Umgang mit Kritikern
Der Chemiker Jean-Claude Pressac war ursprünglich mit dem Ziel angetreten, durch eine wissenschaftliche Arbeit zu belegen, dass der Holocaust wie historisch beschrieben nicht stattgefunden haben kann. Mit seiner Untersuchung „Auschwitz: Technique and operation of the gas chambers“ kam er zu dem gegenteiligen Ergebnis und wurde zum heftigsten Kritiker der Holocaustleugnung. Pressac widerlegte nicht nur die Behauptungen Leuchters, Rudolfs und ihrer Epigonen, sondern lieferte darüber hinaus wertvolle zusätzliche Erkenntnisse über die Technik des Massenmordes durch die Nationalsozialisten. In seinem weiteren Buch „Les Crématoires d'Auschwitz“ (Paris 1993; deutsch: „Die Krematorien von Auschwitz“, München 1994) untersuchte er die Funktionsweise der Krematorien ebenso akribisch.
Die Holocaustleugner stemmten sich Pressacs Veröffentlichungen vehement entgegen und versuchten mit zahlreichen Gegenschriften, seine Erkenntnisse und seine Glaubwürdigkeit als Person in Zweifel zu ziehen. Die Bandbreite ihrer Reaktionen reichte von hasserfüllten Drohungen bis hin zur Verfälschung seiner Argumente und Widerlegungen mittels Klitterung.
Ihr Umgang mit Kritik ist im übrigen nicht einheitlich. Eine beliebte Methode besteht darin, kritische Autoren zu vereinahmen und ihre Texte ohne ihr Wissen und ihre Erlaubnis zu verwenden, indem diese sinnentstellend gekürzt und dann zitiert werden. Auch auf diese Weise wird versucht, die Holocaustleugnung als diskussionswürdigen Teil eines "wissenschaftlichen Diskurses" aufzuwerten.