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Epidemiologie

Artikel #2667, »Epidemiologie«, geschrieben von: G. Schütte (99 %) , K. Bleuer(Red.) (0 %) et al.

Epidemiologie, Teilgebiet der Medizin, in welchem die Verteilung von Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung mit den Mitteln der Statistik untersucht wird.

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Die Epidemiologie versucht die Gruppen zu identifizieren, deren Risiko für eine definierte Erkrankung besonders hoch ist. Auf diese Weise kann möglicherweise die Ursache gefunden und Vorsorge betrieben werden.

Die deskriptive E. untersucht die Bevölkerung auf den Zusammenhang zwischen Alter, Geschlecht, Beruf sowie anderen Variablen und bestimmten Krankheiten. Auch die Entwicklung einer Krankheit über mehrere Jahre oder die Verteilung in verschiedenen Regionen gehören zur deskriptiven E.. Die deskriptive Epidemiologie kann zur Entdeckung neuer Syndrome oder Identifizierung bisher unbekannter Risikofaktoren führen.

Die analytische E. überprüft Erkenntnisse der deskriptiven Epidemiologie oder Hypothesen aus der Laborforschung. Ergibt die Forschung im Labor bspw. die Hypothese, dass Zigarettenrauch bei Ratten Blasenkrebs erzeugt, dann wird die untersuchte Bevölkerung in zwei Gruppen (Raucher und Nichtraucher) unterteilt und die Häufigkeit von Blasenkrebs in beiden Gruppen untersucht.

Auch prospektive Studien über eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, in der das Auftreten bestimmter Erkrankungen in Abhängigkeit von vermuteten Risikofaktoren über einen längeren Zeitraum in der Zukunft untersucht wird, gehören zur analytischen E.. Statistische Zusammenhänge dürfen allerdings nicht als kausale Faktoren fehl interpretiert werden: Zwar gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden der Klapperstörche und dem Rückgang der Geburtenzahlen, was aber bekanntlich nichts über die Herkunft der Kinder beweist.

Die interventionelle E. greift aktiv in das beobachtete Krankheitsgeschehen ein. So kann z. B. der Wert einer Vitaminergänzung für die Prävention von Krebserkrankungen getestet werden, in dem die Krebshäufigkeit zweier Untergruppen einer Population verglichen werden, von denen die eine über einen bestimmten Zeitraum Vitamintabletten vom Untersucher erhalten hat.

Epidemiologische Studien werden in vielen Ländern durchgeführt, um über die Effektivität bestimmter Vorsorgeinitiativen, öffentlicher Aufklärungsmaßnahmen etc. zu urteilen.

Um den zahlenmäßigen Verlauf einer Kranheit zu beschreiben, werden in der E. die Begriffe Endemie und Epidemie verwendet.

Eine Krankheit, die über einen langen Zeitraum ständig in einem geografischen Raum vorkommt, ist dort endemisch. Die jahreszeitliche Verteilung kann dabei durchaus unterschiedlich sein. So ist z. B. die Malaria in allen tropischen Regionen der Welt endemisch vorhanden, d. h. es gibt seit vielen Jahren dort immer wieder Malariafälle.

Bei einer Epidemie treten plötzlich unerwartet viele Krankheitsfälle auf. Eine Epidemie mit ungewöhnlich großer geografischer Verbreitung wird auch als Pandemie bezeichnet.

Die Zahl der Erkrankten pro Zeiteinheit ist die Inzidenz einer Krankheit. Die Inzidenz der urogenitalen Chlamydiose beträgt in Deutschland z. B. 300 000 Erkrankte pro Jahr.

Die Prävalenz gibt dagegen die Zahl der Erkrankten an einem Stichtag oder in einem Zeitraum an. Die Prävalenz einer Erkrankung hängt somit von der Inzidenz, aber auch von Faktoren wie Krankheitsdauer, Sterblichkeit und Mobilität der Bevölkerung ab.

Die Morbidität ist ein Oberbegriff für verschiedene epidemiologische Masszahlen. Er bezeichnet die Erkrankungshäufigkeit in einer Bevölkerung an einem Stichtag (Punktprävalenz), die Prävalenz in einem Zeitraum (Periodenprävalenz) und auch die kumulative Inzidenz in einer Periode (z. B. Zahl der Neuerkrankungen in einem Jahr).

Die Zahl der Gestorbenen in einem Zeitraum, bezogen auf die zugrundeliegende Bevölkerung, wird als Mortalität bezeichnet.

Die Letalität bezieht sich dagegen nicht auf die Gesamtbevölkerung, sondern gibt die Zahl der Todesfälle infolge einer bestimmten Erkrankung an, bezogen auf alle Erkrankungsfälle.

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