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Beethoven, Ludwig van

Artikel #2107, »Beethoven, Ludwig van«, geschrieben von: B. Brockhorst (Red.) (99 %) et al.

Abbildung: Beethoven.jpg

Beethoven, Gemälde von Joseph Karl Stieler, 1820

Beethoven, Ludwig van (* Dezember 1770 in Bonn, getauft in der St. Remigiuskirche am 17.12.1770, † 26. März 1827 in Wien); Pianist und Komponist. Seine Vertonung der "Ode an die Freude" von Friedrich Schiller im 4. Satz seiner 9. Sinfonie ("Freude schöner Götterfunken") ist heute die Europäische Hymne.

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Beethovens Vorfahren stammen aus Flamen, daher das van vor dem Nachnamen.

Beethoven gilt mit seinem musikalischen Schaffen neben Haydn und Mozart als Hauptrepräsentant der Wiener Klassik. Anders als seine beiden Vorgänger bediente er indessen nicht die zeitgenössischen Erwartungen auf den galanten Stil, dieser eingängigen, keine Ecken und Kanten aufweisenden Kompositionsart, die oftmals als Nebenbei gesellschaftliche Events begleitete. Neun Sinfonien hat er komponiert (und damit deutlich weniger als seine Kollegen der Wiener Klassik), aber jede mit eigener, unverwechselbarer Aussagekraft. Neben der 9., die in ihrem vierten Satz den Chor über die "Ode an die Freude" beinhaltet, sind einem breiterem Publikum bekannt die 5. Sinfonie mit dem berühmtem Schicksalsmotiv im Eingang, die 3.Sinfonie mit dem Beinamen "Eroica" sowie die 6. Sinfonie, die "Pastorale", eine musikalische Aufbereitung von Eindrücken des ländlichen Lebens.

Beethoven war ein zu seiner Zeit hervorragender Pianist (was immer unter dem Aspekt gesehen werden muss, wie weit man zu der Zeit mit der Entwicklung des Klavierbaus gewesen ist). Neben ihm gab es nur noch Johann Nepomuk Hummel, ansonsten war Ödnis in der Landschaft von Klavierspielern, die über die Leichtigkeit der Wiener Mechanik hinaus Stücke mit technischem Anspruch und schwierigen Kombinationen spielen konnten. Beethovens fünf Klavierkonzerte und noch viel deutlicher seine 32 Klaviersonaten zeigen eine musikalische Entwicklung vom jungen Pianisten bis zu dem manche Extreme auskostenden, versierten Komponisten, der äußerlich längst ertaubt, aber innerlich zu hören imstande war.

Eine Oper hat Beethoven geschrieben. Unverheiratet und Frauen gegenüber reserviert geblieben, hat er ein Sujet gewählt, das ihm offenbar am Herzen lag, das Zwischenspiel während des 2. und 3. Satzes der Oper ("Leonoren-Ouvertüre") überarbeitete er wiederholt, womit diese Ouvertüre heute in drei Fassungen vorliegt. Die Oper ist die Geschichte einer Ehe in unverbrüchlicher Liebe: Eine Frau wirft sich in Männerkleidung, um ihren auf verbrecherische Weise staatlich dingfest gemachten Mann zu suchen, und sie ist bereit, sich in höchster Not selbst für ihn zu opfern: "Fidelio".

Die Familie

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Beethovens Geburtshaus in der Bonngasse

Beethoven war das zweite Kind aus der Ehe von Johann van Beethoven und seiner Frau Maria Magdalena Kevenich, eines von 7, von denen neben Beethoven nur seine Brüder Kaspar Karl und Nikolaus Johann das Erwachsenenalter erreichten. Sein älterer Bruder, geboren 1769, dem man den Namen Ludwig Maria gegeben hatte, hatte nur wenige Tage nach der Geburt überlebt, der "zweite" Ludwig war somit der Älteste unter den Geschwistern, zudem ab 1789 Vormund seiner zwei jüngeren Brüder.

Der Großvater Beethovens, ebenfalls Ludwig geheißen, war einen für seine Verhältnisse (er war Bäckerssohn) geradezu vorbildlichen Lebensweg als Musiker gegangen (zuletzt Hofkapellmeister) - er war anscheinend Beethovens Idol, denn ein Bild von ihm hängte Beethoven später in Wien an bevorzugter Stelle in seiner Wohnung auf. Beim Vater Johann van Beethoven, der bei der Bonner Hofkapelle angestellt war, gab es keine Erfolge zu verzeichnen. Er hatte ein Alkoholproblem (das sich in den Folgejahren zuspitzte) und er war nicht sehr umgänglich. Seine Suspendierung vom Hofdienst erfolgte in den 1780er Jahren. Sein ältester Sohn bekam des Vaters Unstetheit im Wesen früh zu spüren. Von einem geregelten Schulbesuch Ludwigs konnte nicht die Rede sein. Die Bildung fehlte Beethoven zeitlebens, worunter er litt, weshalb er versuchte, das Versäumte auf andere Weise, durch Lesen und Studien nachzuholen. Bei den Grundrechenarten war Beethoven über das Addieren und Subtrahieren nie hinausgekommen. In den Jahren seiner Konversationshefte (1818-1827), mit denen er seiner Ertaubung zum Trotz seine Kommunikation zur Umwelt aufrecht hielt, ließ er sich auf einigen Seiten von seinem Neffen Karl die Grundlagen der Mulitiplikation erläutern.

Als Kind wurde Beethoven von seinem Vater auf die Musik gedrillt, da war es auch unstatthaft, dass er auf der Geige "dummes Zeüg durcheinanderkratzte", wie der Jugendgenosse Gottfried Fischer notierte. Improvisation war also unerwünscht. Doch war der Vater bemüht, seinen Sohn mit Personen bekannt zu machen, die sein Talent zu schätzen wussten und ihn - und sei es nur durch Fürsprache - förderten.

Jugendzeit

Siebenjährig trat Beethoven erstmals mit Konzertstücken in Köln auf, als Wunderkind angepriesen, vom Vater ein Jahr jünger als tatsächlich gemacht. Mit 11 Jahren vertrat er seinen Lehrer Christian Gottlob Neefe als Organist, mit 13 wurde er regulärer zweiter Hoforganist. Neefe, Angehöriger der Freimauerer, der bei seinem Aufnahmegesuch beim Illuminatenorden als Ideale notierte: "Handhabung der Rechte der Menschheit, Duldung der Schwachheit, Unterrichtung dem Unwissenden, Aufklärung dem Irrthum", war es, der den Jungen in allen musikalischen Dingen unterwies und, soweit es in seinen Möglichkeiten stand, auch förderte. 1782 unterstützte er die Veröffentlichung der Klaviervariationen Beethovens über einen Marsch von Ernst Christoph Dressler, ein Jahr später sorgte er für die publikumswirksame Notiz:

"Louis van Beethoven spielt sehr fertig und mit Kraft das Clavier, ließt sehr gut vom Blatt, und um alles in einem zu sagen: Er spielt größtentheils das wohltemperirte Clavier von Sebastian Bach".

