Rationalismus, philosoph. Ansicht, wonach Denken die Hauptquelle (und Prüfstein) von Kenntnis ist, und damit den Gegensatz zum Empirismus bildet. Auf der Basis, dass die Wirklichkeit selbst eine rationale Struktur habe, existieren nach dieser Ansicht Wahrheiten, die der menschliche Geist direkt erfassen kann; dies besonders auf den Gebieten Logik und Mathematik, aber auch in metaphysischen und Ethikfragen. Dementsprechend haben Rationalisten zu allen Zeiten die Deduktion als die überlegene Methode gepriesen und Empirie (und Induktion) als untergeordnet eingestuft.
Ratio als ein »natürl. Licht« gilt für Rationalisten auch als das einzige Mittel gegen esoterische Formen der Erkenntnis, wie Erleuchtung, Offenbarung oder Intuition. Diese Auseinandersetzung begann bereits mit Aristoteles, der die rationalistischen Visionen eines Pamenides und Platon als unbrauchbar ansah und die Erfahrungswissenschaften propagierte, und dauert bis heute fort.




