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Roeder, Manfred

Artikel #938, »Roeder, Manfred«, geschrieben von: B. Brockhorst(Red.) (99 %) et al.

Roeder, Manfred (* 1929), ehemaliger Rechtsanwalt, Holocaustleugner.

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Roeder wurde in einer Nationalsozialistischen Erziehungsanstalt (Napola) erzogen. Frühzeitig knüpfte er Kontakte zur rechtsextremistischen Szene - auch im Ausland - und zum Ku Klux Klan. Roeders Lebenslauf zieren eine Fülle von Vorstrafen, darunter auch Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung. Er soll Anschläge auf Asylbewerberheime initiiert haben und deshalb von der Bundesanwaltschaft als Terrorist eingestuft worden sein. Als Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung wurde er 1982 zu 13 Jahren Haft verurteilt, aber schon 1990 wegen guter Führung und günstiger Prognose wieder entlassen.

1996 verübte Roeder zusammen mit anderen Rechtsextremisten einen Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung, was ihm eine Verurteilung wegen Sachbeschädigung einbrachte. 1997 wurde durch das Fernsehmagazin "Panorama" bekannt, dass er im Jahr 1995 auf Einladung als Referent bei der Führungsakademie der Bundeswehr aufgetreten ist. Dieser Skandal sowie die Tatsache, dass er bei der Gelegenheit viele Sachmittel aus Bundeswehrbeständen geschenkt bekam, wurde jedoch als einmaliger Vorgang heruntergespielt.

1997 ließ sich Roeder als Direktkandidat der NPD für Stralsund zur anstehenden Bundestagswahl aufstellen und bot sich als "Kanzleralternative 1998" an, blieb aber erfolglos. Stattdessen schlossen sich weitere Gerichtsverfahren wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Beleidigung (u. a. gegenüber dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, sowie gegen Michel Friedman).

Zur damaligen Bundesregierung führte er aus: "Diese Regierung ist entschlossen, Deutschland umzubringen und abzuschaffen. Die wollen nicht den Dreck unterm Fingernagel für Deutschland tun. Im Grunde haben die alle den Tod verdient, als Vaterlandsverräter, alle, wie sie da sind. Darf ich nicht öffentlich sagen und nicht, wenn die Kamera läuft. Aber das wünsche ich ihnen, jeder soll sich das Genick brechen."

Roeder macht sich dafür stark, den deutschen Staat zu stürzen und ein neues "Reich" zu etablieren. Wegen Verunglimpfung des Staates wurde er im September 2004 erneut verurteilt zu 10 Monaten Haft ohne Bewährung. Eine weitere Verurteilung erfolgte im Februar 2005 u. a. weil er die Bundesrepublik als "käuflichen Saustall" bezeichnet hatte. Roeder sitzt derzeit in Haft in der Justizvollzugsanstalt Gießen.

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