Einen weiteren Halt fand Beethoven in der Familie von Breuning. Helene von Breuning war für ihn eine mütterliche Vertraute, mit ihren Kindern, vor allen Dingen Eleonore und Stephan, die im Alter zu Beethoven passten, gewann er lebenslange Freunde. Eleonores späterer Mann, der Arzt Franz Gerhard Wegeler, erinnerte sich 1838:

"Beethoven wurde bald als Kind des Hauses behandelt; er brachte nicht nur den größten Theils des Tages, sondern selbst manche Nacht dort zu. Hier fühlte er sich frei, hier bewegte er sich mit Leichtigkeit, alles wirkte zusammen, um ihn heiter zu stimmen und seinen Geist zu entwickeln."

Ein Besuch in Wien 1787 dauerte nur wenige Wochen (ob Beethoven dort Kontakt zu Mozart aufgenommen hatte, ist möglich, aber nicht gesichert), die Anwesenheit wurde durch die schwere Krankheit der Mutter (sie starb im Juli des gleichen Jahres) vorzeitig beendet. Am 14. Mai 1789 schrieb sich Beethoven an der Bonner Universität ein. Welche Vorlesungen er besucht hat, ist nicht bekannt. Im gleichen Jahr erreichte er beim Kurfürsten Maximilian Franz, dass das anteilige Gehalt, das seinem suspendierten Vaters zustand, ihm überwiesen wurde, um die Familie zu ernähren. Im Sommer 1792 war Joseph Haydn von einem England-Aufenthalt zurückgekehrt und war dabei durch Bonn gereist. Dies bot Beethoven Gelegenheit, den ruhmreichen Komponisten persönlich kennenzulernen. Haydn aktzeptierte das junge Talent als Schüler. am 2. November des gleichen Jahres reiste Beethoven nach Wien ab.

Wien

Zu den Freunden in Wien gehörte neben seinem Förderer Fürst Karl Lichnowsky und seinem Jugendfreund Stephan Breuning (dieser studierte Rechtswissenschaften in Wien) der Geiger Ignaz Schuppanzigh und der Sohn seines früheren Geigenlehrers Anton Ries, Ferdinand Ries, der bei Beethoven in Wien Klavierunterricht nahm. Aber auch Beethovens Brüder sind nach dem Tod des Vaters nach Wien übergesiedelt; Kaspar Karl wurde Kassenbeamter in der staatlichen Verwaltung, Johann war dort Apothekergehilfe (in Linz machte er sich später als Apotheker selbständig).

Nachdem der Kurfürst Maximilian Franz ab März 1794 die Gehaltszahlungen eingestellt hatte (der Vater Johann van Beethoven war 1792 verstorben, es gab keinen Grund mehr dafür), war Beethoven zunehmend auf sich gestellt. Große Unterstützung war ihm dabei Lichnowsky, zusätzlich konnte Beethoven durch Konzertreisen seine finanziellen Verhältnisse sichern. 1795 war er u. a. in Berlin, Dresden, Prag und Budapest als Pianist aufgetreten. 1799 und 1800 war er sogar in Freundschaftswettbewerben mit dem Mozart-Schüler Joseph Wölfl sowie mit dem Pianisten Daniel Steibelt öffentlich aufgetreten. Bei Haydn studierte er ab 1793 Komposition, war aber offenbar nicht überzeugt davon, dass ihm das reichen würde und nahm deshalb heimlich Unterricht bei dem Singspielkomponisten Johann Schenk; bei Antonio Salieri ließ er sich in der italienischen Gesangkomposition unterweisen, bei Schuppanzigh im Geigenspiel (um das Instrument besser zu verstehen). Auf Anraten von Haydn nahm er zudem Unterricht bei Johann Georg Albrechtsberger Unterricht in Musiktheorie (da dieser Kapellmeister am Stephansdom war, wird er ihm auch die Grundzüge in der Kirchenmusik vermittelt haben).

Ab 1795 gab Beethoven seine Werke mit kontinuierlichen Opus-Zahlen heraus, sein op. 1 waren drei Haydn gewidmete Klaviertrios, op. 2 die 1. Klaviersonate in f-moll. Die Klavierkonzerte Nr. 1 in C-Dur und 2 in B-Dur stammen aus der gleichen Zeit, sind aber mit höheren Opus-Zahlen versehen. Beethovens erste zwei Sinfonien (op. 21 in C-Dur und op. 36 in D-Dur) entstanden 1799/1800 und 1801/02. Als freischaffender Komponist - ein Metier mit nicht unbeträchtlichem finanziellen Risiko - kamen Beethoven zugute: Ein sich zu der Zeit ausbreitendes Verlagswesen, seine künstlerische Reputation, die sich aufgrund seiner Konzerte und förderlicher Mundpropaganda ergab sowie die Unterstützung der Förderer, zu denen neben Lichnowsky, Fürst Franz Joseph Max von Lobkowitz, Fürst Ferdinand Bonaventura Kinsky und Erzherog Rudolph von Österreich zählten. Viele seiner Werke hat Beethoven Adligen gewidmet in der Gewissheit, dass sie ihm ihre namentliche Erwähnung auf den Titelblättern entlohnen werden.

Gehörleiden

Beethovens Probleme mit dem langsamen Ertauben seines Gehörs begannen recht früh, um 1798 herum, da war er wohlgemerkt gerade einmal 27/28 Jahre alt. Nach seiner Beschreibung war es ein Ohrensausen und -brausen, beginnend beim linken, zwischendurch abklingend, aber doch mit der Zeit so anhaltend, dass er Schwierigkeiten hatte, Gesprächen in normaler Lautstärke zu folgen. Lange Jahre schwieg er darüber, versuchte, das Leiden zu vertuschen. So erinnerte sich sein Schüler Carl Czerny, bei Beethoven 1802 noch keine auffälligen Anzeichen einer Gehörschwäche ausgemacht zu haben. Zahlreiche Ärzte hatte der Komponist konsultiert, die allerlei - auch teilweise seltsame - Heilungsmethoden an ihm erprobten, ohne Erfolg. Je länger die Zeit fortschritt, um so entmutigter war Beethoven und er ahnte - wie man seinen Briefen an Freunden entnehmen kann - dass sich eine Besserung wohl nie mehr einstellen würde. U. a. schrieb er Ende Juni 1801 folgende Zeilen an seinen Freund, den Arzt Wegeler:

"Meine ohren, die sausen und Brausen tag und Nacht fort; ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu, seit 2 Jahren fast meide ich alle gesellschaften, weils mir nun nicht möglich ist, den Leuten zu sagen, ich bin Taub, hätte ich irgend ein anderes Fach, so giengs noch eher, aber in meinem Fach ist das ein schrecklicher Zustand, dabey meine Feinde, deren Anzahl nicht geringe ist, was würden diese hierzu sagen."'

