Drehmoment, eine Erweiterung der Kraft. Drehmomente entstehen, wenn eine Kraft auf einen Punkt wirkt, der nicht auf ihrer Wirkungslinie liegt. Wegen des dritten Newtonschen Axioms wirkt in diesem Punkt eine gleich große, parallele und entgegengesetzt gerichtete Kraft. Der senkrechte Abstand der beiden Kräfte heißt auch Hebelarm des Momentes. Das entstandene Kräftepaar sucht eine Drehung um diesen Punkt zu erzeugen; somit ist das Drehmoment die Ursache der Drehungsänderung eines Körpers. Ahnlich wie die Kräfte können Drehmomente vektoriell addiert und zerlegt werden. Der Momentenvektor steht stets im rechten Winkel auf der vom zugehörigen Kräftepaar und dem Hebelarm aufgespannten Ebene und weist dabei in die Richtung der entsprechenden Drehachse, sein Vorzeichen wird durch die mathematische Konvention des "Rechtssystems" festgelegt.
Rechnerisch ermittelt man Drehmomente als Vektor mit dem Vektorprodukt:
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wobei F der Kraftvektor und r den Vektor des Hebelarmes darstellen. Für die Ermittlung des Betrages eines Drehmomentes reicht es dagegen, den Betrag der Kraft mit der Länge des zugehörigen Hebelarmes zu multiplizieren.
Ein spezielle Form der Drehmomente sind die in der Statik verwendeten Biege- und Torsionsmomente. Biegemomente suchen einen Balken zu verbiegen, Torsionsmomente verdrehen einen solchen Balken.
Literatur
- István Szabó, Einführung in die Technische Mechanik, Kapitel §6 (Über Kräftepaar und Moment), Springer-Verlag, 8.Auflage 1975
