Gürtelrose (syn: Herpes zoster oder nur Zoster), eine Infektionskrankheit von Haut und Nerven durch den Varicella Zoster Virus, die als Zweiterkrankung nach den Windpocken in jedem Lebensalter, gehäuft nach dem 50. Lebensjahr, auftritt und mit einem Hautausschlag sowie Schmerzen verbunden ist.
Erreger
Der Varicella Zoster Virus (VZV) gehört zu den Herpesviren, er ist Erreger der Windpocken und der Gürtelrose. Nach überstandener Windpockenerkrankung „überwintert“ der VZV in Nervenzellen, speziell solchen, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind (sensible Ganglien). In der Regel dauert es mehrere Jahrzehnte, bis der Virus reaktiviert wird.
Krankheitsbild
Die Erkrankung beginnt in 80 % der Fälle mit uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In diesem Stadium treten oft heftige Schmerzen im befallenen Bereich auf, was häufig zu Fehldiagnosen wie Herzinfarkt führt, da noch kein Hautausschlag zu sehen ist. Die Diagnose wird offensichtlich, wenn sich zunächst rote Flecken und dann in Gruppen stehende Bläschen entwickeln. Typischerweise tritt der Ausschlag immer nur auf einer Hälfte des Körpers auf und überschreitet die Mittellinie nicht, entsprechend dem Verlauf des entsprechenden Nervens. Die Bläschen fließen zusammen und trocknen schließlich mit Bildung von Krusten aus. Im Gegensatz zu den Windpocken entwickeln sich die Hauterscheinungen synchron, das Bild ist einförmig und zeigt nicht das typische Nebeneinander der Windpocken – Sternenkarte. Normalerweise hält der Hautausschlag zwei bis drei Wochen an, bei abwehrgeschwächten Patienten kann er monatelang immer wieder aufbrechen. Es können alle Bereiche des Körpers betroffen sein, aber bei zwei Dritteln der Zosterpatienten ist es der Brustkorb und der Kopf .
Komplikationen
Bei 1 bis 2 % der ansonsten gesunden Zosterpatienten, häufiger bei abwehrgeschwächten, kommt es zu einer generalisierten Streuung der Viren über das Blut (Zoster disseminatus). Die Abgrenzung gegen Windpocken fällt dann schwer und es können auch innere Organe wie Lunge und Nervensystem befallen sein. Der Befall des Auges (Zoster ophtalmicus) kann zu vielfältigen Komplikationen bis hin zur Erblindung führen. Nach Abklingen des Ausschlags kommt es häufig zu lang anhaltenden, quälenden Nervenschmerzen (Post Zoster Neuralgie).
Diagnose und Therapie
Die Diagnose ist leicht zu stellen, wenn der typische Hautauschlag mit Schmerzen vorhanden ist, bei generalisierten Formen helfen Laboruntersuchungen. Die Therapie erfolgt lokal z. B. mit Zinkschüttelmixtur und mit Schmerzmitteln. Vor allem Patienten, die denen das Risiko für einen schweren oder komplizierten Verlauf erhöht ist, müssen frühzeitig mit einem Virostatikum (z. B. Aciclovir) behandelt werden.