Nun war er beileibe noch nicht endgültig taub, die Beeinträchtigung seines Gehörs aber machte ihm sehr zu schaffen und wovor er sich noch mehr fürchtete: Vor der Verschlechterung seines Hörvermögens, womit er aber offenbar rechnete.

Unter den vielen Ärzten, die Beethoven konsultierte, hatte einer angesichts der wenig hoffnungsvollen Aussichten auf Besserung die Idee, seinem Patienten das zu raten, was heute allgemein hin als "Abstand gewinnen" bezeichnet wird: Er schlug vor, er solle sich für einige Zeit aufs Land zurückziehen. Der Hintergedanke war so schlicht wie berückend: Kein wirbelndes Wien mit seiner irritierenden Geräuschkulisse, keine hochfrequentierten Kurorte wie Karlsbad, die Ruhe der Natur sollte ihm die innere Ruhe wiedergeben. Ob Heiligenstadt, ein Dorf in der Nähe Wiens, in welchem Beethoven daraufhin einen längeren Aufenthalt nahm, auch im Rat des Arztes inbegriffen war, ist nicht bekannt. In diese Zeit gefallen ist auch eine Begebenheit, die Beethovens Schüler Ferdinand Ries memorierte, nämlich, dass er mit seinem Mentor spazieren gewesen war und ihn auf einen in der Ferne verweilenden, hervorragend Flöte spielenden Hirten aufmerksam gemacht habe. Worauf sich das Gesicht Beethovens verfinstert habe, weil er dieses nämlich nicht vernehmen konnte; sein späteres Nachfragen ob der Hirte noch immer spiele, habe er (wahrheitswidrig) verneint, um seinen Lehrer nicht noch weiter zu verstören. In Heiligenstadt verbrachte Beethoven somit eine Zeit der Besinnung und verfasste am 6. Oktober 1802 schließlich das Dokument, das als "Heiligenstädter Testament" in die Musikgeschichte eingegangen ist.

"Heiligenstädter Testament"

Abbildung: 1803Beethoven.jpg

Bildnis 1803

"Für meine Brüder Karl und ... Beethoven. O ihr Menschen die ihr mich für feindselig störisch oder Misantropisch haltet oder erkläret, wie unrecht thut ihr mir, ihr wisst nicht die geheime urßache von dem; was euch so scheinet, mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das Zarte Gefühl des wohlwollens, selbst große Handlungen Zu verrichten, dazu war ich immer aufgelegt, aber bedenket nur dass seit 6 Jahren ein heilloser Zustand mich befallen, durch unvernünftige ärzte verschlimmert, von jahr zu jahr in der Hofnung gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem überblick eines dauernden Übels (dessen Heilung vieleicht jahre dauern oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit einem feuerigen Lebhaften Temperamente gebohren selbst empfänglich für die Zerstreuungen der Gesellschaft, muste ich früh mich absondern, einsam mein Leben zubringen, wollte ich auch Zuweilen mich einmal über alles das hinaussetzen, o wie hart wurde ich durch die verdoppelte trauerige Erfahrung meines schlechten Gehörs dann Zurückgestoßen."

Beethoven spricht von der Demüthigung, die er erlitten hatte, ergänzt: "Geduld - so heist es, Sie muss ich nun zur führerin wählen, ich habe es - dauernd hoffe ich, soll mein Entschluss sejn, auszuharren, bis es den uerbittlichen parzen gefällt den Faden zu brechen (...). Der erste Teil seiner schriftlichen Erklärung endet mit einem: " O Menschen, wenn ihr einst dieses leset, so denkt, dass ihr mir unrecht gethan."

Er setzt dann fort wie in einem wirklichen Testament an seine Brüder, (bei deren erneuter Anrede er allerdings den Namen seines Bruders Johann ein wiederholtes Mal durch drei Punkte ersetzt), an Fürst Lichnowsky und an seinen Arzt Julius Adolph Schmidt. Seinen Brüdern legt er die Ermahnung ans Herz, ihre Kinder zur Tugenhaftigkeit zu erziehen. Dann wieder kommt er auf seinen Zustand zu sprechen, beklagt, dass er noch nicht die Gelegenheit hatte, alle seine Kunst-Fähigkeiten zu entfalten und meint, wenn der Tod ihn jetzt ereile, würde er ihm muthig entgegentreten, findet aber, dass es noch zu früh sei zum Sterben.

Die Forschung geht davon aus, dass es sich bei diesem in Heiligenstadt abgefassten Dokument kaum um ein "Testament" im eigentlichen Sinne handelt. Es richtet sich auch weniger an seine Angehörigen und Freunde (warum er seinen jüngsten Bruder zweimal mit Punkten statt mit Namen benennt, ist bis heute nicht geklärt), als vielmehr an die Allgemeinheit (O ihr Menschen). Das Schreiben ist Erläuterung seines Verhaltens, das er selbst verurteilt, zugleich Bitte um Nachsicht und:

Das Heilgenstädter Testament ist keinesfalls ein Schlussstrich, sondern vielmehr Ankündigung eines Neuanfangs: Beethoven will seine musischen Fähigkeiten entfalten, egal was kommt und hat im Hinblick auf sein Gehörleiden, das er selbst als hoffnungslos einstuft, ein Mittel parat (Geduld). Keine Resignation, stattdessen Akzeptanz des Gehörleidens als persönliches Schicksal, von dem er sich aber nicht aufhalten lassen will. Dass er den Tod als unausweichlich begreift, zeigt seine Erwähnung der Parzen, aber das "Brechen" seines Lebensfadens durch diese Göttinnen sieht er offenbar in weiter Ferne. Und deshalb scheint er zu beschließen, das Fortschreiten der kontinuierlichen Verschlechterung seines Hörvermögens hinzunehmen.

Und so sind erstaunlicherweise aus den folgenden Jahren, über die sich das Leiden vom Ohrensausen bis zur endgültigen Ertaubung hinzog, keine weiteren Schriftstücke bekannt, in welchen Beethoven sich in dieser Weise über seine zunehmende Ertaubung beklagt hätte.

Das Nachlassen von Beethovens Hörfähigkeit dauerte somit schätzungsweise über anderthalb Jahrzehnte; 1813 trat er noch als Dirigent in der Uraufführung seines Tongemäldes "Wellingtons Sieg" auf, außerdem als Pianist im Rahmen der Aufführung seines Trios op. 97. (Das war allerdings sein letzter Auftritt als Pianist). Am ersten Weihnachtstag 1816 dirigierte er er im St. Marxer Bürgerspital eine Aufführung seiner 7. Sinfonie (in dem Jahr war er allerdings schon auf die für ihn von Johann Nepomuk Mälzer geschaffenen Hörrohre angewiesen.) Wie das Dirigat ohne Hilfsmittel gelaufen ist, ist nicht überliefert. Sein einstiger Klavierschüler Carl Czerny sagte, ab 1817 sei Beethoven erkennbar vollkommen taub gewesen . Ab 1818 wurden die Konversationshefte eingeführt - des Komponisten einzige Möglichkeit, mit seiner Umgebung zu kommunizieren.

