Rosen, Georg Gustav von, Herr auf Raiskum und Schönangern (* 1651; † 28. Dez. 1737 Wien), livländ. General.
Der Neffe des franz. Marschalls Conrad von Rosen studierte 1675 in Königsberg und erschoss 1679 in Roop – wohl im Jähzorn – einen Gastwirt. 1681 verwundete er im Duell einen Herrn von Glasenapp schwer und floh ins Ausland. Da er aber in Notwehr gehandelt und den Streit nicht begonnen hätte, wurde er später vom Hofgericht freigesprochen. 1682 bis 1690 wieder in Livland, musste er – wahrscheinl. wieder wegen eines Duells – erneut Frau und Kinder verlassen und sich ins Ausland begeben. 1692 erscheint er als Oberst in dän., 1698 als Generalmajor in kaiserl.-habsburg. Diensten. Schließl. stand er als Generalleutnant unter Zar Peter I. in kaiserl.-russ. Diensten, die er ebenfalls wegen eines Duells mit tödl. Ausgang verlassen musste.
Von seiner zweiten Frau erbte Rosen die eine Hälfte von Mertzdorf im Glogauisch-Neißischen und kaufte seiner Stieftochter 1703 die andere Hälfte ab. 1714 trat er, zum kath. Glauben konvertiert, in ein Theatinerkloster in Wien ein, wo er am 28. Dez. 1737 als Pater Gustavus Rosa starb. Er soll am 31. März 1693 in den Reichsfreiherrenstand erhoben worden sein. Zwar wurde das Diplom nie gefunden, doch wurde der Titel von ihm und seinen Nachkommen immer geführt und nie bestritten.
Aus der ersten Ehe mit einer Baronin von Funcke stammen zwei Söhne, die weitere Nachkommen hatten: Johann Gustav von Rosen (1681–1752), der in der livländ. Ritterschaft die Stelle eines Rats bekleidete, und Otto Fabian (1683–1764). Aus der zweiten Ehe mit, Dorothea Magdalena Leopoldine von Logau († 1701), der Witwe des königl.-schles. Kammerherrn Freiherr von Banner auf Siegskron, stammt eine Tochter, die ins Kloster ging.
Lit.: Genealog. Handbuch der balt. Ritterschaften, Teil 1, 1: Livland. - C.A. Starke: 1929




