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Rous, Peyton

Artikel #3870, »Rous, Peyton«, geschrieben von: G. Schütte (99 %) , Markus Schweiß(Red.) (0 %)

Rous, Francis Peyton (* 5. Okt. 1879 in Baltimore, USA; † 16. Feb. 1970 in New York, USA), amerikanischer Arzt (Pathologe) der 1910 den Nachweis erbrachte, dass Viren bösartige Tumore erzeugen können. Er erhielt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für diese Entdeckung 56 Jahre später, 1966 zusammen mit Charles Brenton Huggins.

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Rous' Vater starb sehr früh, der Getreidehändler hinterließ eine junge Witwe mit drei kleinen Kindern ohne große finanzielle Mittel. Die Mutter stammte aus Texas, sie entschied sich aber, auch nach dem Tod ihres Gatten in Baltimore wohnen zu bleiben um ihren Kindern die best mögliche Ausbildung zu ermöglichen.

R. absolvierte sein Medizinstudium an der Hopkins Medical School in Baltimore. Die Ausbildung des jungen Arztes wurde um ein Jahr unterbrochen weil er sich bei der Arbeit eine Tuberkulose des Fingers, die sich bis in die Achselhöhle ausbreitete, zugezogen hatte. Einige Zeit nach der Abschlussprüfung und nach einigen Monaten Assistenzarztleben zog R. es vor, in die Forschung zu gehen. Zwischenstationen waren das Pathologische Institut der Michigan Universität und ein Jahr Auslandstätigkeit in Dresden, bevor er 1909 eine Stelle am Rockefeller Institut für Medizinische Forschung erhielt. Dort blieb er als Professor bis er im Jahr 1956 an das Sloan-Kettering-Institute für Krebsforschung in New York wechselte.

Er war 87 Jahre alt, zwar seit 1945 emeritiert, aber immer noch in der Forschung tätig, als er 1966 die Nachricht über seinen Nobelpreis erhielt.

Seine bahnbrechende Entdeckung machte R. bereits 1910. Er wollte nachweisen, dass Viren Sarkome - bösartige Tumore des Bindegewebes - bei Hühnern auslösen. Er zerkleinerte dazu Tumormaterial und filterte es anschließend mit den besten zur Verfügung stehenden Filtern, so dass das entstehende Filtrat frei von Zellen war. Verabreichte er diese Lösung anderen Hühnern so entwickelten diese wiederum einen bösartigen Tumor.

Nach Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse versuchte eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, sie an Säugetieren wie z. B. Ratten oder Mäusen zu wiederholen, ohne jeden Erfolg. So entstand die Meinung, dass die Erzeugung von Krebs durch Viren eine Besonderheit des Sarkoms bei Hühnern ist, bei Säugetieren dieser Mechanismus aber nicht in Frage komme.

1932 erschienen Forschungsberichte über die Erzeugung gutartiger Hauttumore bei Kaninchen durch Viren. R. nahm diese Berichte begierig auf und startete eine eigene Versuchsreihe. Er konnte zeigen, dass das Virus Krebs auslöste, wenn es zusammen mit krebserregenden Stoffen in einer Dosis appliziert wurde, die ohne das Virus keinen Krebs erzeugten. Diese Ergebnisse konnten die Fachwelt jedoch immer noch nicht von der Virushypothese bösartiger Erkrankungen überzeugen.

Erst als in den 1950er Jahren Forschungen über Retroviren zeigten, dass Viren in der Lage sind, ihr Erbgut in das Erbgut der Wirtszelle zu integrieren ohne die Zelle dabei abzutöten, flammte das Interesse an den Ergebnissen R.’s wieder auf. Man entdeckte, dass das Rous Sarkom Virus (RSV), wie es jetzt genannt wurde, in der Lage war das Genom der Wirtszelle so zu verändern, dass diese bösartig entartet. In der Folge entdeckte man eine Reihe anderer Viren die auch bei Säugetieren und beim Menschen, Krebs hervorrufen, wie zum Beispiel das Humane Papillomvirus (HPV) oder das Hepatitis – Virus.

Peyton Rous war verheiratet mit Marion Eckford de Kay; sie hatten drei Töchter: Marion, Ellen and Phoebe. Marions Ehemann, Alan Hodgkin war Professor für Biophysik an der Cambridge University und erhielt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin drei Jahre vor seinem Schwiegervater, 1963.

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