Heiligenstadt danach

Was sich dem "Heiligenstädter Testament" anschloss, war eine Zeit großer Schaffenskraft Beethovens: von 1803 bis 1812 komponierte er seine Sinfonien Nr. 3 (Eroica), 4, 5 (Schicksalssinfonie), 6, (Pastorale), 7 und 8; die Klavierkonzerte Nr. 4 op. 58 in G-Dur und Nr. 5 op. 73 in Es- Dur, sein einziges Violinkonzert op. 61 in D-dur, seine einzige Oper Fidelio" (später zweimal vom Komponisten überarbeitet, in der heute bekannten Fassung erschien sie 1814), daneben gab es: Ouvertüren, Kammermusik, Einzelstücke, Oratorien, Lieder.

Mit der Eroica hatte Beethoven großes im Sinne: Er wollte die 1803/04 entstandene Sinfonie dem von ihm bewunderten Napoléon Bonaparte widmen. Doch ergab es sich anders: Als Napoléon sich am 2. Dezember 1804 selbst zum Kaiser gekrönt hatte, soll der Komponist laut Ferdinand Ries das Titelblatt der Sinfonie mit der entsprechenden Widmung zerrissen und seiner Empörung Luft verschaffen haben:

"Ist der auch nichts anders, wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize fröhnen."

Die 5. Sinfonie und die Pastorale sind so gut wie zeitgleich entstanden (1807/08).

Dass die 5. den inoffiziellen Beinamen Schicksalssinfonie trägt, hängt im wesentlichen mit Anton Schindler zusammen, einem Angestellten Beethovens in den 1820er Jahren, auf den dieser wegen seiner Taubheit in vielen Dingen angewiesen gewesen war. Schindler, dem nachgewiesen ist, dass er sich nach dem Tod des Komponisten als Beethoven-Vertrauter wichtig tun wollte - und so manche Notiz im Konversationsheft nachträglich einfügte - überlieferte den Ausruf, den Beethoven angesichts des Themenkopfs des ersten Satzes getätigt haben soll: So pocht das Schicksal an die Pforte. Die Pastoralsinfonie wiederum, deren 1. Satz im Original überschrieben war mit den Worten Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande, kam beim Publikum so gut an, dass bei einer gemeinsamen Aufführung der 5. und der 6. Sinfonie (sowie weiteren Werken Beethovens am gleichen Abend unter seiner Regie) ein Kritiker die 5. Sinfonie als zu lang abkanzelte.

Als Beethoven 1808 das Angebot erhielt, als Kapellmeister in Kassel anzufangen, reagierten die Wiener Adligen mit "Bleibeverhandlungen". Im Rahmen einer Stiftung (für das Stiftungsvermögen standen Lobkowitz, Kinsky und Erzherzog Rudolph ein) wurden ihm jährlich 4000 Gulden zugesagt ( und in Halbjahresraten von Stiftungsbevollmächtigten überbracht). Selbst nach erlittenen Vermögenseinbußen brachten die Stifter doch noch so viel auf, dass Beethoven bis zu seinem Lebensende ausgesorgt hatte. Beethovens Reputaion und öffentliches Ansehen waren auf einem Punkt angelangt, von dem es bis zu seinem Tod keine Abschwächung mehr gab.

"Unsterbliche Geliebte"

Beethovens Beziehungen zu Frauen kann man schon deswegen nicht als getrübt oder ungetrübt bezeichnen, weil intime Bekanntschaften gar nicht bekannt sind. Die Aussagen von Zeitgenossen seine Attraktivität bei Frauen betreffend sind widersprüchlich: Während es einerseits hieß, er habe sich mehr als eine Abfuhr beim Werben um eine angehimmelte Liebe eingefangen - wegen seiner relativ dunklen Hautfarbe, die ihm als Jugendlicher den Spottnamen "Spagnol" eingebracht hatte sowie seiner Pockennarben im Gesicht - meinte Ferdinand Ries sinngemäß, sein Lehrer habe sich vor Bewunderinnen zeitweilig nicht retten können.

Im Nachlass Beethovens fanden sich zur Überraschung aller dann drei Briefe Beethovens (zwei datiert auf einen 6. Juli, einer auf den 7. Juli) an eine nicht näher bezeichnete Frau. Eine Antwort seitens der Angesprochenen fand sich nicht. Die somit nur aus Beethovens Perspektive ergründlichen Schreiben sind als die Briefe an die "Unsterbliche Geliebte" in die Beethovenforschung eingegangen - denn so bezeichnete er die Unbekannte in einem seiner Schreiben:

"Guten Morgen am 7ten Juli - schon im Bette drängen sich die Ideen zu dir meine Unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann wieder traurig, vom Schicksale abwartend, ob es unß erhört - leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen in der Ferne so lange herum zu irren, bis ich in deine Arme fliegen kann und mich ganz heymathlich bey dir nennen kann, meine Seele von dir umgeben ins Reich der Geister schicken kann - ja leider muss es seyn - du wirst dich fassen umso mehr, da du meine Treue gegen dich kennst, nie eine andre kann mein Herz besizen, (...) Welche Sehnsucht mit Thränen nach dir - dir - dir -mein Leben - mein alles - leb Wohl - o liebe mich fort - verkenn nie das treuste Herz deines Geliebten. ewig dein - ewig mein - ewig unß."

Zu den Schreiben gab es kein Jahresdatum, keinen Absendeort, der Empfangsort war in einem Brief abgekürzt mit K. erwähnt. Hinter K vermutete man schnell den Kurort Karlsbad, zu dem Sachverhalt musste somit nach Auffassung einiger Beethoven-Forscher somit nur eine finanziell gut ausgestattete, wenn nicht gar prominente Frau gefunden werden. Nun hatte es im Umfeld des Komponisten eine Reihe gut situierter Frauen gegeben, die meisten darunter waren seine Klavierschülerinnen. Darunter: Therese von Brunsvik und ihre Schwester Josephine, aus dem Jahr 1801 gab es die Klavierschülerin Giulietta Guicciardi, Bekanntschaft hatte Beethoven außerdem mit der Familie Brentano und insbesondere den Schwestern Antonie und Bettina Brentano gemacht, im Jahr 1810 ergab sich zudem eine Annäherung an die Nichte seines Arztes, die 19jährige Therese Malfatti.

