Religion
Die in japan. vorherrschende Religion lässt sich am besten als synkretist. Mischung aus Buddhismus und einem animist. Natur- und Ahnenglauben, dem sog. Shinto bezeichnen. Der im 8. Jh. nach Japan eingeführte Buddhismus assimilierte die lokalen Gottheiten schnell durch ihre Gleichsetzung mit Inkarnationen Buddhas, auch die Ahnenverehrung wird in ähnl. Weise mit dem Buddhismus verschmolzen. Erst im 19. Jh im Zuge der Meji-Restauration wurde versucht, durch die Einführung der Staats-Shinto Buddhismus und Shinto voneinander zu trennen, dies kann jedoch als misslungen gelten.
Der Glaube der meisten Japaner entzieht sich somit strikten Kategorisierungen. Für diesseitsbezogene Gebete wendet man sich i. d. R. an shintoist. Götter, die Seelen der Ahnen oder an vergöttlichte Führungspersonen der japan. Geschichte - die Grenzen sind auch hier fließend.
Führung für die Belange der jenseitigen Welt bietet dagegen der Buddhismus an. Wie im Buddhismus üblich, ist dieser auch in Japan in eine Anzahl größer Strömungen bzw. Schulen geteilt, innerhalb derer wiederum einzelne Sekten unterschiedl. Glaubensauffassungen pflegen. Wichtige Haupt-Schulen sind die im 9. Jh. enstandenen esoterischen Richtungen des Shingon und Tendai, die Kamakura-zeitl. (etwa 12.-14. Jh.) amidist. Schulen des Reinen Landes und des wahren Reinen Landes, die ein jenseitiges Paradies kennen, sowie der ebenfalls Kamakura-zeitl., auf das Lotus-Sutra fokussierte Nichiren-Buddhismus. Daneben enstehen auch heute immer wieder unterschiedl. neue Sekten, die teils mit großem Erfolg Mitglieder werben.
Ein relativ geringer Anteil (ca.1%) der japan. bekennt sich zum christl. Glauben, wobei etwa 450000 Personen der kathol., 750000 den evangel. Kirchen zugerechnet werden. Überaus beliebt sind jedoch Hochzeiten nach christl. Ritus, d. h. auch Anhänger des Shinto-Buddhismus heiraten häufig "äußerlich" christl., jedoch meist nicht in Kirchen, sondern in mit Hochzeitskapellen ausgestatteten Hotels, und nur selten mit einem wirklichen Priester.
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