Maßwerk, in der got. Architektur abstrakte, mit dem Zirkel aus Kreisen und Kreisbögen konstruierte, gemessene, steinerne Bauornamente, die vorwiegend die Bogenzwickel der spitzbogigen Fenster got. Dome und Kathedralen gliedern und schmücken. Die geometrischen Formen sind mit Namen wie z. B. »Kleeblatt«, »Dreipass», »Vierpass« u. s. w., mit »Schneuß«, oder »Nase« benannt. In der Spätgotik traten auch asymmetrische Elemente wie die sog. »Fischblase«, das flammenförmige frz. Flamboyant hinzu. Sonderformen spätgotischen Maßwerks stellen der strahlenförmige frz. Rayonnantstil sowie der geradlinige sog. Perpendicular style Englands dar.
Mit Ausnahme von Krabben und Kreuzblumen sind alle got. Ornamente Maßwerk, das auch an Emporen, Triforien, Balustraden etc. zu finden ist. Auch Wandflächen im Außenbereich, z. B. an Giebeln, wurden häufig mit aufgesetztem sog. Blendmaßwerk aufgelockert und gegliedert. Rayonnant- und Flamboyant-Zierwerk findet sich vornehmlich in den großen Rad- oder Rosenfenstern über got. Portalen.