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Hitler, Adolf

Artikel #4191, »Hitler, Adolf«, geschrieben von: G. Schütte (97 %) , B. Brockhorst (Red.) (2 %) et al.

Abbildung: Bundesarchiv Bild 183-S33882, Adolf Hitler retouched.jpg

Adolf Hitler - 1937

Hitler, Adolf (* 20. Apr. 1889 in Braunau am Inn, Österreich, † 30. Apr. 1945 in Berlin), seit 1921 Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Reichskanzler von 1933 bis 1945, seit dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg 1934 auch selbst ernannter "Führer" des deutschen Volkes. Mit seiner unmenschlichen Ideologie ist er verantwortlich für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg, er brachte damit unvergleichliches Leid über die Juden und eine bis dahin unvergleichliche Zerstörung über Europa.

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Kindheit und Jugend

Hitler war das vierte von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und seiner dritten Frau Klara, geb. Pölzel. Außer H. erreichte von den sechs Geschwistern nur seine sieben Jahre jüngere Schwester Paula das Erwachsenenalter. Sein Vater brachte noch einen unehelichen Sohn, Alois, und eine Tochter aus der zweiten Ehe, Angelika, mit in die Ehe.

Sein Vater war ein unehelicher Sohn der Anna Maria Schicklgruber, erst im Alter von 40 Jahren hatte er seinen Namen auf Hitler ändern lassen.

Die Familie zog oft um, den größten Teil seiner Kindheit verbrachte er in der Gegend von Linz. 1903 verstarb sein Vater, den H. später als sehr autoritär beschrieb.

Nach recht guten Leistungen in der Grundschule musste Hitler schon das erste Schuljahr der Realschule wiederholen, 1905 schließlich ohne Abschluss abgehen. Von 1905 bis 1907 lebte H. ohne irgendeine Tätigkeit in Linz von der Unterstützung seiner Mutter. Im Sept. 1907 ging er nach Wien, um Kunstmaler zu werden, scheiterte aber zweimal an der Aufnahmeprüfung für die Allgemeine Malschule an der Akademie der Bildenden Künste.

Nach dem Tod seiner Mutter lebte er in Wien von seiner Waisenrente und dem Malen von Postkarten. H. wurde von Zeitgenossen aus der damaligen Zeit als sehr schüchtern, verschlossen und einzelgängerisch beschrieben. Er kam in Wien in Kontakt mit antisemitischer und antidemokratischer Propaganda, die Stadt wurde zu dieser Zeit von dem antisemitischen Bürgermeister Dr. Carl Lueger regiert. Ob sich allerdings seine Ideologie dort oder erst später bildete, ist unbekannt. Hitler selbst hat sich zeitlebens über die Quellen ausgeschwiegen.

1913 zog er nach München um. Die österreichischen Behörden stöberten ihn dort auf, er musste im Februar 1914 zur Musterung zurückkehren, wurde aber wegen mangelnder körperlicher Kraft als untauglich für den Wehrdienst befunden.

Sofort mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Hitler freiwillig zum Kriegsdienst und wurde Meldegänger beim Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 16. Er wurde zweimal verwundet, einmal war es eine Schussverletzung am Bein, das andere Mal die Folge eines Gasangriffs. Er kam nicht über den Rang eines Gefreiten hinaus, erhielt aber - was bei diesem Dienstgrad selten war - für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse verliehen. Der junge Soldat erlebte das Ende des Ersten Weltkriegs blind im Lazarett, möglicherweise eine Folge des Giftgases, vielleicht aber auch eine hysterische Reaktion auf die Niederlage.

Hitlers Anfänge in der NSDAP

Nach Ende des Krieges blieb Hitler bei der Reichswehr, er wurde Propagandaredner und politischer Agent. In dieser Funktion trat er 1919 in die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) ein. Dort entdeckte er sein Talent, Menschen durch das Ansprechen ihrer Gefühle zu überzeugen. Seine Themen waren der Versailler Vertrag und die Weimarer Republik. Beiden gab er die Schuld an Not und Elend der Deutschen. Dieses fiel in den Krisenjahren direkt nach dem Ersten Weltkrieg von 1919 bis 1924 und in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise 1929 auf fruchtbaren Boden in der deutschen Bevölkerung.

Am 21. Juli 1921 wurde Hitler Vorsitzender der NSDAP. Er war als Propagandist mittlerweile fast unverzichtbar für die Partei geworden, mit der Androhung seines Austritts schaffte er sich weitgehende Vollmachten.

