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Bogen ((Bauwesen))

Artikel #7486, »Bogen ((Bauwesen))«, geschrieben von: Markus Schweiß(Red.) (76 %) , Josef Kandl (23 %)

Abbildung: Zweigelenkbogen01.jpg

Ein einfach statisch unbestimmt gelagerter Zweigelenkbogen mit Gelenken in den Kämpfern

Bogen, ein Element der Statik und der Architektur. Bögen sind statisch gesehen eine Verallgemeinerung der Rahmen, wobei die geradlinigen Teile der Rahmenachsen durch mathematische Funktionen wie Kreisabschnitte, Ellipsen, Parabeln oder Stützlinien ersetzt werden. Ein Bogen muss insgesamt drei Gelenke besitzen, um statisch bestimmt zu sein: Zwei in den Kämpfern und eines im Bogenscheitel, ansonsten ist er statisch unbestimmt.

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In der Praxis finden Bögen als gewölbte Tragwerke bei Fenstern, Türen, Toren, Durchgängen, Arkaden, Bogengängen und Viadukten Anwendung. An Bogenformen sind Rundbögen, Spitzbögen, Flach- oder Stichbögen, Hufeisenbögen, Eselsrücken, Korbbögen, Kleeblattbögen, Vorhangbögen und Tudorbögen bekannt. Der Ansatz der Bogengewölbung an seine Stütze heißt Widerlager oder Kämpfer, der höchste Punkt des Bogens Bogenscheitel oder kurz Scheitel. Der vertikale Abstand zwischen Kämpfer und Scheitel heißt Stich, der horizontale Abstand der Kämpfer ist die Spannweite.

Beim Bau eines Bogens wird zuvor ein sog. Lehrgerüst zwischen die Kämpfer eingebaut, welches den noch unfertigen Bogen abstützt. Dieses Lehrgerüst wird nach Fertigstellung des Bogens entfernt und kann bei gleichartigen Bögen mehrfach verwendet werden. Auf ein Lehrgerüst kann bei einem Freivorbau des Bogens verzichtet werden, diese Bauart ist jedoch nur im Stahlbau ausführbar.

Neben den echten Bögen sind aus der frühen Architekturgeschichte auch die unechten Bögen, die Kragbögen bekannt.

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