Perm, bezeichnet innerhalb der Erdgeschichte das letzte, jüngste System (Formation) des Erdaltertums (Paläozoikum). Es erstreckte sich über den Zeitraum von 285-250 Mill. Jahren. Benannt ist diese Periode nach der früheren russischen Provinz Perm westlich des Urals. Unterteilt wird die Permzeit in Oberperm, Mittelperm und Unterperm. Früher wurde das Perm auch als Dyas d. h. die zweigeteilte Zeit benannt, weil es zwei ganz unterschiedliche geologische Schicht-Abschnitte enthält: das sog. Rotliegende und das Zechstein.
Das ältere »Rotliegende« besteht aus rot gefärbten Sanden und Konglomeraten die der variszischen Gebirgsbildung aus der Vorperiode des Erdaltertums, dem »Karbon« entstammen. Das darüberliegende »Zechstein« stammt aus späteren Meeresablagerungen. Das Zechstein-Meer hatte damals weite Teile Mitteleuropas vom Norden her überschwemmt und ist später verdunstet. Aus jener Zeit, etwa ab der Mitte des Perm, stammen unsere mächtigen Gips-, Salz- und Kalilagerstätten. Leitfossilien des Perm sind die Ammonoideen und Foraminiferen.
Das Perm ist die erdgeschichtliche Periode, in welcher sich durch Kontinentalverschiebung / Kontinentaldrift (Plattentektonik) der vom Südpol bis zum Nordpol erstreckende Superkontinent Pangaea gebildet hatte. Dieses zusammengeschobene Gebilde war vom »Panthalassa-Meer« umgeben und eine riesige Bucht, die sog. »Tethys« reichte von Osten bis zum heutigen Mittelmeer. Mitteleuropa mit seinen mächtigen Salzlagern lag im nördlichen Trockengürtel dieser durch stark kontinentales Klima geprägten Festlandmasse.
Die Zeit des Perm war u. a. auch durch eine starke Vereisung der Erd-Südhalbkugel geprägt. Die umwälzenden geologischen, ozeanographischen und klimatischen Veränderungen zusammen haben in ihrer Wechselwirkung wohl dazu beigetragen, dass im Perm ein starkes Aussterben von ganzen Tier- und Pflanzengruppen wie der Trilobiten, der Tetrakorallen, der Stachelhäuter, der Rohrschachtelhalme, Siegelbäume u. a. festgestellt wurde. Am Ende des Perm sind, Schätzungen zufolge, 75–90% der damaligen marinen Arten zugrunde gegangen. Auf dem Land entfalteten sich die ersten Nadelhölzer. Viele altertümliche Lebensformen wurden durch moderner organisierte Gruppen abgelöst. Eine Reihe von Tiergruppen hatte das Festland erobert, darunter die Wirbeltiere mit den Amphibien und Reptilien.
Auf das Perm folgte das Erdmittelalter (Mesozoikum) mit seiner ersten und ältesten Formation der Trias.
Literatur
- Lehmann, Ulrich: Erdgeschichte – Entwicklung des Lebens, Verlag Jaeger & Co., Hannover 1994, ISBN 3-8110-1155-3
- Mundlos, Rudolf: Wunderwelt im Stein – Fossilfunde – Zeugen der Urzeit, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH. Gütersloh, Berlin 1976/A, ISBN 3-570-06027-6