Hitlerputsch

Im Sept. 1923 gründet H. zusammen mit dem General a.D. Erich Ludendorff, seiner Sturmabteilung (SA) und anderen rechtsradikalen bewaffneten Gruppierungen den Deutschen Kampfbund. Hitler plante den gewaltsamen Sturz der Reichsregierung in Berlin. Ähnliche Pläne hegte der bayerische Ministerpräsident Gustav Ritter von Kahr. Hitler befürchtete zu Recht, dass Kahr ihn ausbooten wollte und er und seine SA beim Marsch auf Berlin nicht dabei sein würden. Hastig rief er am 8. Nov. 1923 die Revolution aus. Ein von ihm und Ludendorff am nächsten Morgen organisierter Marsch endete im Kugelhagel der bayerischen Polizei an der Münchener Feldherrnhalle. 4 Polizisten und 14 Demonstranten starben.

Im anschließenden Prozess im Februar 1924 erhielt Hitler reichlich Redezeit, um seine politischen Ansichten publikumswirksam zu vertreten. Die Strafe war mit 5 Jahren Festungshaft außerordentlich milde. NSDAP, SA und Völkischer Beobachter wurden verboten, er durfte nicht mehr auf öffentlichen Versammlungen reden. H. hatte außerordentlich gute Haftbedingungen in Landsberg am Lech und kam schon im Dez. 1924 wieder frei. Obwohl Hitler österreichischer Staatsbürger war, wurde der verurteilte Hochverräter nicht ausgewiesen.

Mein Kampf

In der Haft diktierte er seinem Sekretär Rudolf Heß den ersten Teil seines Buchs "Mein Kampf", das sowohl autobiografische als auch programmatische Züge aufwies. Der erste Band erschien im Juli 1925, der zweite wurde nach der vorzeitigen Haftentlassung verfasst und erschien im Dezember 1926. Antibolschewismus, radikaler Antisemitismus, Ablehnung der Demokratie zugunsten des Führerstaats und die Schaffung von Lebensraum im Osten für das Volk ohne Raum waren die wichtigsten Punkte.

Hitlers Aufstieg

Am 26.Febr. 1925 wurde die NSDAP bereits wieder gegründet. Hitler baute seine Führungsposition weiter aus, durfte aber bis Ende 1927 keine öffentlichen Reden halten. Er war mittlerweile zum Berufspolitiker geworden und bezog aus dieser Stellung seit seiner Haftentlassung ein regelmäßiges Einkommen, das noch durch die Einkünfte aus journalistischer Tätigkeit für nationalistische Zeitungen aufgebessert wurde.

Zusammen mit seiner Halbschwester Angela Rauball und ihren beiden Töchtern verbrachte er auch damals schon viel Zeit auf dem Obersalzberg bei Berchtesgarden. In eine der beiden Töchter, Geli (Angelika), soll sich der Onkel verliebt haben. Geli beging 1931 Selbstmord. Ob es wirklich Selbstmord war und ob dieser etwas mit der Beziehung zu ihrem Onkel zu tun hatte, blieb letztlich ungeklärt.

Hitler war anfangs untröstlich, verliebte sich aber schon bald wieder in Eva Braun, eine Münchener Verkäuferin mit nahezu unbegrenzter Loyalität zu ihrem Führer und Geliebten. Eine Heirat kam für H. vorerst nicht in Frage, er befürchtete, dies werde seine Karriere behindern.

Die Mitgliederzahl der NSDAP wuchs nur langsam; 1928 konnte sie in der Reichtagswahl nur 2,8 % der Stimmen verbuchen. Der Grund war zum einen die wirtschaftliche Stabilität der Jahre 1924 bis 1928, zum anderen kam die Demokratie auch dadurch zu neuem Ansehen, dass die demokratischen Politiker erhebliche Minderungen der unsinnig hohen Reparationszahlungen erreichten.

Die Situation änderte sich dramatisch mit der Weltwirtschaftskrise 1929. H. und der deutschnationale "Pressezar" Alfred Hugenberg kamen sich näher: NSDAP und Deutschnationale Volkspartei (DNVP) veranstalteten 1929 ein gemeinsames Volksbegehren gegen den Young-Plan, der eine endgültige und für Deutschland nicht einmal ungünstige Regelung der Reparationsfrage vorsah. Das Volksbegehren scheiterte, aber H. wurde allen Deutschen bekannt. Durch die Zusammenarbeit mit Hugenberg hatte er eine gewisse Reputation auch in den vermögenden Kreisen der Industriellen und des Geldadels erreicht, die Parteispenden flossen nun reichlicher. Die Unterstützung durch die Hugenbergschen Presserzeugnisse kamen hinzu. Am 14. Sept. 1930 errang die NSDAP bereits 18,2 % der Stimmen bei den Wahlen zum Reichstag.

