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Kunstgeschichte

Artikel #5978, »Kunstgeschichte«, geschrieben von: Marcel René Kalt(Red.) (100 %)

Geschichte der Kunstgeschichte

Ursprung und 18. Jahrhundert

Ursprünge der Kunstgeschichte sind Künstlerbiografien, Kunstkritik und Künstlertraktate aus der Antike, dem Mittelalter und insbesondere der Renaissance, in der sie zunehmend Verbreitung fanden, u. a. durch Alberti, Da Vinci, Dürer und Ghiberti. Als „Vater der Kunstwissenschaft" gilt jedoch Giorgio Vasari, dessen Lebensbeschreibungen ital. Künstler er zu einem der wichtigsten Quellwerke der ital. Kunst zusammenfasste. Van Mander und von Sandrart folgten Vasaris Beispiel, bevor Johann Joachim Winckelmann als Erster in seiner „Geschichte der Kunst des Altertums" einen historischen Zusammenhang der Kunst herstellte und so den Grundstein für die Kunstgeschichte legte. Weitergeführt wurde dieser u. a. durch Überlegungen von Herder, Goethe und den Gebrüdern Schlegel.

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19. Jahrhundert

Im 19. Jh. nahm das Bewusstsein für Kunstgeschichte zu, weshalb häufiger Sammlertätigkeiten bis hin zur Gründung von Museen erfolgten. Zudem begannen 1844 die Universitäten in Berlin und Wien Lehrstühle für Kunstgeschichte zu errichten. In Wien begründete R. Eitelberger von Edelberg um 1850 die Wiener Schule der Kunstgeschichte, ein Kreis von Kunsthistorikern, dem (später) u. a. A. Riegl, J. von Schlosser, M. Dvorák und H. Sedlmayr angehörten. Der Wiener Professor J. Burckhardt untersuchte 1860 zum ersten Mal Kunst in Zusammenhang mit Kultur, Religion und Staat, in seinem Werk „Die Cultur der Renaissance in Italien". Zur Grundlage einer neuen Auffassung von Kunstbetrachtung führte die von Fiedler erarbeitete „Theorie der einen Sichtbarkeit", im späten 19. Jh.

20. Jahrhundert

Auch im 20. Jh. entwickelte sich die Kunstgeschichte weiter. So sah bspw. Wölfflin die Kunstgeschichte als Geschichte des Sehens, die den Wandel der Kunststile anhand der wechselnden Anschauungsweisen erklären kann. Zudem wurde die Ikonologie und die Ikonografie in den 1920iger und 1930iger Jahren maßgeblich von A. Warburg und E. Panofsky entwickelt, die bis in die späten 1970iger Jahre hinein eine der verbreitesten kunstgeschichtlichen Methoden war. In den 1980er Jahren wich die Ikonologie zunehmend sozialgeschichtliche Analysen in der kunsthistorischen Forschung. U.a. E. Gombrich prägte die Kunstgeschichte durch seine soziologisch und psychologisch-philosophischen Werke. Seit Ende des 20. Jh. geht die Kunstgeschichte auch immer mehr auf die Problemstellung des Kunstbegriffs durch den Geltungsanspruch der visuellen Massenmedien ein.

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