Evolution, im engeren Sinne die Herausbildung der Gestaltenvielfalt organ. Lebens im Verlauf der Erdgeschichte, im weiteren Sinne jede Entwicklung komplexer Strukturen, die durch die Evolutionstheorie begründet werden kann, bei der sich also Populationen von Individuen durch (vereinfacht) Mutation, Vererbung und Selektion von Eigenschaften im Laufe der Zeit so verändern, dass sie sich ihrer Umgebung besser anpassen, wenn schlechter angepasste Individuen gegenüber besser angepassten eine verminderte Reproduktionsrate aufweisen.
Die natürl. Evolution wird von der Biologie als nicht zielgerichtet im Sinne einer Entwicklung von einfacheren zu komplexeren Strukturen angesehen. Zwar zeigt sich in bestimmten Rechenmodellen, dass beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen (Bindungsenergie, Entfernung vom thermodyn. Gleichgewicht) die Herausbildung komplexer Strukturen eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit aufweist, doch verläuft die Entwicklung nicht zwangsläufig in Richtung definierter Strukturen. Manche primär religös motivierte Anschauung lehnt das Wirken ungerichteter Evolution ab (vgl. Kreationismus, Intelligent Design). Techn. Anwendungen der Evolutionstheorie, insb. die sog. evolutionären und genetischen Algorithmen nutzen die Prinzipien der Evolution im Sinne von robusten mathematischen Optimierungsverfahren in schwer zu analysierenden Suchräumen, indem eine unwandelbare Umwelt in Form von definierten Fitnesskriterien bzw. Qualitätsfunktionen als Optimierungsraum vorgegeben werden.