Die Harzburger Front zwischen NSDAP, DNVP und weiteren rechtsgerichteten Gruppen war ein weiterer Schritt, Hitlers Ansehen zu steigern.

Bei den Wahlen zum Reichspräsidenten im März 1932 unterlag er zwar dem Amtsinhaber Paul von Hindenburg. Hitler, der erst im Feb. 1932 deutscher Staatsbürger und damit wählbar geworden war, errang aber mit 30 und 36 % der Stimmen im ersten und zweiten Wahlgang ein beachtliches Ergebnis.

Am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP bei den Reichtagswahlen mit 37,4 % zur stärksten Fraktion. H. wollte sich nur als Kanzler an der Regierung beteiligen, da dies nicht erreichbar war, blieb seine Partei in der Opposition. Bei den nächsten Wahlen am 6 Nov. 1932 verlor die NSDAP 4 %, blieb aber stärkste Fraktion.

Am 30. Jan. 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler auf Betreiben des bisherigen Kanzlers Franz von Papen zum neuen Reichskanzler.

Aufbau der Diktatur

In der neuen Regierung vom Januar 1933 waren neben Hitler als Kanzler nur noch Wilhelm Frick als Innenminister und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich Nationalsozialisten, die anderen acht Minister waren deutschnational oder parteilos konservativ, Vizekanzler wurde von Papen.

Zügig arbeitete er nun daran, seine Diktatur zu errichten. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Feb. 1933 veranlasste er den Präsidenten Hindenburg, die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat zu erlassen, mit dieser Notverordnung gem. § 48 der Weimarer Verfassung wurden fast alle Grundrechte vorübergehend außer Kraft gesetzt.

Hitler ließ sofort Kommunisten, Sozialdemokraten und andere linke Oppositionelle verhaften, die SA begann wilde Konzentrationslager zu errichten. Die Reichstagswahl, die am 5. März 1933 abgehalten wurde, war nicht mehr frei; statt der von H. erhofften absoluten Mehrheit erbrachte sie lediglich 43,9 % Stimmen für die NSDAP.

Am 23. März 1933 stimmte der deutsche Reichstag mit der erforderlichen 2/3 Mehrheit dem Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich zu, einem Ermächtigungsgesetz, das die gesetzgebende Gewalt vom Parlament auf die Regierung übertrug. Ermächtigungsgesetze waren nichts neues in der Weimarer Republik, bereits in der krisenhaften Zeit von 1919 bis 1924 wurde mehrfach mit diesem Instrument regiert. H. benutzte dieses Verfahren allerdings dazu, um die parlamentarische Demokratie abzuschaffen. Die Sozialdemokraten lehnten das Gesetz auch im Reichstag ab, die Abgeordneten der Zentrumspartei, der DNVP und natürlich der NSDAP stimmten ihm zu.

In den nächsten drei Monaten verschwanden alle anderen Parteien mit Ausnahme der NSDAP, entweder wurden sie wie die SPD oder KPD verboten oder sie lösten sich auf. Gewerkschaften wurden mit Arbeitgeberorganisationen zusammengelegt und verloren ihre Unabhängigkeit. Die Länderregierungen wurden abgeschafft.

Danach schaltete Hitler die innerparteiliche Opposition im sog. Röhm-Putsch am 30. Juni 1934 aus. Ermordet wurden in erster Linie Angehörige der SS, darunter ihr Führer Ernst Röhm, aber auch z. B. der frühere Kanzler Kurt von Schleicher.

Am 2. August 1934 starb der Reichspräsident Paul von Hindenburg. Hitlers Kabinett beschloss ein Gesetz, dass die Präsidentenschaft für ruhend erklärte und die Funktionen des Amtes auf den Führer übertrug. In einer Volksabstimmung Mitte August stimmten angeblich 90 % der Deutschen zu.

Nunmehr hatte Hitler sein erstes Ziel erreicht: Er war auf scheinbar legale Weise Diktator geworden.

Nach der Machtergreifung

Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 beraubten die Juden ihrer staatsbürgerlichen Rechte, unter anderem wurde die Eheschließung von Juden und Nichtjuden verboten, außereheliche sexuelle Beziehungen konnten jetzt als Rassenschande verfolgt werden. Die Reichsprogromnachtam 9. November 1938, inszeniert von Joseph Goebbels, war eine weitere Steigerung der Judenverfolgung. Die Ankündigung in seiner Reichtagsrede vom 30. Jan. 1939, in der Hitler die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa im Kriegsfall ankündigte, wurde auch prompt umgesetzt, zuletzt ab 1942 mit dem millionenfachen "industriellen" Mord in den Vernichtungslagern.

