Devon, nach dem Kambrium, Ordovizium und Silur viertältestes geologisches System (Formation) des Erdaltertums (Paläozoikum), seinen Namen trägt es nach der Grafschaft Devonshire in Südwestengland. Die erdgeschichtliche Zeit des Devon reichte von vor 410 Mill. J. bis zum Beginn des Karbons bei 360 Mill. J. Von den Geologen wird es in ein Unter-, Mittel- und Oberdevon unterteilt.
Bezüglich der Verteilung von Land und Wasser auf der Erdoberfläche begann sich im Zuge der Kontinentalverschiebung, Kontinentaldrift (→ Plattentektonik) der am Südpol liegende Gondwanakontinent langsam nach Norden zu drehen. Der sich im Silur gebildete Kontinent Laurussia stieß im Devon und im darauffolgenden Karbon auf die Landmassen Sibiriens, Kasachstans und Nordchinas. Es bildete sich das Gebirge des Ural.
Paläontologisch war das Devon eine Zeit des Übergangs. Die großen Graptolithen, Trilobiten (Gliederfüßer) und Nautiloideen (Kopffüßer) des Ordoviziums und Silurs traten mehr oder weniger zurück, starben aus und es entfalteten sich die Ammonoideen. Die Ammoniten und Belemniten gelten für die nächsten 300 Mill. J. bis zum Ende der Kreidezeit als (Leitfossilien).
Mit den ersten Gefäßpflanzen (Schachtelhalme, Schuppenbäume, Nacktpflanzen und Farne) begann die Eroberung des Landes auch durch die Tierwelt (Tausendfüßer, Schnecken, Spinnen, Skorpione, und Amphibien). Besonders entwickelt haben sich im Devon die Fische. Nach den Panzerfischen erschienen explosionsartig die ersten höher entwickelten Knorpel- (Haie und Rochen), Knochen- (Strahlenflosser und Quastenflosser) und Lungenfische. Ein Exemplar eines Quastenflossers wurde 1938 vor Madagaskar gefangen (lebendes Fossil). Im Devon bewegten sich Quastenflosser mit ihren fleischigen Flossen z. T. auch auf dem Land. Aus solchen Zwitterwesen aus Fisch und Landwirbeltier entwickelten sich im Oberdevon die Urlurche oder Amphibien (griech. amphibios, doppellebig – im Wasser und auf dem Land). Devonische Gesteine finden sich reichlich in den deutschen Mittelgebirgen, in der Eifel, im Rheinischen Schiefergebirge und im Harz. Sie wurden im Devonmeer abgelagert, bevor sich dort im Karbon das variszische Gebirge auffaltete. Aus devonischen Pflanzen entstanden die ältesten Steinkohlevorkommen auf Spitzbergen (Norwegen).
Literatur
- Lehmann, Ulrich: Erdgeschichte – Entwicklung des Lebens, Verlag Jaeger & Co., Hannover 1994, ISBN 3-8110-1155-3
- Mundlos, Rudolf: Wunderwelt im Stein – Fossilfunde – Zeugen der Urzeit, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH. Gütersloh, Berlin 1976/A, ISBN 3-570-06027-6
