Edikt von Nantes, markiert das definitive Ende der Hugenottenkriege, indem es das Verhältnis zwischen Katholiken und Calvinisten in Frankreich auf eine von beiden Seiten anerkannte Grundlage stellte.
Die Verfügung wurde am 30. April 1598 von Henri IV. in Nantes unterzeichnet. Das Edikt bestätigte das altgläubige Bekenntnis als Staatsreligion, und stellte katholische Religionsausübung in all den Gegenden wieder her, in denen sie durch die kriegerischen Auseinandersetungen unterbunden worden war. Es räumte gleichzeitig den Hugenotten Gewissensfreiheit und die freie Religionsausübung in der Öffentlichkeit ein (ausgenommen in Paris und Umgebung, in Bischofssitzen und Residenzstädten). Adligen Hugenotten waren nichtöffentliche Messen (also in ihren Häusern) gestattet. Die Protestanten durften Kirchen errichten, ihre Pastoren sollten vom Staat bezahlt werden und von bestimmten Verpflichtungen freigestellt sein. Auch sicherte das Edikt ihnen volle bürgerliche Rechte zu, das Recht, öffentliche Ämter zu bekleiden, und etablierte am Parlement von Paris eine eigene Kammer, die Chambre de l'Édit, die Meinungsverschiedenheiten zu schlichten hatte, die aus ebendiesem Edikt entstehen könnten. Schließlich durften die Hugenotten diejenigen festen Städte, die sie im August 1597 gehalten hatten (rund 100), für weitere acht Jahre als »places de sûreté« behalten; die Stationierungskosten wurden vom König bezahlt.
Faktisch machte dieses Edikt jede weitere Ausbreitung des protestantischen Glaubens in Frankreich unmöglich. Gleichwohl stemmten sich der Papst (Clemens VIII.), die katholische Priesterschaft und die Parlemente in Frankreich (letztere durch Verzögerungstaktik) gegen das Edikt; man suchte es so einengend wie möglich zu interpretieren.
Kardinal Richelieu betrachtete seine politischen Bestimmungen als Gefahr für den absolutistischen Staat und annullierte sie (also nicht das ganze Edikt) 1629 im Frieden von Alès. Am 18. Oktober 1685 wurde das Edikt insgesamt von Ludwig XIV. im Edikt von Fontainebleau widerrufen. Damit wurden die französischen Protestanten aller religiösen und bürgerlichen Rechte beraubt, Hunderttausende flohen in andere Länder.