Neben vielen anderen Faktoren konnte sein Erfolg auf das Elend der großen Massenarbeitslosigkeit infolge der Weltwirtschaftskrise zurückgeführt werden. Die Arbeitslosenzahlen gingen unter seiner Diktatur auch schnell zurück. Die Gründe hierfür waren vielfältig, Hitler reklamierte den Verdienst aber ausschließlich für sich. Der erste Grund war schlicht der allgemeine weltweite wirtschaftliche Aufschwung, von dem auch das Deutsche Reich profitierte. Nach Ansicht des "Führers" gehörte die Frau an den heimischen Herd, sie sollte ihm Kinder gebären und aufziehen und nicht arbeiten: Die Berufstätigkeit der Frauen ging unter H. zurück, arbeitslose Männer konnten die frei werdenden Posten übernehmen. Die gewaltige Aufrüstung des Dritten Reichs war in erster Linie auf Kredit gegründet. Sie führte zu neuen Arbeitsplätzen in der Industrie. Wäre 1939 der Krieg nicht ausgebrochen, wäre der Staatsbankrott verbunden mit einer verheerenden Inflation die Folge der unverantwortlichen, zum Teil geheim gehaltenen Staatsverschuldung gewesen. So konnte der Staat seine Schulden zum Teil durch Raub an den unterworfenen Völkern ausgleichen. Auch der Ausbau der Infrastruktur (Autobahnen, Eisenbahnen, Flughäfen) gehörte unmittelbar zur Aufrüstung und war keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des "Führers".

In der Außenpolitik strebte H. zunächst die Revision der Versailler Verträge an. Er nutzte alle Arten von Propaganda, um das Ausland zu beruhigen. Er stellte sich als das Bollwerk gegen den Bolschewismus dar, er spielte den Friedensengel, der lediglich einige Ungerechtigkeiten des letzten Friedensvertrages korrigieren wolle.

Im Okt. 1933 trat Hitlerdeutschland aus dem Völkerbund aus. Im Jan. 1934 unterzeichnete es einen Nichtangriffspakt mit Polen.

Im Juli 1934 töteten österreichische Nationalsozialisten den Kanzler Engelbert Dollfuß; dies sollte der Anfang eines Umsturzes sein. Obwohl H. den Aufrührern zuvor Unterstützung gewährt hatte, stritt er alles ab, nachdem der Putsch niedergeschlagen war.

Das Saarland kehrte nach einer Volksabstimmung im Januar 1935 zurück ins Deutsche Reich.

Die Erhöhung des Wehretats im März 1933, die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes im März 1936 stellten klare Brüche des Friedensvertrages von 1919 dar, die Siegermächte schwiegen. H. plante Anfang 1936, die deutsche Wirtschaft und Armee in 4 Jahren auf einen Krieg vorzubereiten. Die Unterstützung Francos im spanischen Bürgerkrieg 1936 durch die Legion Condor war eine willkommene Übung für die Luftwaffe.

Der Reichskriegsminister Werner von Blomberg und der Oberbefehlshaber des Heeres Werner von Fritsch wurden Anfang 1938 unter Vorwänden entlassen, weil sie die Wehrmacht noch nicht für fähig hielten, Europa zu erobern. Das Kriegsministerium wurde abgeschafft und durch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) ersetzt, H. übernahm selbst den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht.

Der Anschluss Österreichs am 12. März 1938 und des Sudetenlandes am 29. Sept. 1938 entsprechend dem Münchener Abkommen geschah entgegen H.'s Erwartung dank der Appeasement- Politik der Westmächte, allen voran Englands, ohne jede Kriegsdrohung.

Auch als Hitler am 15. März 1939 das Münchener Abkommen wiederum brach und Böhmen und Mähren zum Reichsprotektorat erklärte, kam er ungestraft davon. Es folgte am 22. Mai 1939 der Stahlpakt mit Mussolini und am 23. Aug. 1939 der Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, bevor H. am 1. Sept. 1939 Polen überfiel. Diesmal glaubte ihm in Frankreich und England niemand mehr, beide Länder erklärten den Krieg, der Zweite Weltkrieg hatte begonnen.

