Membranophone
Membranophone sind alle Instrumente, bei denen eine Membran in Schwingung gebracht wird, woraus sich der Ton ergibt. In dieser Kategorie zeigt sich im besonderen das Wissen von Hornbostel und Sachs über die so unterschiedlichen Spielweisen von Trommeln im afrikanischen Raum. Sie unterscheiden zwischen:
- Schlagtrommeln
- Zupftrommeln
- Reibtrommeln
- Ansingtrommeln (Mirlitons)
Die Kategorie Schlagtrommel ist in Europa die bekannteste. Bei ihr wird das Trommelfell durch einen Schlag mit einem Schlägel in Schwingung versetzt; Beispiele: Trommel und Pauke. Das Tamburin ist, soweit es mit Schellen am Rand besetzt ist, eines der wenigen Instrumente, das durch seine kombinierte Bauweise die Grenzen zu einer anderen Kategorie überschreitet: Einerseits Fellklinger gehören seine Bestandteile, die Schellen, zu den Idiophonen.
Bei einer Zupftrommel ist unter der Fellmitte eine Saite verknotet; diese wird gezupft und überträgt ihre Schwingungen auf das Fell. Bei den Reibtrommeln wird die Membran durch Friktion in Schwingung versetzt. Bei einer Ansingtrommel (Mirliton) wird die Membran durch Ansprechen oder Ansingen in Schwingung versetzt. Hier gibt die Membran keinen eigenen Ton sondern färbt nur die Stimme. Unter den letzten drei Kategorien finden sich bei Sachs und Hornbostel vornehmlich Instrumente aus Asien bzw. Afrika. Ein (auch) europäisches Beispiel für ein Mirliton haben sie gleichwohl in der Liste untergebracht: Das Ansingen eines Seidenpapiers auf dem Kamm.