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Armenien

Artikel #6434, »Armenien«, geschrieben von: G. Schütte (Red.) (100 %)

Abbildung: Armenien.png

Armenien

Armenien (offiziell: Hajastani Hanrapetutiun - Republik Armenien), Bergland im südlichen Kaukasus, mit 29 800 qkm Fläche etwa so groß wie Belgien, im Norden grenzt es an Georgien, im Westen an die Türkei, im Süden an den Iran und die zu Aserbaidschan gehörende Exklave Nachitschewan. Mit dem Nachbarn im Osten, Aserbaidschan, besteht seit 1988 eine - auch kriegerische - Auseinandersetzung über die vorwiegend von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach. Von den rund 3 Mio. Einwohnern lebt fast jeder zweite - 1,5 Mio.- in der Hauptstadt Eriwan (Jerewan).

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Das Klima ist überwiegend kontinental, mit heißen Sommern und kalten Wintern, niederschlagsarm.

96 % der Bev. sind Armenier, Minderheiten sind Russen, Kurden, Jessiden und Griechen. Amtssprache ist Armenisch, eine indogermanische Sprache mit eigenen Schriftzeichen; 94% der Armenier gehören der Armenischen Apostolischen Kirche an. (301 wurde A. zum ersten christlichen Staat der Welt.)

A., seit 1920 als Sowjetrepublik ein Teil der UdSSR, erklärte sich nach einem Referendum am 21.9.1991 für unabhängig. Heute ist A. eine präsidiale parlamentarische Demokratie mit einem Mehrparteiensystem und einem direkt gewählten Präsidenten. Der erste Präsident der Republik, Lewon Ter-Petrosjan, wurde 1998 zum Rücktritt gezwungen. Er wollte Frieden mit Aserbaidschan durch Zugeständnisse schaffen. Sein Nachfolger, Robert Kotscharjan, wurde 1998 und 2003 zum Präsidenten gewählt. Seine Wiederwahl soll nach Angaben der OSZE nicht in allen Punkten fair verlaufen sein.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wurde durch ein verheerendes Erdbeben 1988 sowie durch den Konflikt mit Aserbaidschan stark behindert. Nicht nur Aserbaidschan, auch die Türkei hat aus Solidarität ihre Grenzen zu A. geschlossen, freie Landverbindungen besitzt A. jetzt nur noch über den Iran und Georgien. Die Beziehungen zur Türkei werden außerdem durch die Forderung Armeniens belastet, die Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Armenier durch die Türkei in den Jahren 1915 bis 1917 als Völkermord einzugestehen.

A. erwirtschaftet 40 % seines Bruttonationaleinkommens in der Landwirtschaft: Wein, Obst, Gemüse und Tabak sind die Haupterzeugnisse. Die verarbeitende Industrie ist auf den Import von Rohstoffen und Energie aus dem Ausland angewiesen. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandprodukt von 1400 US$ weist A. als recht armes Land aus: Kaufkraftbereinigt liegt es damit auf Platz 115 von 180 Ländern der Welt. Die Lage der armenischen Bevölkerung wird jedoch etwas erleichtert durch die Geldüberweisungen der 4 Millionen im Ausland lebenden Exil-Armenier.

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