Die Wallfahrt (Die Hadsch)
Jeder Moslem soll, soweit es ihm seine Gesundheit und seine materiellen Verhältnisse erlauben, einmal in seinem Leben die Pilgerfahrt (Hadsch) zur Kaaba nach Mekka antreten. Oft entsenden Familien, Sippen oder Dörfer wenigsten einen der ihren auf diese Pilgerreise. Jährlich, zwei Monate nach Ramadan, im Monat Dsul-Hidscha, hüllen sich mehr als eine Million Gläubige aus allen Teilen der Welt in das weiße, nahtlose Pilgergewand und nehmen an dieser Reise teil. Dabei sind den Moslems vor allem die religiöse und spirituelle Grundhaltung, die völlige Hinwendung zu Gott und die zeitweilige Abwendung von der Welt, wichtig. Zu den zu verrichtenden Ritualen gehören: Das siebenmalige Umschreiten der Kaaba; das Küssen, Berühren des Schwarzen Steines in der Kaaba; der Lauf zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa; das Verweilen in der Ebene am Berg 'Arafat; der Ansturm durch die Talschlucht von Muzdalifa; die Steinigung der drei Pfeiler (Teufel) und das Schlachten eines Opfertieres in Mina. Zum Abschluss umschreitet der Pilger noch einmal die Kaaba, trinkt aus dem heiligen Brunnen Zemzem und besucht auf der Rückreise das Grab des Propheten in Medina. Jeder Teilnehmer der Pilgerfahrt darf nach der Rückkehr den Ehrentitel Hadschi führen. Sein Pilgergewand dient ihm später als Leichentuch. Die jährliche Durchführung der Hadsch stellt für die Stadt Mekka eine riesige organisatorische und logistische Herausforderung dar.
Muslime, die nicht an der Hadsch teilnehmen, feiern zuhause das viertägige Opferfest. Nach Möglichkeit wird dabei ein Opfertier geschlachtet und ein Drittel davon an die Armen verteilt.