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Herder, Johann Gottfried von

Artikel #7710, »Herder, Johann Gottfried von«, geschrieben von: A Bickel(Red.) (99 %) et al.

Abbildung: Herder_sw.jpg

J. G. Herder, nach einem Ölgemälde von A. Graff

Herder, Johann Gottfried (* 25. Aug. 1744 in Morag (fr. Mohrungen), Ostpreußen; † 18. Dez. 1803 in Weimar; seit 1802 von H.), dt. Theologe, Schriftsteller und Geschichts- und Kultur-Philosoph; er bildete zusammen mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller das klassische »Viergestirn« von Weimar.

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Herder pflegte neben einem Theologiestudium ein extensives Studium Generale. Er wandte sich bald der Sprachforschung im weitesten Sinne (Sprachphilosophie) zu und propagierte die Hinwendung zum Mittelalter und seiner Volksdichtung. Seine Bekanntschaft mit dem jungen Goethe hatte weitreichende Folgen für dessen Entwicklung; aus dem Geist des Widerspruchs gegen flaches Aufklärerdenken entstand eine stürmische Bewegung, die eine aus dem Leben gegriffene Dichtung wollte. Doch wurde bald aus dem Stürmer und Dränger in Weimar (ab 1776) der verständnisvolle Übersetzer altorientalischer Werke, der »Prediger der Humanität«, der erstmals eine Morphologie der kulturellen Entwicklung erarbeitete. Seine späten Jahre waren von Reizbarkeit und Krankheiten verdüstert. Er erlebte nicht mehr, welchen Einfluss er auf die folgenden Generationen hatte, auch wenn sie ihn missverstanden und kritisierten. Seine Schriften beeinflussten die deutsche Klassik und Romantik ganz entscheidend und waren Pionierliestungen der deutschen Sprach- und Geschichtswissenschaft.

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