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Christliche Zahlensymbolik

Artikel #2121, »Christliche Zahlensymbolik«, geschrieben von: Gabriele von Horn (87 %) , Patrick-Emil Zörner (6 %) , Ulrich Fuchs (6 %) , Markus Schweiß(Red.) (0 %)

Christliche Zahlensymbolik, Zahlensymbolik des Christentums.

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  • Eins (1): Bild Gottes als Zeichen der Absolutheit, der unteilbaren Einheit.
  • Zwei (2): Hinweis auf Dualität, Gegenüberstellungen. Hier sind z. B. die sogenannten "Erfüllungstheorien" zu nennen, das heißt, Ereignisse des Alten Testaments der Bibel finden ihre Fortsetzung bzw. Erfüllung im Neuen Testament. So entsprechen beispielsweise die 12 Stämme Israels den 12 Jüngern Jesu; der alte Adam wird zum neuen Adam Christus, der dessen Schuld überwunden hat.
  • Drei (3): Sinnbild der Vollendung, des Göttlichen. Trinität Dreifaltigkeit. Abraham wird von drei Engeln besucht. Jesus befand sich vor der Auferstehung drei Tage im Grab. Drei christliche Tugenden, nämlich Glaube, Hoffnung, Liebe (1.Kor.13,13).
  • Vier (4): Zeichen für das Irdische im Gegensatz zum Göttlichen (s.DREI). Vier Himmelsrichtungen; vier Jahreszeiten; vier Elemente. Theologisch: vier Paradiesflüsse (1.Mos.2, 10ff); vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes); vier große Kirchenlehrer (Augustinus, Ambrosius, Hieronymus, Gregor d.Gr.).
  • Fünf (5): Sinnbild für den Menschen, den Mikrokosmos; fünf Bücher Mose; fünf Wundmale Jesu; fünf kluge Jungfrauen (Mt.25, 1-13).
  • Sechs (6): Zahl der Schöpfungstage Gottes; Hexagramm als Siegel Salomos verwendet im Judentum, Christentum, Islam.
  • Sieben (7): In der Zahl Sieben sind Gott (DREI) und die Welt (VIER) sinnbildlich vereint. Deshalb gilt die Sieben als heilige Zahl. Menora (siebenarmiger Leuchter des Judentums); Buch mit sieben Siegeln (Offb.5,1); Vaterunser mit sieben Bitten; sieben ökumenische Konzile; sieben Erzengel (Offb.8,2).
  • Acht (8): Symbol für die neue Schöpfung = Auferstehung Christi; ursprünglich achteckiges Taufbecken; acht Seligpreisungen (Mt.5,3-10).
  • Neun (9): Sinnbild für die Stufen der Erlösung des Menschen.
  • Zehn (10): Ende der zählbaren Zahlen (10 Finger); Zahl der Ordnung, Vollendung; 10 Gebote (2.Mos.20,1ff); im Christusmonogramm als X (gr. der Buchstabe Chi).
  • Elf (11): Sinnbild der Sünde. Nach dem Verrat an Jesus (Mk.14,44f par)schied Judas Ischariot aus dem Kreis der zwölf Jünger um den Herrn aus. Hinweis auf die Passion Jesu.
  • Zwölf (12): Neben der Sieben eine der wichtigsten symbolischen Zahlen (= letzte Zahl des babylonischen Duodezimalsystems). Zwölf Stämme Israels; zwölf Jünger; zwölf Apostel; zwölf orthodoxe Kirchenfeste.
  • Dreizehn (13): Gilt als Unglückszahl. Sie geht als erste Zahl über die Zahl Zwölf hinaus.
  • Vierzehn (14): Zweimal die Zahl Sieben. Vierzehn Nothelfer der katholischen Christen.
  • Vierzig (40): Positives (Läuterung) und negatives (Mühsal und Beschwernis) Zeichen des Juden- und Christentums. Vierzig Jahre wanderten die Israeliten durch die Wüste nach ihrem Auszug aus Ägypten; Jesus fastete vierzig Tage in der Wüste, um sich auf sein Wirken vorzubereiten (Mt.4,2 par).
  • Fünfzig (50): Symbol der Freude. Fünfzig Tage nach Ostern wird im Christentum Pfingsten gefeiert.
  • Sechshundertsechsundsechzig (666): Die Zahl für den Teufel (Offb.13,18), den Widersacher Gottes.
  • Achthundertachtundachtzig (888): Nach dem griechischen Alphabet die Zahl Jesu Christi. Die Gnostiker stellten hierfür gematrische Berechnungen an: ι = 10, η = 8, σ = 200, ο = 70, ύ = 400, ς = 200 (gr. Ιησούς, Jhsous).
  • Eintausend (1000): Diese erste vierstellige Zahl des Dezimalsystems kommt über hundertmal in der Bibel vor. Tausenfache Huld (Ex. 20,6); 1000 Jahre sind vor Gott wie ein Tag (Ps.90,4); 1000jähriges Reich (Offb.20, 1-6).
  • Einhundertvierundvierzigtausend (144 000): Das Zwölftausendfache der Symbolzahl 12. Zahl der Geretteten nach der Offenbarung des Johannes (Offb.9,4).

Literatur

  • Bauer, W. u. a.: Lexikon der Symbole. Wiesbaden 1986 (8.Auflage)
  • Brasch, R.: Dreimal schwarzer Kater. München 1973
  • Heinz-Mohr, G.: Lexikon der Symbole. Bilder und Zeichen der christlichen Kunst. Düsseldorf/Köln 1981 (6. erw. Auflage)
  • Sachs, Hannelore u. a.: Erklärendes Wörterbuch zur christlichen Kunst. Leipzig und Berlin o.J.
  • Urech, E.: Lexikon christlicher Symbole. Konstanz 1974
  • Werlitz, Jürgen: Das Geheimnis der heiligen Zahlen. Ein Schlüssel zu den Rätseln der Bibel. Wiesbaden 2004

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