Beethoven, Gemälde von Joseph Karl Stieler, 1820
Beethoven, Ludwig van (* Dezember 1770 in Bonn, getauft in der St. Remigiuskirche am 17.12.1770, † 26. März 1827 in Wien); Pianist und Komponist. Seine Vertonung der "Ode an die Freude" von Friedrich Schiller im 4. Satz seiner 9. Sinfonie ("Freude schöner Götterfunken") ist heute die Europäische Hymne.
Beethovens Vorfahren stammen aus Flamen, daher das van vor dem Nachnamen.
Beethoven gilt mit seinem musikalischen Schaffen neben Haydn und Mozart als Hauptrepräsentant der Wiener Klassik. Anders als seine beiden Vorgänger bediente er indessen nicht die zeitgenössischen Erwartungen auf den galanten Stil, dieser eingängigen, keine Ecken und Kanten aufweisenden Kompositionsart, die oftmals als Nebenbei gesellschaftliche Events begleitete. Neun Sinfonien hat er komponiert (und damit deutlich weniger als seine Kollegen der Wiener Klassik), aber jede mit eigener, unverwechselbarer Aussagekraft. Neben der 9., die in ihrem vierten Satz den Chor über die "Ode an die Freude" beinhaltet, sind einem breiterem Publikum bekannt die 5. Sinfonie mit dem berühmtem Schicksalsmotiv im Eingang, die 3.Sinfonie mit dem Beinamen "Eroica" sowie die 6. Sinfonie, die "Pastorale", eine musikalische Aufbereitung von Eindrücken des ländlichen Lebens.
Beethoven war ein zu seiner Zeit hervorragender Pianist (was immer unter dem Aspekt gesehen werden muss, wie weit man zu der Zeit mit der Entwicklung des Klavierbaus gewesen ist). Neben ihm gab es nur noch Johann Nepomuk Hummel, ansonsten war Ödnis in der Landschaft von Klavierspielern, die über die Leichtigkeit der Wiener Mechanik hinaus Stücke mit technischem Anspruch und schwierigen Kombinationen spielen konnten. Beethovens fünf Klavierkonzerte und noch viel deutlicher seine 32 Klaviersonaten zeigen eine musikalische Entwicklung vom jungen Pianisten bis zu dem manche Extreme auskostenden, versierten Komponisten, der äußerlich längst ertaubt, aber innerlich zu hören imstande war.
Eine Oper hat Beethoven geschrieben. Unverheiratet und Frauen gegenüber reserviert geblieben, hat er ein Sujet gewählt, das ihm offenbar am Herzen lag, das Zwischenspiel während des 2. und 3. Satzes der Oper ("Leonoren-Ouvertüre") überarbeitete er wiederholt, womit diese Ouvertüre heute in drei Fassungen vorliegt. Die Oper ist die Geschichte einer Ehe in unverbrüchlicher Liebe: Eine Frau wirft sich in Männerkleidung, um ihren auf verbrecherische Weise staatlich dingfest gemachten Mann zu suchen, und sie ist bereit, sich in höchster Not selbst für ihn zu opfern: "Fidelio".
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