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Wöhler, Friedrich

Artikel #2678, »Wöhler, Friedrich«, geschrieben von: C. Strecker (97 %) , P. Mattusch (Red.) (1 %) et al.

Wöhler, Friedrich (* 31. Juli 1800 in Eschersheim; † 23. Sept 1882 in Göttingen), deutscher Chemiker und Mediziner.

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Leben

Abbildung: Woehler, Friedrich2.jpg

Wöhler

W. war der Sohn von Katharina Wöhler und Anton Wöhler.

W. begann 1820 an der Universität Marburg Medizin zu studieren, 1821 setzte er das Studium in Heidelberg fort. Er promovierte 1823 zum Doktor der Medizin. Nach der Promotion beschäftigte er sich aber hauptsächlich nur noch mit der Chemie. W. arbeitete bis 1824 bei Jöns Jacob Berzelius in Stockholm. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als Chemielehrer an der Berliner Gewerbeschule, ab 1828 war er dort als Professor angestellt. Ab 1831 arbeitete er als Lehrer an der Gewerbeschule in Kassel, bis er 1836 Professor an der Universität Göttingen wurde. Dort war er ebenfalls Generalinspekteur der Hannoverschen Apotheken. Er blieb bis zu seinem Tod in Göttingen.

W. war zweimal verheiratet, zuerst mit seiner Cousine Franziska Wöhler, nach ihrem Tod mit Julie Pfeiffer.

Justus von Liebig lernte er 1826 kennen, die beiden wurden Freunde und arbeiteten daraufhin mehrfach zusammen.

Leistungen

Abbildung: FriedrichWoehler.jpg

Wöhler

W. entwickelte 1827 eine Methode zur Herstellung von Aluminium aus Aluminiumchlorid. 1828 isolierte W. unabhängig von Antoine Bussy das Element Beryllium und 1856 kristallines Silicium. Yttrium stellte er 1824 erstmals in verunreinigter Form dar. Er leistete einen Beitrag zur Entdeckung des Vanadiums.

1828 stellte W. Harnstoff (erste Synthese des Harnstoffs erfolgte aber bereits 1773) aus Ammoniumcyanat dar, dies war die erste Synthese einer organischen Verbindung aus anorganisches Stoffen. Die Synthese war äußerst wichtig und verhalf ihm zu viel Ruhm, sie war Gegenbeweis zur Vitalismus-Theorie, wichtige Entdeckung für die Biochemie und Fortschritt in der organische Synthese. 1824 stellte er Oxalsäure aus Dicyan (erstmalige Synthese durch Scheele 1776) dar. Er entdeckte auch Iodcyan und Silberthiocyanat. Er stellte Benzoesäure aus Benzaldehyd dar.

Auch auf dem Gebiet der Naturstoffchemie forschte er. 1844 forschte er über Opiansäure. 1843 stellte er Hydrochinon her. Zusammen mit Liebig erforschte W. Amygdalin, sie konnten es zersetzen.

Des Weiteren beschäftigte er sich mit der Analyse von Mineralien und publizierte einige Schriften über die Zusammensetzung von Meteoriten.

1857 experimentierte er mit Silanen. 1862 entdeckte er Calciumcarbid, das zwar 1836 von Edmund Davy entdeckt wurde, dieser publizierte seine Entdeckung aber nicht. 1863 synthetisierte W. Ethin aus Calciumcarbid.

W. war Mitarbeiter beim Handwörterbuch der reinen und angewandten Chemie.

Ehrungen

Nach W. ist der Friedrich-Wöhler-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker benannt.

Werke

  • Wöhler, F.: Grundriß der unorganischen Chemie. 1831
  • Wöhler, F.: Grundriß der organischen Chemie. 1840
  • Wöhler, F.: Praktische Übungen in der chemischen Analyse. 1853

 

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