Logo

Der Stürmer

Artikel #5224, »Der Stürmer«, geschrieben von: B. Brockhorst (Red.) (100 %)

Der Stürmer, nationalsozialistische Wochenzeitung, von Julius Streicher am 20. April 1923 in Nürnberg ins Leben gerufen. Das Blatt richtete sich mit seinen zumeist kurzen und sprachlich einfachen Skandalgeschichten über die sog. "Rassenschande" zwischen jüdisch und "arisch" stämmigen Partnern, über "jüdische Kriminalität" oder über angebliche Ritualmorde begangen von Juden an eine deutsche Bevölkerungschicht mit geringer Bildung und zielte darauf ab, antisemitische Ressentiments zu schüren.

Anzeigen

Sich selbst bezeichnete sich die Hetzschrift als "Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit", bis 1935 wurde es im völkischen Verlag Wilhelm Härdel verlegt, anschließend in Streichers eigenem "Verlag Der Stürmer". Anfangs bestand die Auflage aus wenigen tausend Exemplaren, das Blatt wurde vornehmlich in Nürnberg und Umgebung verkauft. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde "Der Stürmer" zunehmend populär und steigerte seine Auflage bis zu einer halben Million Exemplare im Jahr 1938. Präsentiert wurde er in öffentlichen Schaukästen, den sog. „Stürmer-Kästen“.

Ab 1927 wurde auf der Titelseite des "Stürmers" ständig der Spruch "Die Juden sind unser Unglück" des Historikers Heinrich von Treitschke aufgedruckt. Berüchtigt war "Der Stürmer" für seine gehässigen Judenkarikaturen und seine Verquickung von Antisemitismus mit pornographischen Obsessionen.

Die antisemitischen und rassistischen Parolen wurden mit großformatigen Überschriften eingeleitet und mit Karikaturen von Philipp Rupprecht (Pseudonym: Fips) ergänzt. Er verpasste seinen Zeichnungen vom "Juden" die Merkmale, die die Vorurteile der Leser gegen die jüdische Bevölkerung bekräftigen sollten: Dargestellt war der „Stürmer-Jude“ als geldgierig, hakennasig und zumeist unrasiert.

Ab Kriegsbeginn wurde die antisemitische Propaganda der NSDAP zurückgefahren. "Der Stürmer" erschien zwar weiterhin, Julius Streicher verlor jedoch an Einfluss. Die letzte Ausgabe des "Stürmers" erschien am 1. Februar 1945. Streicher wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher am 1. Oktober 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Anzeigen

Schaltfläche: Leitseite Schaltfläche: Diskussion Schaltfläche: Quelltext Schaltfläche: Nach Autoren einfärben Schaltfläche: Pdf erzeugen