Rosenthaleffekt, auch Versuchsleiter-Erwartungseffekt, nach dem amerik. Psychologen Robert Rosenthal benannter Effekt in der Verhaltensforschung, der besagt, dass die Erwartungen des Versuchsleiters (Antizipation des Resultates) die Resultate des Versuches beeinflussen können.
Rosenthal belegte diesen Effekt in einem Laborversuch mit 60 gleichen Ratten und 12 Psychologiestudenten. Den Studenten wurde erklärt, die Hälfte der Ratten sei besonders lernfähig, die andere Hälfte besonders dumm. Sie sollten nun die ihnen (per Zufallsprinzip) zugewiesenen und mit dem Etikett "dumm" oder "intelligent" versehenen Ratten dazu bringen, ihren Weg durch ein Labyrinth zum Futterplatz zu finden. Es stellte sich heraus, dass die für "intelligent" gehaltenen Ratten diese Aufgabe besser meisterten, als die für "dumm" gehaltenen Ratten. Nach fünf Versuchstagen mit jeweils 10 Trainingsläufen befragte Rosenthal die Studenten und stellte fest, dass die sechs Studenten, die davon ausgingen, mit "intelligenten" Ratten zu arbeiten, diese liebevoller und geduldiger behandelten, als die sechs, die mit vermeintlich "dummen" Ratten arbeiteten.
Ein Sonderfall des R.E. ist der Pygmalioneffekt.
Quellen und Literatur
- Ludwig, Peter H.: Pygmalioneffekt in: Rost, Detlef H. (Hrsg.): Handwörterbuch der Pädagogischen Psychologie. 2. Überarbeitete Auflage. Weinheim, Beltz, S. 567-573.
- Rosenthal, Robert and Jacobson, Lenore: Pygmalion in the classroom. Expanded edition. New York, Irvington, 1992.




