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Ockhams Rasiermesser

Artikel #5436, »Ockhams Rasiermesser«, geschrieben von: Martin Kühn(Red.) (100 %)

Ockhams Rasiermesser, wiss. Ökonomieprinzip. Es besagt, dass die beste Erklärung für ein Phänomen diejenige ist, die mit den wenigsten Annahmen auskommt, also "am einfachsten" ist. Benannt nach dem engl. Philosophen Wilhelm von Ockham (1285–1349), der zugrunde liegende Gedanke ist jedoch schon länger bekannt und wurde auch von Ockham selbst nicht explizit formuliert.

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Das O. ist ein ästhetisches Prinzip und im weitesten Sinne ein Erfahrungssatz. Es entzieht sich also selbst einer wissenschaftlichen Betrachtung und ist daher keine Theorie o.ä. im wissenschaftstheoretischen Sinn. Mittels O. lassen sich keine Aussagen über die Richtigkeit von Theorien treffen, sondern lediglich über deren Plausibilität.

Ein Beispiel für die Anwendung des O. ist der Vergleich des heliozentrischen mit dem ptolemäischen Weltbild. Zur Beschreibung der Planetenbahnen musste letzteres auf komplexe Bahnformen (vgl. Epizyklen) zurückgreifen, während ersteres mit einfachen Ellipsenbahnen auskommt. Gemäß des O. ist das heliozentrische Weltbild - welches sich letztlich auch als richtig herausstellte - plausibler.

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