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Fauvismus

Artikel #5588, »Fauvismus«, geschrieben von: Josef Kandl(Red.) (98 %) et al.

Fauvismus (frz. Fauves, Wilde), eine expressionistische Stilrichtung der Malerei in Frankreich. Angeregt durch die zwischen 1901 und 1906 erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellten Werke Vincent van Goghs, Paul Cézannes und Paul Gauguins begann eine Gruppe von frz. Malern mit völlig neuen Stilen zu experimentieren. 1905 gründete Henri Matisse in Paris die Malergruppe der »Les Fauves« mit der die Reihe der avantgardistischen Entwicklungen in der europäischen Kunst des 20. Jh. beginnt.

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Dieser losen Künstlervereinigung der »Wilden« gehörten neben Matisse unter anderen auch Maurice de Vlaminck, André Derain, Albert Marquet, Georges Rouault, Raoul Dufy und Georges Braque an. Unübersehbares Merkmal der Werke dieser Künstler ist die Verwendung reiner, ungebrochener Farben, die sich über die natürliche Farbigkeit des Dargestellten hinwegsetzen. Diese fügen sich keiner Form, verweigern sich gegenständlicher Zuordnung und »explodieren« förmlich in ihrer alles beherrschenden Verselbständigung. Von der emotionalen Kraft der Farben war man überzeugt. Dekorative, flächige Formen und betonte Konturen sind weitere Charakteristika. Mit ihren von den Zeitgenossen grell empfundenen Bildern imaginierten die Künstler Idealwelten und setzten sich damit bewusst von der kapitalistischen Industriegesellschaft, in der sie lebten, ab. Viele Fauvisten ließen sich von afrikanischer Kunst inspirieren und sammelten alte Masken und Skulpturen. Der dt. Expressionismus erhielt vom Fauvismus starke Impulse. Die Gruppe löste sich 1907 wieder auf und ein Teil der Künstler wandte sich dem Kubismus zu.

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