Der Zweite Weltkrieg

Der Blitzkrieg gegen Polen war genau so erfolgreich wie die nachfolgenden gegen Dänemark, Norwegen, Belgien, Frankreich und die Niederlande. Im Jahre 1940 war das Deutsche Reich das mächtigste Land in Europa. Die deutsche Bevölkerung und auch die zuvor teilweise kritisch eingestellte Generalität der Wehrmacht stand jetzt ganz überwiegend hinter ihrem "Führer".

Jetzt fühlte Hitler sich stark genug, um den letzten Teil des Programms auszuführen, den er zuvor schon in Mein Kampf aufgeführt hatte: Den Vernichtungsfeldzug gegen die Juden und andere unerwünschte Minderheiten wie Roma, Sinti und Homosexuelle sowie die Unterwerfung der minderwertigen slawischen "Rasse", damit das arische "Herrenvolk" den dringend benötigten Raum im Osten erhielt.

Von der Führung der Wehrmacht protestierte niemand, als er am 22. Juni 1941 den Befehl zum Angriff auf die Sowjetunion erteilte. Bereits am 13. März 1941 hatte H. die Aufstellung von Einsatzgruppen befohlen, die im Osten mit der Vernichtung der Juden beginnen sollten. Der Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 befahl die Liquidierung der politischen Kommissare in der SU.

Am 11. Dez. 1941 erklärt Hitler Amerika den Krieg, nachdem Japan Pearl Harbor angegriffen und postwendend die Kriegserklärung der USA erhalten hatte. Als der deutsche Angriff vor Moskau ins Stocken geriet, übernimmt H. selbst am 19. Dez. 1941 auch noch das Oberkommando des Heeres.

Hitler beschäftigte sich nicht gerne mit Details, er war in der Lage, Aufgaben zu delegieren. Er sorgte dafür, dass untergeordnete Dienststellen mit glühenden Verehrern besetzt waren, ihre Geschäftsbereiche überschnitten sich und er blieb wegen der resultierenden Machtkämpfe unumschränkter Diktator.

Spätestens nach der Niederlage in Stalingrad im Februar 1943 war jedem klar, dass der Krieg verloren war. Hitler ließ sich nicht davon abbringen, ihn mit unveränderter Härte weiter zu führen. Insbesondere die Vernichtung der Juden wurde in keinster Weise eingeschränkt.

Eine Reihe von Attentaten wurde gegen Hitler 1943 und 1944, meist von Führungskräften der Wehrmacht im Angesicht der Niederlage geplant und durchgeführt. Der bekannteste davon war der vom 20. Juli 1944; Hitler ging nur leicht verletzt daraus hervor. Die Folge war die endgültige "Säuberung" der Wehrmachtsführung, alle Schlüsselpositionen wurden nun mit linientreuen Parteigenossen besetzt.

Der Untergang, die Befreiung

Seit Jan. 1945 verließ Hitler die Reichskanzlei und den darunter gelegenen Führerbunker nicht mehr. Er litt unter zunehmenden Erschöpfungszuständen, in den letzten Filmaufnahmen aus dem Jahre 1945 sind deutliche Anzeichen eines Parkinsonsyndroms zu erkennen. Zu keinem Zeitpunkt ergaben sich jedoch Anzeichen einer Demenz oder nachlassender Kontrolle in Führungsangelegenheiten.

Im März 1945 war er zu der Erkenntnis gelangt, dass die slawische Rasse der arischen überlegen sei, weil sie offensichtlich gesiegt habe. Befehle zur Zerstörung der Infrastruktur und lebenswichtiger Produktionsstätten wurden im allgemeinen Durcheinander boykottiert.

Am 28. April 1945 um Mitternacht heiratete Hitler Eva Braun. Sofort danach diktierte er sein politisches Testament. Darin bestimmte er Großadmiral Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als Reichspräsident, Joseph Goebbels sollte Reichskanzler werden. Er ermahnte die Deutschen, die Verfolgung der Juden nicht zu vergessen.

Am 30. April erschoss sich Hitler nachdem er kurz zuvor Gift genommen hatte, seine Frau nahm Gift. Die Leichen wurden teilweise verbrannt und vor dem Führerbunker vergraben. Die Rote Armee fand die Leichen und konnte sie (u. a. anhand des Zahnstatus) identifizieren.

General Schukow meldete am 1. Mai 1945 nach Moskau: Am 30. April um 15.50 Uhr Berliner Zeit setzte Hitler durch Selbstmord seinem Leben ein Ende. Stalin antwortete nach Schukows Erinnerungen: Hat der Lump verspielt. Schade, dass wir ihn nicht lebend erwischt haben.

 

 

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