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Pisces ((Sternbild))

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Pisces (Fische, Abk.: Psc), Wintersternbild auf dem Himmelsäquator (RA: 2250–210h, Dec: 6°S–34°N), eines der klass. 48 Sternbilder, die in der Antike bekannt waren.

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Abbildung: Pisces.png

Pisces / Fische

Das Sternbild P. liegt auf der Ekliptik und gehört somit zu den Tierkreiszeichen. Die Ekliptik kreuzt in den Fischen den Himmelsäquator. Dieser Kreuzungspunkt, der Frühlingspunkt, ist der Ursprung des wichtigsten astronomischen Koordinatensystems; er liegt derzeit genau südl. von ω Psc. Der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf ihrer Ekliptikbahn den Himmelsäquator überquert, definiert den astronomischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel.

P. ist ein zwar ausgedehntes, aber unauffälliges Sternbild, da nur ein Stern (η Psc) heller als 4. Größe ist. Der westl. Fisch ist durch einen Sternenring unterhalb des Pegasus-Quadrates dargestellt, ganz im Osten steht α Psc (arab. Alrescha, das Band). Dort sind die Schwänze der beiden Fische zusammengeknotet. Nahe dem hellsten Stern η Psc findet sich eine Galaxie mit Größe 9,8, die C. Messier als 74. Eintrag in seinen Katalog nebliger Objekte aufgenommen hat.

Im Orient wurde seit Jahrtausenden das heutige Sternbild mit Liebes- bzw. Fruchtbarkeitsgöttinnen in Verbindung gebracht. P. ist – ihm Jahreslauf gesehen – das dritte Sternbild, das mit der Regenzeit zusammenhängt (nach Capricornus und Aquarius). Die Karasterismoi sprechen allerdings von nur einem Fisch, der auch noch der Abkömmling des Piscis Austrinus sei; der habe die syrische Göttin Derketo vor dem Ertrinken gerettet. Erstmals taucht das Fischpaar in Ovids Fasti auf (1. Jh.), wo sie im Euphrat schwimmen und Venus mit ihrem Sohn Cupido auf der Flucht vor dem Seeungeheuer Typhon helfen. Bei Hyginus (2.Jh.) verwandelten sich Venus und ihr Sohn sich auf der Flucht vor dem Ungeheuer Typhon in die beiden Fische. In einer weiteren Variante (auch bei Hyginus) schlüpft Venus aus einem Ei, das die Fische aus dem Euphrat aufs Trockene geschafft hatten.

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