Christian Hülsmeyer (* 25. Dez. 1881 in Eydelstedt, Niedersachsen; † 31. Jan. 1957 in Ahrweiler), deutscher Ingenieur und Unternehmer, Erfinder des Radarverfahrens.
Christian Hülsmeyer, jüngstes von fünf Kindern von Johann Heinrich Ernst Hülsmeyer und Elisabeth Wilhelmine Hülsmeyer (geborene Brenning), wurde am 25. Dez. 1881 in Eydelstedt (Barnstorf) geboren. Er besuchte die Volksschule und begann seine Berufsausbildung 1898 auf einem Lehrerseminar in Bremen. Hülsmeyer interessierte sich für Physik, besonders für die Forschungen von Heinrich Hertz über elektromagnetische Wellen. Ein verständnisvoller Physiklehrer gestattete ihm die Benutzung des schuleigenen Labors für seine Versuche mit Spiegelungen von elektromagnetischen Wellen. Ein unter schlechten Witterungs- und Sichtverhältnissen geschehenes Schiffsunglück auf der Weser, bei dem ein junger Mann aus Hülsmeyers Umgebung ums Leben kam, erinnerte ihn in an seine Ideen aus dem Schullabor, die Reflexion elektromagnetischer Wellen an metallischen Gegenständen zur Warnung vor Hindernissen auf dem Kurs eines Schiffes einzusetzen.
Der Beruf eines Lehrers erschien ihm zu langweilig so dass er sich entschloss, gegen den Willen der Eltern das Seminar schon nach einem Jahr zu verlassen und eine Lehrstelle bei der damaligen Firma Siemens & Schukkert in Bremen anzunehmen. Dort beschäftigte er sich mit der elektrischen Ausrüstung von Schiffen und entwickelte seine Idee weiter. Später verließ er auch diese Firma und zog 1902 nach Düsseldorf, wo er die Arbeiten an dem Gerät vollendete. In dem Kölner Kaufmann Heinrich Mannheim, der in dieses Projekt 5000 Goldmark investierte, fand er einen Geldgeber zur Gründung einer gemeinsamen Firma „Telemobiloskop-Gesellschaft Hülsmeyer & Mannheim” in Köln. Somit bekam seine Erfindung auch einen Namen, den man mit „Fernbewegungsanzeiger” übersetzen könnte.
Am 17. Mai 1904 führte er auf dem Hof des Kölner Domhotels seine Erfindung erstmalig vor. Am Tag darauf fand eine noch eindrucksvollere, öffentliche Präsentation an der Hohenzollernbrücke am Rhein statt. Das Telemobiloskop war mit seinen Antennen auf den Fahrweg der Schiffe gerichtet und meldete durch die Aktivierung einer Klingel zuverlässig jedes vorbeifahrende Schiff.
Trotz erfolgreicher Demonstrationen auch auf einem internationalen Schifffahrtskongress der Holland-Amerika-Linie am 10.6.1904 in Rotterdam, bei dem das Telemobiloskop auf einem Schiff zum Einsatz kam und bei dem Entfernungen von etwa 3 km erreicht wurden, fand Christian Hülsmeyer keine Unterstützung bei potentiellen Anwendern seiner Erfindung. Seine Ideen eilten seiner Zeit um ein Vierteljahrhundert voraus. Im Jahr 1905 beendete er alle Arbeiten an dem Telemobiloskop und wandte sich anderen Themen zu, die wirtschaftlich erfolgversprechender schienen. Im Laufe seines Lebens machte er 180 Erfindungen, die im In- und Ausland patentiert wurden.
Die Erfindung geriet in Vergessenheit, erst 1934 wurde das Verfahren durch Rudolph Kühnold in Deutschland und 1935 durch Robert Watson-Watt in England wiederentdeckt. An der Weiterentwicklung der Radartechnik hatte Christian Hülsmeyer keinen Anteil mehr. Seine Leistung bleibt ungeschmälert, auch wenn seine Anstrengungen zum praktischen Einsatz seiner Erfindung vergeblich gewesen sind. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Christian Hülsmeyer zahlreiche Ehrungen, so auch vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer.
Hülsmeyer verstarb am 31. Januar 1957 in Ahrweiler und wurde auf dem Nordfriedhof von Düsseldorf am Rhein begraben. Er hinterließ einige bei seinen Versuchen benutzte Apparate aus den Anfängen der Funktelegrafie.