Jugendzeit
Siebenjährig trat Beethoven erstmals mit Konzertstücken in Köln auf, als Wunderkind angepriesen, vom Vater ein Jahr jünger als tatsächlich gemacht. Mit 11 Jahren vertrat er seinen Lehrer Christian Gottlob Neefe als Organist, mit 13 wurde er regulärer zweiter Hoforganist. Neefe, Angehöriger der Freimauerer, der bei seinem Aufnahmegesuch beim Illuminatenorden als Ideale notierte: "Handhabung der Rechte der Menschheit, Duldung der Schwachheit, Unterrichtung dem Unwissenden, Aufklärung dem Irrthum", war es, der den Jungen in allen musikalischen Dingen unterwies und, soweit es in seinen Möglichkeiten stand, auch förderte. 1782 unterstützte er die Veröffentlichung der Klaviervariationen Beethovens über einen Marsch von Ernst Christoph Dressler, ein Jahr später sorgte er für die publikumswirksame Notiz:
- "Louis van Beethoven spielt sehr fertig und mit Kraft das Clavier, ließt sehr gut vom Blatt, und um alles in einem zu sagen: Er spielt größtentheils das wohltemperirte Clavier von Sebastian Bach".
Einen weiteren Halt fand Beethoven in der Familie von Breuning. Helene von Breuning war für ihn eine mütterliche Vertraute, mit ihren Kindern, vor allen Dingen Eleonore und Stephan, die im Alter zu Beethoven passten, gewann er lebenslange Freunde. Eleonores späterer Mann, der Arzt Franz Gerhard Wegeler, erinnerte sich 1838:
- "Beethoven wurde bald als Kind des Hauses behandelt; er brachte nicht nur den größten Theils des Tages, sondern selbst manche Nacht dort zu. Hier fühlte er sich frei, hier bewegte er sich mit Leichtigkeit, alles wirkte zusammen, um ihn heiter zu stimmen und seinen Geist zu entwickeln."
Ein Besuch in Wien 1787 dauerte nur wenige Wochen (ob Beethoven dort Kontakt zu Mozart aufgenommen hatte, ist möglich, aber nicht gesichert), die Anwesenheit wurde durch die schwere Krankheit der Mutter (sie starb im Juli des gleichen Jahres) vorzeitig beendet. Am 14. Mai 1789 schrieb sich Beethoven an der Bonner Universität ein. Welche Vorlesungen er besucht hat, ist nicht bekannt. Im gleichen Jahr erreichte er beim Kurfürsten Maximilian Franz, dass das anteilige Gehalt, das seinem suspendierten Vaters zustand, ihm überwiesen wurde, um die Familie zu ernähren. Im Sommer 1792 war Joseph Haydn von einem England-Aufenthalt zurückgekehrt und war dabei durch Bonn gereist. Dies bot Beethoven Gelegenheit, den ruhmreichen Komponisten persönlich kennenzulernen. Haydn aktzeptierte das junge Talent als Schüler. am 2. November des gleichen Jahres reiste Beethoven nach Wien ab.
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