Da es keine Jahresangabe zu den Schreiben gab, schossen die Spekulationen in Bezug auf die "Unsterbliche Geliebte" zunächst ins Kraut - die Vitae der oben benannten Frauen wurden unter die Lupe genommen und dann mit den Briefen abgeglichen. Dass auf den Briefen jede Jahreszahl fehlte, schien nicht zu stören, im Gegenteil, so passte manche Annahme sogar sehr gut. Deshalb sind bis heute die verschiedenen Frauennamen als die "unsterbliche Geliebte" im Umlauf.

Schließlich besann sich die Beethoven-Forschung darauf, seine Briefe doch einmal etwas genauer zu lesen. Und da ergab sich: Aus den vom Komponisten in den Briefen nebenbei gegebenen Informationen, insbesondere der Schilderung seiner witterungsbedingt beschwerlichen Anreise sowie den Gepflogenheiten der Briefauslieferung seitens der örtlichen Poststation an seinem Aufenthaltsort konnte man sehr genau rückschließen: Auf das Jahr, auf den Absende- und den Empfangsort. Und somit steht fest: Geschrieben hat Beethoven die Briefe am 6./7. Juli des Jahres 1812 (denn ausweislich anderer Dokumente ist Anfang Juli dieses Jahres das von Beethoven geschilderte, die kurzen Wege unpassierbar machende Unwetter geschehen), und er befand sich, als er die Briefe schrieb, im böhmischen Kurort Teplitz. Erreichen sollten diese eine weibliche Person, die im Kurort Karlsbad ihren Aufenthalt genommen hatte.

Die Jahreszahl 1812 war für manche Interpreten des Beethovschens Lebens, die längst zu wissen meinten, wer die "unsterbliche Geliebte" war, und die ihre persönlichen Anschauungen hierüber schon überall schriftlich verbreitet hatten, allerdings äußerst unbequem: Keine der o. g. Frauen wollte sich passend fügen. 1812 war bei allen Frauen in vielelei Hinsicht ein zu später Zeitpunkt.

Heute heißt es vorsichtig, es könnte sich um Josephine von Brunsvik gehandelt haben, in dem besagten Jahr war sie in zweiter Ehe unglücklich verheiratet, vielleicht habe ihre Situation Beethoven erweicht. Andere wiederum handeln die Briefe mittlerweile wie das "Heiligenstädter Testament": Beethoven habe auf seine sehr eigene Weise mit seinem Problem betreffend eine Verpartnerung mit einer Frau seine Konsequenz gezogen, nämlich durch Verschriftlichung einer aussichtslosen Liebe und freiwilligen Rückzug aus dem Versuch, eine Beziehung aufzubauen. Ein Rückschluss, der sich mit den 3 Briefen Beethovens allerdings nicht in Einklang befindet.

Warum denn sollte Beethoven, der am ersten Tag an der Poststation gewesen ist um zu schauen, wann denn die Briefe nach Karlsbad hinausgehen, sich enttäuscht äußern, dass sein Brief nicht am gleichen Tag auf den Weg kommt (da hat er ersichtlich nur das Großgedruckte an der Poststation gelesen), um im Postscriptum zu jubeln, dass er seinen Brief doch noch am gleichen Tag mitgeben kann, weil ihm jemand (der das Kleingedruckte auf der Tafel an der Poststation kennt) gesagt hat, dass in der Bädersaison jeden Tag eine Postkutsche nach Karlsbad geht.

Andererseits: Die Briefe sind in seinem Nachlass gefunden worden. Auch gibt es an keiner Stelle eine Anrede oder die namentliche Erwähnung einer Empfängerin, womit die Frage bleibt, ob die Schreiben jemals abgeschickt worden sind. Allerdings ist es für die Zeit auch nicht ungewöhnlich, dass den Absender und damit Beethoven die Briefe zurückgegeben worden sind. So lässt sich im Prinzip nur zusammenfassen, dass das Rätsel bis heute besteht.

Der Neffe Karl

1813 komponierte Beethoven Wellingtons Sieg, ein Schlachtenepos, bei welchem er aus dem seiner Sicht wahren Sieger huldigte. In den folgenden Jahren lag seine schöpferische Kraft etwas brach, nicht auszuschließen, dass familiäre Angelegenheiten ihn ein Stück weit vom Komponieren abgehalten haben. 1815 ließ er sich am Sterbebett seines Bruders Kaspar Karls das Versprechen abnehmen, die Vormundschaft für dessen Sohn Karl zu übernehmen - ein Unterfangen, das von Anfang an mit Unklarheiten behaftet war und durch Beethovens Beharrlichkeit zusätzlich eskalierte. Eigentlich sollte er nach dem Willen seines Bruders gemeinsam mit der Mutter die Fürsorge über Karl jun. übernehmen. Aus welchen Gründen auch immer wurde die Angelegenheit aber zu einer juristischen, bei der Beethoven das alleinige Sorgerecht erhalten wollte. Die Klärung der Verhältnisse über seine Vormundschaft zog sich bis ins Jahr 1820 hin, weil die Mutter des Kindes nicht gewillt war, ihren Sohn dem Schwager zu überlassen. Im Rahmen des Gerichtsprozesses flogen die Fetzen. Beethoven wollte nicht aufgeben, was ihm als Verantwortung am Sterbebett übertragen war, die Mutter Karls wollte natürlich auch nicht aufgeben, was ihr kraft Natur gegeben war. Endloser Hass auf beiden Seiten entstand, der sich nicht dadurch bezähmen ließ, dass das Gericht schließlich Beethoven die Vormundschaft zusprach. Ein schwieriges Verhältnis zwischen Onkel und Neffe blieb. Der Junge erhielt auf Kosten Beethovens eine schulische Ausbildung an Einrichtungen, die man heute als Internate bezeichnet. Karl hatte wohl immer darunter gelitten, zwischen Mutter und Onkel hin und hergerissen zu sein. Sein Verhältnis zum Oheim blieb daher gespalten. Er zeigte sich im weiteren nicht nur nicht dankbar, sondern zudem auch noch stursinnig: Weil er mit seiner Idee, zum Militär zu gehen, bei seinem Onkel auf Widerstand stieß, schoss er sich 1826 in angeblicher Selbstmordabsicht eine Kugel durch den Kopf. Das Geschoss geriet quer zum Streifschuss, so dass der junge Mann überlebte, gleichwohl belastete Beethoven dieses Ereignis sehr.

