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Dulle Griet

Artikel #9034, »Dulle Griet«, geschrieben von: B. Brockhorst (Red.) (100 %)

Abbildung: DeDulleGriet.jpg

De Dulle Griet

De Dulle Griet ist ein Bild des Malers Pieter Brueghel d. Ä.. Das 1,61 x 1,15m große Gemälde Öl auf Holz wird datiert auf die Zeit um 1562 und ist heute im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen ausgestellt. Brueghels Bild zeigt eine Frau, die im Harnisch unbeirrt durch ein infernalisches Chaos der Umgebung schreitet.

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Weder Hintergrund noch Idee des Bildes sind bekannt. Doch ist der Titel des Bildes De Dulle Griet aus der Zeit überliefert, übersetzt heißt das Die tolle Grete. Tollheit stand schon damals für Verrückheit. Und ein bisschen verrückt scheint die mit fahrigen Schritten durch das Bild schreitende Grete tatsächlich zu sein, der Blick aus den hervorstehenden Augen starr, der Mund tumb offen stehend. Bei ihrem Erscheinungsbild hätte die Idee, es mal einem Arzt zu zeigen, durchaus nahegelegen, denn bei Brueghels Bild "Der Blindensturz" hat man es getan mit dem verblüffenen Ergebnis, dass der Maler die Krankheitsbilder, die er bei seinen Mitmenschen beobachtet hatte, sehr genau wiedergegeben hat. Die bei der dullen Griet festzustellenden Merkmale der hervorquellenden Augäpfel bei gleichzeitig starrem Blick, zudem ihr geschwollener Hals sowie ihr magerer Körper könnten Anzeichen auf Morbus Basedow sein.

Aber auch die ärztliche Diagnose würde in der Gesamtschau des Bildes, das in seiner Darstellung von Monstern und Dämonen denen von Hieronymus Bosch ähnelt, nicht weiterhelfen. Bei näherer Betrachtung scheint die dulle Griet überhaupt das einzig vernunftbegabte Wesen in dieser brennenden Hölle auf Erden zu sein: Ihre Habseligkeiten zusammengerafft hat sie sich in einen Harnisch geworfen und mit einem spitzen, schwertähnlichen Gegenstand bewaffnet, den sie so hält, als wollte sie sich damit den Weg nach draußen freikämpfen. Denn die Umgebung ist alles andere als wirtlich. Entweder ist man durch unmenschliche Erscheinungen bedroht oder die Situation entartet in Gewalt gegen wehrlose Menschen. Im ganzen Bild verteilt sind Eier unterschiedlicher Größe, das Symbol der Fruchtbarkeit. Überall sind diese Eier zerstört und es befindet sich merkwürdiges Kriechtier darin.

Inmitten des Bildes sieht man ein Boot, möglicherweise die Anspielung auf Sebastian Brants Narrenschiff von 1494, das als spätmittelalterliche Moralsatire den Menschen in einer als verkehrt empfundenen Welt diesen mit ihren Lastern kritisch den Spiegel vorhält.

Literatur

Rose-Marie und Rainer Hagen: Meisterwerke im Detail - Band 2, Taschen-Verlag Köln 2003, ISBN: 3-8228-1371-0

 

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