die körpereigenen Vorräte an S. beim Migräneanfall sehr schnell erschöpft. Die Behandlung mit Serotininagonisten, in erster Linie mit den sog. Triptane ahmt die Wirkung des S. an den Blutgefäßen nach.

Serotonin und LSD

LSD, eine halluzinogene Droge, besitzt eine große chemische Ähnlichkeit mit S. und ahmt im Gehirn die Wirkung von S. nach. Es bindet noch fester als S. an die S.-Rezeptoren und behindert so die Weiterleitung von Nervenimpulsen durch S..

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