Völlige Ertaubung

Durch seine endgültige Ertaubung ließ Beethoven sich trotzdem nicht vom Komponieren abhalten: In der Zeit von 1817 bis 1822 entstanden die letzten vier Klaviersonaten (Nr. 29 op. 106 in B-Dur, die sog. "Hammerklaviersonate", Nr. 30 op. 109 in E-Dur, Nr. 31 op. 110 in As-Dur und Nr. 32 op. 111 in c-Moll) , außerdem die "Missa solemnis" (fertiggestellt 1823, uraufgeführt am 6. April 1824 in St. Petersburg), 1822 begann er mit ersten Skizzen zu seiner 9. Sinfonie. Sie wurde am 7. Mai 1824 zusammen mit Teilen der "Missa solemnis" im Rahmen eines großen Konzerts im Kärtnertor-Theater in Wien uraufgeführt, Beethoven hatte man an einem Ehrenplatz eine formelle Mitwirkung eingeräumt. Unter dem Dirigat des Kapellmeisters Michael Umlauf mit Schuppanzigh als Konzertmeister und den herausragenden Sängerinnen Henriette Sontag und Caroline Unger geriet die Aufführung zu einem durchschlagenden Erfolg. Caroline Unger versuchte, den an seinem Platz versunken verharrenden Komponisten in die Begeisterung des Publikums einzubeziehen, dass seine Gehörlosigkeit ihm die Anteilnahme an seinem Erfolg versagte, wurde an der Stelle deutlich.

1823 wurde er zum Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie ernannt. Der franz. König Ludwig XVIII. übersendete ihm zu Ehren eine Goldmedaille, auf die Beethoven mit großer Freude reagierte. Der Ring des preußischen Königs, dem immerhin die 9. Sinfonie gewidmet war, erschien ihm indessen wie eine Beleidigung - das Geschenk soll wertlos gewesen sein. In den nachfolgenden Jahren komponierte er noch einige Streichquartette, 1826 trug er sich mit der Idee, eine 10. Sinfonie zu schreiben. Doch im November 1826 erkrankte er lebensgefährlich, stand u. a. eine Lungenentzündung durch. Richtig erholt hatte er sich danach nicht mehr, ein Leberleiden war verantwortlich, dass er alsbald aufs Krankenlager geworfen wurde. Sein aufgedunsener Unterleib wurde mehrfach punktiert. Um die Schmerzen gering zu halten und die Stimmung des Patienten zu heben, reichte man ihm bald in dosierten Mengen Wein, was Beethoven sichtlich genoss, bat er im Februar 1827 seinen Verleger Schott, ihm doch ein paar Flaschen guten Rheinweins zukommen zu lassen. Am 24. März erhielt er die Sterbesakramente, am Nachmittag des 26. März verstarb er im Beissein seiner Schwägerin Johanna und dem Komponistenfreund Anselm Hüttenbrenner.

Der Obduktionsbericht des Arztes Dr. Johann Wagner weist auf eine Leberzirrhose als Todesursache hin. Seine im Nachlass befindlichen Aktien im Wert von 10.000 Gulden hatte Beethoven seinem Neffen Karl vermacht; die Versteigerung seiner Güter erbrachten 1440 Gulden und 18 Kreuzer.

Zu seinem Begräbnis am 29. März um 3 Uhr nachmittags sollen sich an die die 20.000 Menschen eingefunden haben, acht Kapellmeister hielten die Zipfel seines Bahrtuches, zu Seiten des Sarges gingen Musiker als Fackelträger (unter ihnen: Franz Schubert). Die Grabrede hatte Franz Grillparzer verfasst, wegen Sprechverbots auf dem Währinger Friedhof wurde sie am Eingangstor verlesen.

1888 wurde Beethoven auf den Wiener Zentralfriedhof umgebettet, wo seine Grabstelle sich noch heute befindet.

Beethovens Werk

Abbildung: BeethovenDenkmalBonn.JPG

Denkmal in der Bonner Innenstadt

Beethovens Werk in seiner Gesamtheit und seinen Einzelaspekten ist vielfach besprochen worden, ein Eingehen hierauf würde den Rahmen einer Biographie sprengen.

1792 schrieb Beethovens Freund und Mentor, der 9 Jahre ältere Ferdinand Graf Waldstein, zu dessen Abreise nach Wien:

"Lieber Beethowen. Sie reisen itzt nach Wien zur Erfüllung ihrer so lange bestrittenen Wünsche. Mozarts Genius trauert noch und beweinet den Tod seines Zöglinges. Bey dem unerschöpflichen Hayden fand er Zuflucht, aber keine Beschäftigung; durch ihn wünscht er noch einmal mit jemanden vereinigt zu werden. Durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie: Mozarts Geist aus Haydens Händen."

Heute ist es nahezu selbstverständlich, Haydn, Mozart und Beethoven in einem Atemzug zu erwähnen, zur Zeit des Briefes in einer objektiven Betrachtung aber erstaunlich vorausschauend - Beethoven war damals gerade 22 Jahre alt. Beethovens Werk gehört der Wiener Klassik an, es steht aber nicht allein in der Tradition eines Haydn oder Mozart, sondern weist vielmehr sehr eigenwillige Züge und Weiterentwicklungen der Musik auf. Hierbei war es zu seinem Vorteil, dass im Hinblick auf den Toleranzrahmen des Publikums Haydn und Mozart einige Vorarbeit geleistet hatten. Sie hatten sich immer bemüht, die weltliche Musik von dem Eindruck des schmückenden Beiwerks wegzubringen, das Publikum dafür zu gewinnen, der Musik als absoluter Kunst ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen. In diese neugierige Erwartungshaltung des Publikums stieß Beethoven mit seinen Kompositionen auf eine recht unbekümmerte Art. Er brach zwar nicht ganz mit der Form der Wiener Klassik, die für Sonaten, Sinfonien und Konzerte galt, aber die Strenge der Kopfsatzform hat er (mit Ausnahme in seinen frühen Klaviersonaten) oft auf eigenwillige Weise aufgebrochen. Bei Beethoven lassen die Themen jede Statik, das "Abgezirkelte", das mit den musikalischen Formen der Zeit einherging, vermissen. Sein Konzept ist die Entwicklung der musikalischen Idee im Rahmen des Werks. Und was bei Beethovens Orchestrierung seiner Werke hervorsticht: Das Orchester ist nicht nur Mittel zum Zweck der Präsentation, es vermittelt die der musikalischen Idee zugrundeliegende Stimmung als Klangraum. Erste Andeutungen von Programmatik in der Musik sind vorzufinden.

Auch auf dem Klavier hatte Beethoven neue Wege beschritten. Die Konstruktion des Instruments war in technischer Hinsicht zwar noch nicht formvollendet, seine Entwicklung aber so weit gediehen, dass es als Soloinstrument interessant wurde. Seine 5 Klavierkonzerte und 32 Klaviersonaten stellen an die Fertigkeiten eines Pianisten hohe Ansprüche, Beethoven galt neben Johann Nepomuk Hummel zu den besten Klaviervirtuosen seiner Zeit.

