Charpentier, Marc-Antoine (* wahrscheinlich um 1643 in Paris; † 24. Februar 1704 ebenda), französischer Komponist des Barock.
Als Zeitgenosse des in der Gunst des Sonnenkönigs stehenden Hofkomponisten Jean-Baptiste Lully verblieb Charpentier zeitlebens in dessen Schatten und konnte auch nach Lullys Tod nicht daraus hervortreten. Nachdem Charpentier 1704 verstarb, geriet er vollkommen in Vergessenheit. Wobei es bis heute geblieben wäre, hätte er nicht 250 Jahre nach seinem Tod überraschend einen Musik-Wettbewerb gewonnen.
1954 wurde die Eurovision mit ihrem gemeinschaftlichen Fernsehprogramm gegründet, und für die Zeit war es üblich, sich eine "Erkennungsmelodie" zuzulegen. Die hierfür eingesetzte Jury wählte aus den ihr vorgelegten Vorschlägen das Hauptthema des Präludiums des "Te Deum" in D-Dur von Marc-Antoine Charpentier aus: Eine einprägsame Fanfare, intoniert von Barock-Trompeten, die das sie tragende harmonische Fundament der Orchesterbegleitung triumphal anführen.
Mit diesem Thema wurde über Jahrzehnte hinweg jede Eurovisions-Sendung vorher angekündigt. Heute kommt aufgrund fernsehtechnisch knapper Zeitbemessungen die Eurovisionsmelodie nur noch sparsam zu Gehör - und das dann oft als elektronische Umsetzung des einst mit Trompeten und Orchester arrangierten Barockstücks. Nichtsdestotrotz ist Marc-Antoine Charpentier dadurch einem breiten Publikum bekannt; nicht namentlich zwar, aber durch die eingängige Melodie. (Zur Melodie der Eurovisionshymne in ihrer Ursprungsfassung siehe den am Artikelende eingebundenen Weblink).
Weiter zum Abschnitt Leben





