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Erdmittelalter

Artikel #6399, »Erdmittelalter«, geschrieben von: Josef Kandl(Red.) (98 %) et al.

Erdmittelalter oder Mesozoikum wird der Abschnitt der Erdgeschichte genannt, der sich lt. der stratigraphischen Tabellen der Geologen zwischen dem Ende des Erdaltertums vor 250 Millionen J. und dem Beginn der Erdneuzeit vor 65,5 Mill. J. einreiht. Das Erdmittelalter wird in die geologischen Systeme (Formationen) Trias, Jura und Kreide eingeteilt. Im Tierreich ist das Erdmittelalter das Zeitalter der Reptilien, die sich bereits ab der Mitte der letzten Periode des Erdaltertums, dem Perm vor ca. 270 Mill. J., entwickelt hatten und das ganze Erdmittelalter beherrschten. Ab der gleichen Zeit hatten sich auch in der Pflanzenwelt die sog. »Nacktsamer« weiterentwickelt und Nadelbäume, Palmfarne und Fächerpalmen drangen vor. Dieses Zeitalter der Nacktsamer wird auch als »Mesophytikum« bezeichnet. Ab der Mitte der Kreide, etwa vor 100 Mill. J., begann das Zeitalter der »Bedecktsamer« und es erschienen die ersten Laubbäume und Blumen.

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Schon im Erdaltertum hatte sich der vom Südpol bis zu Nordpol reichende Superkontinent »Pangaea« gebildet und wurde vom »Panthalassa-Meer« umfasst, welches mit einer weiten Bucht, der »Tethys«, von Osten bis zum heutigen Mittelmeer vordrang. Ab der Mitte der Jura-Zeit, vor ca. 175 Mill. Jahren, zerfiel der Kontinent und driftete auseinander (Kontinentalverschiebung, Kontinentaldrift -> Plattentektonik). Teile des Kontinents »Gondwana«, Südamerika, Afrika, Indien und Australien, trieben nordwärts. Die Antarktis legte sich um den Südpol und ging einer neuen Eiszeit entgegen. Während des Erdmittelalters wurden weite Teile das europäischen Festlandes mehrfach vom Meer überflutet und es bildeten sich mächtige Sedimentablagerungen z. B. im Jura und in der Kreide.

Die Geologen gehen davon aus, und viele Anzeichen sprechen dafür, dass am Ende des Erdmittelalters an der Grenze zwischen der Kreide und dem Tertiär, der ersten Formation der Erdneuzeit vor 65,5 Mill. J., ein verheerender Meteoriteneinschlag (Impakt stattgefunden hat. Der Einschlag soll am Nordrand der mexikanischen Halbinsel Yucátan erfolgt sein und einen Krater von 180 km Durchmesser hinterlassen haben. Die Auswirkungen dieses Einschlags – Erdbeben, Flutwellen (Tsunami), Staubwolken die um die ganze Erde zogen und die Sonneneinstrahlung abschirmten, monatelange Kälteperioden bis zu -20° (»Impaktwinter«), Abbau der Ozonschicht und als Folge Erhöhung der Erdtemperatur um etwa 10° – wurden weltweit registriert und beeinträchtigten das Leben auf der Erde nachhaltig.

Ab Beginn der Kreidezeit hatte in der Tier- und auch der Pflanzenwelt ein Prozess eingesetzt, der zu einem Massensterben führte. In den Meeren starben die Ammoniten und Belemniten gänzlich aus, ebenso viele Schnecken und Muscheln, und die meisten Gruppen der Reptilien. Auf dem Lande erreichten nur wenige Dinosaurier das Ende der Kreidezeit. Die Überlebenden Tier- und Pflanzenarten aus diesen langandauernden Absterbevorgängen waren den Auswirkungen der oben beschriebenen Impakt-Katastrophe ausgesetzt.

Literatur

  • Lehmann, Ulrich: Erdgeschichte – Entwicklung des Lebens, Verlag Jaeger & Co., Hannover 1994, ISBN 3-8110-1155-3
  • Mundlos, Rudolf: Wunderwelt im Stein – Fossilfunde – Zeugen der Urzeit, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH. Gütersloh, Berlin 1976/A, ISBN 3-570-06027-6

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