Werke

Sinfonien

Konzerte

  • Opus 61 (1808) Konzert für Violine und Orchester in D-Dur

Weitere Orchesterwerke

  • Opus 43 (1801) Prometheus: Ouverture und Ballet-Musik
  • Opus 62 (1807) Ouverture - Coriolan
  • Opus 84 (1810) Egmont (Ouverture)
  • Opus 91 (1813) Wellington's Sieg
  • Opus 124 (1822) Ouverture - Die Weihe des Hauses

Sonaten

  • Opus 2 Nr. 1 (1796) Klavier-Sonate Nr. 1 in f-moll
  • Opus 2 Nr. 2 (1796) Klavier-Sonate Nr. 2 in A-Dur
  • Opus 2 Nr. 3 (1796) Klavier-Sonate Nr. 3 in C-Dur
  • Opus 7 (1797) Klavier-Sonate Nr. 4 in Es-Dur
  • Opus 10 Nr. 1 (1798) Klavier-Sonate Nr. 5 in c-moll
  • Opus 10 Nr. 2 (1798) Klavier-Sonate Nr. 6 in F-Dur
  • Opus 10 Nr. 3 (1798) Klavier-Sonate Nr. 7 in D-Dur
  • Opus 13 (1799) Klavier-Sonate Nr. 8 in c-moll ("Sonate Pathetique")
  • Opus 14 Nr. 1 (1799) Klavier-Sonate Nr. 9 in E-Dur
  • Opus 14 Nr. 2 (1799) Klavier-Sonate Nr. 10 in G-Dur
  • Opus 22 (1800) Klavier-Sonate Nr. 11 in B-Dur
  • Opus 26 (1801) Klavier-Sonate Nr. 12 in As-Dur
  • Opus 27 Nr. 1 (1801) Klavier-Sonate Nr. 13 in Es-Dur
  • Opus 27 Nr. 2 (1801) Klavier-Sonate Nr. 14 in cis-moll ("Mondscheinsonate")
  • Opus 28 (1801) Klavier-Sonate Nr. 15 in D-Dur („Pastorale“)
  • Opus 31 Nr. 1 (1802) Klavier-Sonate Nr. 16 in G major
  • Opus 31 Nr. 2 (1802) Klavier-Sonate Nr. 17 in d-moll („Der Sturm“)
  • Opus 31 Nr. 3 (1802) Klavier-Sonate Nr. 18 in Es-Dur
  • Opus 49 Nr. 1 (1792) Klavier-Sonate Nr. 19 in g-moll
  • Opus 49 Nr. 2 (1792) Klavier-Sonate Nr. 20 in G-Dur
  • Opus 53 (1803) Klavier-Sonate Nr. 21 in C-Dur ("Waldsteinsonate")
  • Opus 54 (1804) Klavier-Sonate Nr. 22 in F-Dur
  • Opus 57 (1805) Klavier-Sonate Nr. 23 in f-moll ("Appassionata")
  • Opus 78 (1809) Klavier-Sonate Nr. 24 in Fis-Dur
  • Opus 79 (1809) Klavier-Sonate Nr. 25 in G-Dur
  • Opus 81a (1809) Klavier-Sonate Nr. 26 in Es-Dur ("Les Adieux")
  • Opus 90 (1814) Klavier-Sonate Nr. 27 in e-moll
  • Opus 101 (1816) Klavier-Sonate Nr. 28 in A-Dur
  • Opus 106 (1818) Klavier-Sonate Nr. 29 in B-Dur ("Sonate für das Hammerklavier")
  • Opus 109 (1822) Klavier-Sonate Nr. 30 in E-Dur
  • Opus 110 (1822) Klavier-Sonate Nr. 31 in As-Dur
  • Opus 111 (1822) Klavier-Sonate Nr. 32 in c-moll
  • Opus 6 (1797) Klavier-Sonate für 4 Hände
  • Opus 12 Nr. 1 (1798) Violin-Sonate Nr. 1 in D-Dur
  • Opus 12 Nr. 2 (1798) Violin-Sonate Nr. 2 in A-Dur
  • Opus 12 Nr. 3 (1798) Violin-Sonate Nr. 3 in Es-Dur
  • Opus 23 (1801) Violin-Sonate Nr. 4 in a-moll
  • Opus 24 (1801) Violin-Sonate Nr. 5 in F-Dur "Frühling"
  • Opus 30 Nr. 1 (1803) Violin-Sonate Nr. 6 in A-Dur
  • Opus 30 Nr. 2 (1803) Violin Sonate Nr. 7 in c-moll
  • Opus 30 Nr. 3 (1803) Violin Sonate Nr. 8 in G-Dur
  • Opus 47 (1802) Violin-Sonate Nr. 9 in A-Dur ("Kreutzer-Sonate")
  • Opus 96 (1812) Violin-Sonate Nr. 10 in G-Dur

Weitere solistische Werke

  • Opus 33 (1802) Sieben Bagatellen für Klavier
  • Opus 34 (1802) Sechs Variationen für Klavier über ein eigenes Thema F-Dur
  • Opus 35 (1802) Fünfzehn Variationen und eine Fuge für Klavier über ein eigenes Thema Es-Dur
  • Opus 39 (1789) Zwei Präludien durch alle 12 Tonarten für Klavier
  • Opus 51 Nr. 1 (1797) Rondo in C-Dur für Klavier
  • Opus 51 Nr. 2 (1798) Rondo in G-Dur für Klavier
  • Opus 76 (1809) Sechs Variationen für Klavier über ein eigenes Thema D-Dur
  • Opus 77 (1809) Klavier-Fantasie
  • Opus 119 (1822) Elf Bagatellen für Klavier
  • Opus 120 (1823) 33 Variationen für Klavier über einen Walzer von Diabelli in C-Dur
  • Opus 126 (1824) Sechs Bagatellen für Klavier
  • Opus 129 (1795) Rondo Capriccio für Klavier in D-Dur ('Die Wut über den verlorenen Groschen')
  • Opus 40 (1802) Romanze für Violine in G-Dur
  • Opus 50 (1798) Romanze Für Violine in F-Dur
  • Opus 66 (1796) Variationen für Cello über Mozart's `Ein Maedchen oder Weibchen'

Oper

Fidelio (in den ersten Versionen Leonore geheißen)

  • Opus 72a (1805) Oper - Leonore (mit Ouverture Leonore Nr. 2)
  • Opus 72b (1806) Oper - Leonore (mit Ouverture Leonore Nr. 3)
  • Opus 72c (1814) Oper - Fidelio

