Rembrandt, (eigentlich: Rembrandt Harmenszoon van Rijn, der vollständige Name ist oft abgekürzt als Rembrandt Harmensz. van Rijn, * 17. Juli 1606 in Leiden; † 4. Oktober 1669 in Amsterdam), niederländ. Maler des Barock.
Leben
R. war das fünfte von acht Kindern des Müllers Harmen Gerritszoon van Rijn. Während seine Geschwister zu Müllern, Schustern und Bäckern ausgebildet wurden, wurde R. auf eine Lateinschule geschickt. Am 20. Mai 1620 schrieb er sich an der Universität von Leiden ein, zeigte aber keine Neigung zum Studieren und brach das Studium schon nach wenigen Monaten ab. Sein Vater gab schließlich seinem Wunsch nach, Maler werden zu wollen, und gab ihm bei dem Maler Isaac van Swanenburgh in Lehre. Während der dreijährigen Ausbildungszeit lernte R. Jan Lievens, der in Amsterdam bei Pieter Lastman studiert hatte, kennen. Dieser überredete ihn, nach Amsterdam zu gehen und ebenfalls bei Lastman Unterricht zu nehmen. Sechs Monate verweilte der 17-jährige R. dort. Lastmann hatte lange Zeit in Italien verbracht, Caravaggio eingehend studiert und dessen Realismus sowie die malerische Behandlung des Lichts übernommen. Diese Form der Malerei beeindruckte R. und war prägend für seine späteren Werke. 1624 kehrte R. nach Leiden zurück.
Mit Jan Lievens gründete er 1625 gemeinsam eine Werkstatt. Sie arbeiteten oft an den gleichen Motiven, um sich in einem freundschaftlichen Wettstreit zu messen. Im Jahr 1630 starb sein Vater, und im darauffolgenden Jahr ließ sich der Maler in Amsterdam nieder. Amsterdam mit seinen damals 130.000 Einwohnern verfügte in der ersten Hälfte des 17. Jh. über ein hohes Pro-Kopf- Einkommen, was zu einem gehobenen Lebensniveau führte und in dem Wunsch der gehobenen Gesellschaftskreise mündete, sich portraitieren zu lassen. So fand R., der sich als talentierter Portraitmaler erwies, schnell Bewunderer und hatte ein gutes Auskommen. In Amsterdam wohnte R. bei einem Kunsthändler, Hendrick van Uijlenburgh. Dort lernte er dessen Nichte Saskia von Uijlenburgh kennen, die seit dem Tod ihres Vaters dort lebte. R. und Saskia heirateten am 22. Juni 1634.
Drei Kinder des Paars starben kurz nach der Geburt. Neun Monate nach der Geburt des Sohns Titus im Jahr 1641 verstarb Saskia, ein schwerer Schlag für R., der zu dem Zeitpunkt an dem Gemälde »Die Nachtwache« arbeitete. In ihrem Testament hatte Saskia ihren Sohn als alleinigen Erben eingesetzt, aber ihr Mann sollte bis zu seinem Tod die Nutznießung erhalten, sofern er keine zweite Ehe einginge, eine damals übliche Klausel in Testamenten.
1645 lernte Rembrandt die 23-jährige Hendrickje Stoffels kennen, die als Kindermädchen für Titus ins Haus gekommen war. Aus dieser Beziehung ging ein Sohn hervor, der aber im August 1652 starb sowie die Tochter Cornelia (1654). Zunehmend konnte und wollte R. die eigenen künstlerischen Intentionen nicht mehr mit den Repräsentationswünschen des niederländischen Bürgertums in Einklang bringen. Die Bildnisaufträge gingen zurück. 1656 folgte der Bankrott, R. wurde für zahlungsunfähig erklärt und sein Besitz für die Versteigerung beschlagnahmt. Erschwerend kam hinzu, dass Rembrandts finanzieller Ruin mit einer allgemeinen Wirtschaftskrise zusammenfiel. Was im Vermögensverzeichnis an Werten zusammengetragen war, ließ sich nur schwer in bare Münze umsetzen. Gemeinsam mit Hendrickje gründete er 1660 eine Gesellschaft zum Verkauf seiner Bilder und Radierungen. 1662 starb Hendrickje.
Rembrandts letzten Jahre waren gekennzeichnet durch zunehmende Zurückgezogenheit und Vereinsamung. Der Verlust seines Sohnes Titus im Jahr 1668 hatte R. so schwer getroffen, dass er sich davon nicht mehr erholte. Bei seinem Tod war nur noch seine Tochter Cornelia an seiner Seite. Er starb am 4. Oktober 1669 verarmt in Amsterdam und wurde am 8. Oktober in einem unbekannten Grab in der Westerkerk beerdigt.
Werke
Noch Anfang des 20. Jhdts. wurden R. über 600 Ölgemälde zugeschrieben. Erst im Verlauf der Zeit stellte sich heraus, dass diese Zahl wohl zu hoch gegriffen war. Etliche Originale stellten sich als Werke anderer, oft seiner Schüler heraus; hierzu gehört auch das berühmte Bild »Der Mann mit dem Goldhelm«. Heute sind es etwas 300 bis 350 Gemälde, hinter denen man seine Autorenschaft vermutet. Eine Auswahl hieraus:
Amsterdam, Rijksmuseum
- Die Nachtwache (1642)
- De anatomische les van Dr. Deijman / Die Anatomiestunde von Dr. Deijman (1656)
Amsterdam, Six Sammlung
- Bürgermeister Jan Six (1654)
Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum
- Noli me tangere (1651)
Den Haag, Mauritshuis
- Die Anatomie des Dr. Tulp (1632)
London, National Gallery
- Das Fest des Belsazar (1635)
Los Angeles, UCLA Hammer Museum
- Juno (ca. 1665)
Sankt Petersburg, Eremitage
- Flora (1634)
- Das Opfer Abrahams (1635)
- Danae (ca. 1636)
Wasserburg Anholt
- Das Bad der Diana mit Aktäon und Kallisto (1634
Verarbeitung
Rembrandts Leben war Gegenstand von Verfilmungen:
- Unter der Regie von Alexander Korda, mit Charles Laughton in der Hauptrolle, Drehbuch: Carl Zuckmayer und June Heart (1936),
- unter der Regie von Hans Steinhoff, mit Ewald Balser in der Hauptrolle (1942),
- unter der Regie von Charles Matton, mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle (1999).
Portraits von ihm sowie von seiner Frau Saskia sowie Radierungen sind Gegenstand von Abbildungen auf niederländischen Briefmarken gewesen.





