Induktive Zugsicherung, kurz Indusi, ein System zur Sicherung von Eisenbahnzügen mittels punktförmiger Zugbeeinflussung in Deutschland. Mit Hilfe der induktiven Zugsicherung wird das korrekte Verhalten des Führers einer Lokomotive an einem Signal überprüft. Diese Überprüfung erfolgt in drei Schritten, sobald die Lokomotive an einem Vorsignal mit dem Signalbild »Halt erwarten« oder »Langsame Fahrt erwarten« vorbeifährt:
- Am Vorsignal muss der Lokführer das Erkennen des Signalbegriffes quittieren, in dem er die sogenannte »Wachsamkeitstaste« auf seinem Führerstand betätigt,
- 500 m hinter dem Vorsignal wird überprüft, ob der Lokführer die notwendige Bremsung eingeleitet hat,
- Am Hauptsignal mit dem Signalbegriff »Halt« wird überprüft, ob der Zug tatsächlich zum Stillstand gekommen ist.
Sollte die jeweilige Überprüfung ergeben, dass der Lokführer nicht den Signalbegriffen entsprechend handelt, so wird vier Sekunden später eine Zwangsbremsung des Zuges eingeleitet. Sofern das Vorsignal den Begriff »Fahrt erwarten« anzeigt, wird das System nicht aktiviert.
Die induktive Zugsicherung besteht im wesentlichen aus zwei Teilen:
- einem mit Wechselstrom mit drei Frequenzen von 500, 1000 und 2000 Hertz gespeisten Elektromagneten am Fahrgestell der Lokomotive,
- insgesamt drei Elektromagneten an der Eisenbahnstrecke zwischen Vor- und Hauptsignal, deren Induktivität mit jeweils einer der drei Frequenzen in Resonanz stehen.
Die an der Strecke liegenden Magnete besitzen keinerlei eigene Energieversorgung, ihre Wicklungen können jedoch je nach Stellung der Signale kurzgeschlossen oder offen sein. Passiert die Lokomotive einen kurzgeschlossenen Magneten, so wird im Stromkreis des Magneten auf der Lok ein Spannungsabfall erzeugt, der wiederum ein Relais auslöst mit Eingriff in das Bremssystem des Zuges. Die induktive Zugsicherung funktioniert unabhängig vom Typ der Lokomotive, so wurden in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts sämtliche Dampflokomotiven in beiden deutschen Staaten mit diesem System ausgestattet. Die Grundlagen dazu wurden bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt; die Indusi ist zusammen mit der Sicherheitsfahrschaltung eines der beiden Grundsysteme zur Sicherung eines fahrenden Zuges.