Kammermusik

  • Opus 1 Nr. 1 (1795) Klavier-Trio Nr. 1 in Es-Dur
  • Opus 1 Nr. 2 (1795) Klavier-Trio Nr. 2 in G-Dur
  • Opus 1 Nr. 3 (1795) Klavier-Trio Nr. 3 in c-moll
  • Opus 3 (1794) Streichtrio Nr. 1 in Es-Dur
  • Opus 4 (1795) Streichquintet in Es-Dur
  • Opus 5 Nr. 1 (1796) Sonate für Klavier und Violincello Nr. 1 in F-Dur
  • Opus 5 Nr. 2 (1796) Sonate für Klavier und Violincello Nr. 2 in g-moll
  • Opus 8 (1797) Serenade in D-Dur für Streichtrio
  • Opus 9 Nr 1 (1798) Streichtrio Nr. 2 in G-Dur
  • Opus 9 Nr. 2 (1798) Streichtrio Nr. 3 in D-Dur
  • Opus 9 Nr. 3 (1798) Streichtrio Nr. 4 in c-moll
  • Opus 11 (1798) Klaviertrio Nr. 4 in B-Dur
  • Opus 16 (1796) Quintett für Klavier und Bläser
  • Opus 17 (1800) Horn-Sonate in F-Dur
  • Opus 18 Nr. 1 (1800) Streichquartett Nr. 1 in F-Dur
  • Opus 18 Nr. 2 (1800) Streichquartett Nr. 2 in G-Dur
  • Opus 18 Nr. 3 (1800) Streichquartett Nr. 3 in D-Dur
  • Opus 18 Nr. 4 (1800) Streichquartett Nr. 4 in c-moll
  • Opus 18 Nr. 5 (1800) Streichquartett Nr. 5 in A-Dur
  • Opus 18 Nr. 6 (1800) Streichquartett Nr. 6 in B-Dur
  • Opus 20 (1799) Septett in Es-Dur
  • Opus 25 (1801) Serenade in D-Dur für Flöte, Violine und Viola
  • Opus 29 (1801) Streichquartett in C-Dur
  • Opus 44 (1792) Klavier-Trio Nr. 10 (Variationen über ein eigenes Thema in Es-Dur)
  • Opus 41 (1803) Serenade für Klavier und Flöte oder Violine in D-Dur
  • Opus 42 (1803) Notturno für Viola und Klavier in D-Dur
  • Opus 56 (1805) Tripel-Konzert in C-Dur
  • Opus 59 Nr. 1 (1806) Streichquartett Nr. 7 in F-Dur "Rasumovsky 1"
  • Opus 59 Nr. 2 (1806) Streichquartett Nr. 8 in e-moll "Rasumovsky 2"
  • Opus 59 Nr. 3 (1806) Streichquartett Nr. 9 in C-Dur "Rasumovsky 3"
  • Opus 69 (1808) Sonate für Klavier und Violincello Nr. 3 in A-Dur
  • Opus 70 Nr. 1 (1808) Klavier-Trio Nr. 5 in D-Dur
  • Opus 70 Nr. 2 (1808) Klavier-Trio Nr. 6 in Es-Dur
  • Opus 71 (1796) Bläsersextett in Es
  • Opus 74 (1809) Streichquartett Nr. 10 in Es-Dur
  • Opus 87 (1795) Trio für 2 Oboen und Englisch-Horn in C-Dur
  • Opus 95 (1810) Streichquartett Nr. 11 in f-moll "Serioso"
  • Opus 97 (1811) Klavier-Trio Nr. 7 in B-Dur
  • Opus 102 Nr. 1 (1815) Sonate für Klavier und Violincello Nr. 4 in C-Dur
  • Opus 102 Nr. 2 (1815) Sonate für Klavier und Violincello Nr. 5 in d-moll
  • Opus 103 (1792) Bläseroktett in Es
  • Opus 104 (1817) Streichquintett (Arrangement des Klavier-Trio Nr. 3)
  • Opus 105 (1819) Sechs Variationsreihen für Piano und Flöte
  • Opus 127 (1825) Srteichquartett Nr. 12 in Es-Dur
  • Opus 130 (1825) Streichquartett Nr. 13 in B-Dur
  • Opus 131 (1826) Streichquartett Nr. 14 in cis-moll
  • Opus 132 (1825) Streichquartett Nr. 15 in a-moll
  • Opus 135 (1826) Steichquartett Nr. 16 in F-Dur
  • Opus 137 (1817) Streichquintett (Fuge) in D-Dur

Lieder

  • Opus 32 (1805) An die Hoffnung
  • Opus 46 (1795) Adelaide
  • Opus 48 Nr. 1 (1802) Bitten
  • Opus 48 Nr. 2 (1802) Die Liebe des Naechsten
  • Opus 48 Nr. 3 (1802) Vom Tode
  • Opus 48 Nr. 4 (1802) Die Ehre Gottes aus der Natur
  • Opus 48 Nr. 5 (1802) Gottes Macht und Vorsehung
  • Opus 48 Nr. 6 (1802) Bußlied
  • Opus 52 Nr. 1 (1805) Urians Reise um die Welt
  • Opus 52 Nr. 2 (1805)
  • Opus 52 Nr. 3 (1805) Das Liedchen von der Ruhe
  • Opus 52 Nr. 4 (1805) Maigesang
  • Opus 52 Nr. 5 (1805) Mollys Abschied
  • Opus 52 Nr. 6 (1805) Die Liebe
  • Opus 52 Nr. 7 (1805) Marmotte
  • Opus 52 Nr. 8 (1805) Das Blümchen Wunderhold
  • Opus 65 (1796) Arie - Ah perfido!
  • Opus 75 Nr. 1 (1809) Mignon
  • Opus 75 Nr. 2 (1809) Neue Liebe, neues Leben
  • Opus 75 Nr. 3 (1809) Aus Goethes Faust: Es war einmal ein Koenig
  • Opus 75 Nr. 4 (1809) Gretels Warnung
  • Opus 75 Nr. 5 (1809) An die fernen Geliebten
  • Opus 75 Nr. 6 (1809) Der Zufriedene
  • Opus 82 Nr. 1 (1809) Hoffnung
  • Opus 82 Nr. 2 (1809) Liebes-Klage
  • Opus 82 Nr. 3 (1809) Duett - L'amante impatiente
  • Opus 82 Nr. 4 (1809) L'amante impatiente
  • Opus 82 Nr. 5 (1809) Lebens-Genuß
  • Opus 83 Nr. 1 (1810) Wonne der Wehmut
  • Opus 83 Nr. 2 (1810) Sehnsucht
  • Opus 83 Nr. 3 (1810) Mit einem gemalten Band
  • Opus 88 (1803) Das Gluck der Freundschaft
  • Opus 94 (1815) An die Hoffnung
  • Opus 98 (1816) Lied - An die ferne Geliebte
  • Opus 99 (1816) Lied - Der Mann von Wort
  • Opus 100 (1814) Merkenstein
  • Opus 112 (1815) Meeresstille und glueckliche Fahrt
  • Opus 118 (1814) Elegischer Gesang
  • Opus 121b (1822) Opferlied
  • Opus 122 (1824) Bundeslied
  • Opus 128 (1822) Der Kuss
  • Opus 113 (1811) Singspiel - Die Ruinen von Athen
  • Opus 117 (1811) Singspiel - König Stephen

Kirchliche Werke

  • Opus 85 (1804) Christus am Ölberge
  • Opus 86 (1807) Messe in C-Dur
  • Opus 123 (1822) Messe in D-Dur (Missa Solemnis)
  • Opus 136 (1814) Kantate - Der glorreiche Augenblick

 

 

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