Armenische Apostolische Kirche, auch Gregorianische Kirche nach Gregor dem Erleuchter, eine altorientalische Kirche, mit sechs Millionen Gläubigen in 30 Diözesen, davon neun in Armenien.
Geschichte
Der Überlieferung nach haben die hl. Apostel Thaddäus und Bartholomäus in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts in Armenien gepredigt, die ersten Gemeinden gegründet und das Martyrium erlitten. Weil dem Armenischen Volk das Christentum von den Aposteln gebracht worden sei, nennt sich die Kirche „apostolisch“. Mit der im Jahr 301 erfolgten Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch den armenischen König Tiridates III. (oder IV.), der durch Gregorius zum Glauben gekommen war, wurde Armenien zum ersten christlichen Staat der Welt.
Die Lehre des Konzils von Chalcedon 451, an dem auch kein armenischer Bischof teilgenommen hatte, wurde von der Synode der Armenischen Apostolischen Kirche des Jahres 506 abgelehnt; aus diesem Grunde wird die Armenischen Apostolischen Kirche den sogenannten vorchalcedonischen Orthodoxen Kirchen oder Altorientalischen Kirchen zugezählt.
Es gibt heute eine große armenische Diaspora auf der ganzen Welt, wodurch sich auch die Armenische Apostolische Kirche weltweit verbreitet hat.
Struktur
Der Patriarch und Katholikos der Armenier der in Etschmiadzin residiert, gilt als geistliches Oberhaupt aller Gläubigen der a.a.K angesehen und führt den Titel Katholikos Aller Armenier. Seit 1999 hat Krekin II. dieses Amt inne.
Drei weitere wichtige Zentren besitzen ihre eigene Jurisdiktion. Dem Katholikat von Etschmiadzin sind die armenischen Patriarchate von Jerusalem und Konstantinopel, dem heutigem Istanbul, untergeordnet. Seit 1990 ist Torkom Manoogian Patriarch von Jerusalem, Mesrob Mutafyan seit 1998 Patriarch von Konstantinopel.
Der Katholikat von Kilikien, dem heutigem Libanon, ist unabhängig geblieben. Der Katholikos von Kilikien, seit 1995 Aram I., führt den Titel Katholikos des Großen Hauses von Kilikien.




